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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Nebel</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Ansiedlungsprogramm von Flüchtlingen in Bariquab</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2008 07:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erich Lischek</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Herr Zahir, Ursula Meissner und ich sind auf dem Weg nach Bariquab, einem Gebiet 60 Kilometer von Kabul entfernt. ADRA führt dort mit Hilfe des Auswärtigen Amtes ein Winterhilfsprojekt für angesiedelte Flüchtlinge durch. Wir wollen das Gebiet besuchen, weil ADRA weitere Maßnahmen plant, um den Menschen nachhaltig zu helfen. In Absprache mit dem Ministerium für Flüchtlings- [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herr Zahir, Ursula Meissner und ich sind auf dem Weg nach Bariquab</strong>, einem Gebiet 60 Kilometer von Kabul entfernt. ADRA führt dort mit Hilfe des Auswärtigen Amtes ein Winterhilfsprojekt für angesiedelte Flüchtlinge durch. Wir wollen das Gebiet besuchen, weil ADRA weitere Maßnahmen plant, um den Menschen nachhaltig zu helfen. In Absprache mit dem Ministerium für Flüchtlings- und Wiederansiedlungsprogramme geht es darum, mehr als 5000 Menschen zu einer Unterkunft zu verhelfen und ihnen Zugang zu Wasser, Toiletten und Abwasser zu ermöglichen. </p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/04/bariquab-fluechtlinge01.jpg" alt="Flüchtingsdorf in Bariquab, 60 Kilometer von Kabul entfernt" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Flüchtingsdorf in Bariquab, 60 Kilometer von Kabul entfernt. </span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Wir fahren in Richtung Westen von Kabul</strong>, vorbei an großen Bauunternehmen mit großem Fuhrpark, an Speditionen und Lagerhäusern von Importeuren, die Dinge des täglichen Gebrauchs, aber auch Obst, Hühnchen,  Gemüse aus Pakistan und Iran importieren. Vorbei an einer Unzahl von Tankstellen und den weit von der Straße entfernten &#8220;US und ISAF- Kasernen&#8221;.</p>
<p>Unser Fahrer deutet mit seinem Finger auf großflächige Anlagen und meint: &#8220;Hier soll ein neues Kabul entstehen!&#8221; Ob, wie und wann das wirklich realisiert werden kann? Kaum einer hat darauf eine Antwort. Auf der wüstenähnlichen Landschaft fallen uns verschieden große Zelt auf, davor einige Kamele und natürlich Schaf- und Ziegenherden. &#8220;Nomaden?&#8221; frage ich. Der Fahrer nickt.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/04/bariquab-fluechtlinge02.jpg" alt="Trostlos liegt das Dorf der Flüchtlinge im Nebel" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Trostlos liegt das Dorf der Flüchtlinge im Nebel. </span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Schließlich sehen wir &#8211; etwa einen Kilometer vom Straßenrand entfernt &#8211; eine Ansiedlung von Hütten, die auf den ersten Blick wie ein altes Dorf wirkt. Wir sind in Bariquab. Ein öder Landstrich ohne Baum oder Strauch. Der Regen, den das Land so dringend braucht, hatte am Abend zuvor begonnen und macht die Landschaft nun noch trostloser. </p>
<p><strong>Es gibt keine Straße die direkt ins Dorf führt, nur Trampelpfade.</strong> Dem allradgetriebenen Fahrzeug wäre der Zugang schon möglich gewesen. Wir verzichten darauf und lassen uns von den herbeieilenden Dorfbewohnern über ihre Nöte aufklären. Sie sind von Pakistan, wo sie teilweise seit 20 Jahren lebten, mit ihren Familien zurück nach Afghanistan gekommen. Einige von ihnen mussten zunächst in den Ruinen von öffentlichen Gebäuden unterkommen. Jetzt haben sie, und das ist ja positiv, ein Stück Land bekommen. Außerdem Material, um ihre Häuser mit einer Latrine zu bauen. Auch ein Brunnen wurde für die rund 8000 Menschen errichtet.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/04/bariquab-fluechtlinge04.jpg" alt="Die Ältesten in Bariquab beklagen ihre Situation, keine Arbeit - kein Einkommen." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die Ältesten in Bariquab beklagen ihre Situation. </span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Die sechs Ältesten beklagen sich darüber, dass weder eine Straße, noch eine Schule oder eine Krankenstation zur Verfügung stehen.</strong> Das größte Problem für sie ist jedoch die Frage, wie sie in dieser trostlosen Gegend überleben sollen, wo sie keine Arbeitsmöglichkeit haben. Gut für den, der einer Arbeit als Tagelöhner in Kabul nachgehen kann. 60 Kilometer entfernt liegt die Afghanische Hauptstadt. Die wöchentlichen Einnahmen eines solchen Glücklichen, der Arbeit gefunden hat, liegt bei 10 US $ die Woche. Und wenn &#8220;nur&#8221; Mädchen in der Familie sind &#8211; wer ist dann in der Lage, soviel Einnahmen zu haben, um zu überleben?</p>
<p><div id="HighlightBoxBig" class="HbLeftBig clearfix"><div id="HbTopBig"><span class="HbHlBig">Autor Erich Lischek</span></div><div id="HbBtmBig">Erich Lischek ist der Geschäftsführer von ADRA Deutschland und leitet seit 1986 die Geschicke der Hilfsorganisation. Er war bereits mehrfach in Afghanistan, zuletzt im März 2008 zusammen mit Fotojournalistin Ursula Meissner. </div></div></p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/04/bariquab-fluechtlinge03.jpg" alt="Zwei Flüchtlingsjungen erzählen uns von ihrer Situation." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Zwei Flüchtlingsjungen erzählen uns von ihrer Lage. </span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Plötzlich rauscht ein amerikanischer Armeekonvoi vorbei. Gepanzerte Fahrzeuge, die hier patrolieren. Ich frage mich: <strong>&#8220;Wird dieses Land Afghanistan durch Militäreinsätze oder eher durch den Einsatz von NGO&#8217;s wie uns als ADRA eine Chance haben? Werden die beiden Jungen eine Chance bekommen? Werden sie bessere Zeiten erleben?&#8221;</strong></p>
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