Wenn Pressefreiheit ein Fremdwort bleibt

Artikel geschrieben von am 18. März 2009
Kategorien: Geschichte
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Journalistinnen werden im Nahen Osten nach wie vor massiv bedroht: Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März machte die Organisation “Reporter ohne Grenzen” auf die Situation weiblicher Journalisten aufmerksam und fordert bessere Schutzmaßnahmen der Regierungen. Besonders Frauen im Nahen Osten werden häufig zur Zielscheibe von Drohungen und können ihren Beruf nur ausüben, weil sie ihr eigenes Leben riskieren. Für sie ist es fast unmöglich, frei und unabhängig zu berichten.

Rangliste zur Pressefreiheit: Afghanistan am Ende des Feldes

Auch Afghanistan reiht sich in Liste jener Länder ein, in denen die Arbeit von Journalisten im Allgemeinen und von Frauen im Speziellen erschwert wird. In der 2008 von “Reporter ohne Grenzen” veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit belegt Afghanistan einen der hinteren Plätze. Gerade in der westlichen Provinz Herat gab es vermehrt Übergriffe auf Journalistinnen. Taliban, Warlords und lokale Politiker wollten die Frauen dazu zwingen, ihre Arbeit aufzugeben.

Für viele von ihnen gibt es keine Zufluchtsmöglichkeit; sie legen ihre Arbeit aus Angst um das eigene Leben nieder oder zensieren sich selbst. Andere, wie die pakistanische Journalistin Meera Jamal, flüchten nach Deutschland. Sie erhielt mehrfach Morddrohungen, nachdem sie über Themen wie das Recht der Frau auf Scheidung oder staatliche Hilfe bei Vergewaltigung berichtet hatte. Wie ihr erging es zahlreichen anderen Frauen, die über Tabuthemen berichten. Vor allem Beiträge über Frauenrechte oder religiösen Fundamentalismus werden mit Drohungen und Verfolgung bedacht. 

Frauen geben aus Angst um ihr Leben die Arbeit auf oder fügen sich der Zensur

Das traurige Barometer von “Reporter ohne Grenzen” wächst auch 2009 weiter: bisher führt es zwölf getötete und 145 inhaftierte Journalisten auf. Auch Shahnaz Gholami aus dem Iran verbrachte aufgrund ihrer Artikel bereits mehrere Jahre im Gefängnis. Sie lässt sich trotzdem nicht einschüchtern und engagiert sich bei der “Vereinigung der Journalistinnen” (ARZ). Für ihre Kampagne “Eine Million Unterschriften für Gerechtigkeit” wurde sie mit dem “Prix Simone de Beauvoir pour la Liberté des Femmes 2009″ ausgezeichnet. Trotzdem müssen Frauen, die sich der Kampagne anschließen, und tausende Journalistinnen jeden Tag um ihre Sicherheit und um ihr Leben bangen.

Wie froh wir doch sein können, in Deutschland im Zeichen der Presse- und Meinungsfreiheit auch zu schwierigen Themen Stellung beziehen zu können. In diesen Situationen wird einem dieses Vorrecht wieder neu bewusst.



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