Teufelskreis Analphabetismus in Afghanistan

Artikel geschrieben von am 18. Mai 2009
Kategorien: Hilfsprojekte
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“Mama, liest du mir etwas vor?” – “Papa, was heißt das, was da steht?” Kinder haben viele Fragen, sei es nach einer Gute-Nacht-Geschichte oder nach der Aufschrift des großen Plakates an der Straße. Doch wenn sowohl Mutter als auch Vater nicht auf die Fragen und Bitten des Kindes reagieren können, ist das nicht immer Zeichen mangelnden Wissens. Es kann auch ein Zeichen von Analphabetismus sein.

Aktionswochen fordern zum “Großen Lesen” auf

Ein Problem, das in den Industrienationen wie beispielsweise Deutschland, keines ist – in Staaten wie Afghanistan aber für einen Teufelskreis sorgt, aus dem es ohne entsprechende Bildung kein Entkommen gibt. Die Globale Bildungskampagne veranstaltet daher in diesen Wochen wiederholt Aktionswochen zum “Großen Lesen” und macht auf das Recht eines jeden Menschen auf freie Bildung aufmerksam.

Dass das Projekt weltweiten Anklang findet, zeigt sich auch im vom Analphabetismus besonders betroffenen Afghanistan: Hier nehmen rund 100 Schulen an einem Lese- und Schreibwettbewerb im Rahmen der Aktion teil. Fast drei Viertel der afghanischen Bevölkerung können weder lesen noch schreiben – unabhänging vom Alter. Dass besonders Mädchen und Frauen keine schulische Ausbildung erfahren haben, überrascht schon nicht mehr.

Das Recht auf Bildung hat jeder Mensch – aber nicht jeder kann oder will es nutzen

Umso erstaunlicher mutet der Bericht einer Frau an, die es geschafft hat, dem Teufelskreis zu entfliehen: Shirin ist 28 und leitet eine kleine Schule in Afghanistan. Sie setzt sich dafür ein, dass auch andere Mädchen und Frauen zur Schule gehen können und bewegt Familien mit zum Teil großer Überzeugungsarbeit dazu, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Auch ihr Einsatz trägt dazu bei, dass ein Schritt aus dem Strudel des Analphabetismus heraus getan werden kann – und sei er noch so klein.



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