Tödliche „Cremedosen“ – Minen in Afghanistan

Artikel geschrieben von am 6. Mai 2008
Kategorien: Landschaft
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Sie haben nur die Größe einer kleinen Cremedose, ungefähr sechs Zentimeter im Durchmesser. Aufgrund ihrer grünen Farbe sind sie leicht in einer Wiese zu verstecken. Unsichtbar liegen sie dort – manchmal über Jahre – bis jemand auf sie tritt. Dann zeigen diese “heimlichen Soldaten” ihre zerstörerische Kraft.

Minen in Afghanistan

Im grünen Gras kaum zu erkennen: Wer den Draht bewegt, löst die Mine aus. © Frank Brenda

Es handelt sich um Minen, genauer gesagt um Anti-Personenminen. Afghanistan ist übersät von ihnen; aber auch von Streubomben und anderer Munition. Nach Angaben des “UN Mine Action Center” wird es noch zehn bis zwanzig Jahre dauern, bis alle Minen und Streubomben entschärft und geräumt worden sind. Die Hersteller von Minen sind dabei äußerst “kreativ”: Minen werden als Lebensmittelpakete, verrostete Revolver, Zigarettenschachteln oder Kugelschreiber getarnt. Besonders heimtückisch sind jene Minen, die als Puppen oder Kinderspielzeug getarnt, Kinder anziehen und schlimmste Verletzungen hervorrufen.

Minen in Afghanistan

Minen gibt es auch in Afghanistan in allen Formen und Größen. © Frank Brenda

Seit 1995 unterstützt die Bundesregierung die humanitäre Minen- und Kampfmittelräumung in Afghanistan. Insgesamt wurden seither 38 Millionen Euro aufgewendet. Deutschland zählt damit zum größten Geldgeber in diesem Bereich.

Wer zum ersten Mal in Afghanistan unterwegs ist, dem fallen sofort die weiß-rot bemalten Steine am Straßenrand auf, die man auf den Straßen außerhalb der Städte findet. Die weiße Seite bedeutet “minenfrei”, während die rote Seite auf eine Verminung des Geländes hinweist. Am Straßenrand sieht man immer wieder Minenräumer, die vorsichtig Zentimeter um Zentimeter nach Minen suchen.

Schnee und Regen sind die schlimmsten Feinde der Minenräumung, denn in Hanglagen spülen sie Minen aus höher gelegenen Gebieten in bereits geräumte Flächen. Dann muss erneut mit der Minenräumung begonnen werden. Deshalb fordern Hilfsorganisationen eindringlich das Verbot dieser heimtückischen und menschenverachtenden Waffe.



Ein Kommentar »

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