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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Literatur</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Interview mit der Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 05:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen haben wir im Afghanistan-Magazin das Goethe-Institut in Kabul vorgestellt. Wir freuen uns, dass wir die Leiterin Rita Sachse-Toussaint für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie ihre Sicht auf "das andere Afghanistan" beschreibt und aufzeigt, wo Afghanistan noch am meisten Unterstützung benötigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einigen Tagen haben wir im Afghanistan-Magazin das </strong><a target="_blank" href="http://afghanistan.adra.de/das-goethe-institut-in-kabul-afghanistan/" title="Goethe-Institut in Kabul, Afghanistan"><strong>Goethe-Institut in Kabul</strong></a><strong> vorgestellt.</strong> Wir freuen uns, dass wir die Leiterin des Goethe-Instituts, <strong>Rita Sachse-Toussaint</strong>, für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie ihre Sicht auf &#8220;das andere Afghanistan&#8221; beschreibt und aufzeigt, wo Afghanistan noch am meisten Unterstützung benötigt.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/rita-sachse-toussaint_leiterin-goethe-institut-kabul_afghanistan.jpg" alt="Die Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul, Rita Sachse-Toussaint" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul, Rita Sachse-Toussaint.</span><span class="ImageTextC">© Goethe-Institut Kabul</span></div></p>
<p><strong>Frau Sachse-Toussaint, Sie leiten das Goethe-Institut in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Was sind die Aufgaben des Goethe-Instituts und wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?<br />
</strong> <br />
In Afghanistan wächst eine junge Generation heran, die sowohl die in weiten Teilen verschüttete eigene traditionelle Kultur beleben will, als auch in allen kreativen Bereichen nach eigenen und neuen Ausdrucksformen sucht. Da Schulen und Universitäten über Jahre kaum funktionierten, fehlt es an Wissen und Können, so dass diese Suche nur mit Hilfe von außen möglich ist.</p>
<p>Das <a target="_blank" href="http://www.goethe.de/ins/af/kab/deindex.htm" title="Goethe-Institut in Kabul, Afghanistan">Goethe-Institut</a> unterstützt mit seinen Aktivitäten im Kulturbereich die Qualifizierung von Kulturschaffenden, in der Bibliotheks- und Informationsarbeit die Aus- und Fortbildung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und in der Bildungskooperation mit Schulen und Universitäten die Qualifizierung von Lehrkräften.<br />
 <br />
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Durchführung von Sprachkursen auf unterschiedlichen Niveaustufen. Das Interesse an der deutschen Sprache ist groß. Die Zahl der Deutschlerner ist auf über 3000 pro Jahr gestiegen und hat sich damit verdoppelt.<br />
 <br />
Unsere Schwerpunkte im Kulturbereich sind die Sparten Film, Fotografie, Literatur und Theater. So haben wir zum Beispiel in diesem Jahr das 5. Nationale Theaterfestival organisiert, das vom 23. bis 28. August in Kabul stattfand. 33 Theatergruppen aus ganz Afghanistan nahmen daran teil. Die Theaterschaffenden bekommen hier eine Plattform für Kommunikation und Austausch innerhalb der afghanischen Theaterlandschaft. Gleichzeitig finden drei mehrwöchige Workshops zu den Themen Bühnenbildgestaltung, Ausdrucksformen im Theater und Puppentheater statt. Die Workshop-Leiter kommen aus Deutschland. Damit fördern wir den deutsch-afghanischen Kulturdialog und die weitere Qualifizierung von Künstlerinnen und Künstlern.<br />
 <br />
Im Puppentheater-Workshop wurde über vier Wochen mit Studentinnen und Studenten der Fakultät der Schönen Künste der Universität Kabul ein Stück erarbeitet, einschließlich der Herstellung der Puppen, das am Eröffungstag des Theaterfestivals Premiere hatte. Bei allen unseren Projekten legen wir großen Wert auf eine nachhaltige Wirkung. So ist aus dem Kreis der Workshop-Teilnehmenden ein Puppentheaterensemble hervorgegangen, das wir in den nächsten Jahren weiterhin betreuen.</p>
<p><strong>Im Buch von Frau Meissner geht es ja um &#8220;das andere Afghanistan&#8221;. Was können Sie uns über die bisher unbekannte Seite von Afghanistan sagen? </strong></p>
<p>Als ich Anfang 2008 nach Afghanistan kam, hatte ich die Bilder vor Augen, die wir alle aus den Medien kennen. Schon nach kurzer Zeit konnte ich diese Bilder durch ganz andere ersetzen, so wie sie im Buch von Frau Meissner zu finden sind: Überwältigende Landschaftsbilder, vor allem aber Bilder von freundlichen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Menschen.</p>
<p>Um es einmal anders auszudrücken: Wenn ich aus dem Bürofenster schaue, sehe ich durch Stacheldraht hindurch einen schön angelegten Park. Der Stacheldraht ist da, gleichwohl sehe ich deutlich die Bäume und Blumen in der Natur.</p>
<p><strong>Wie bewerten Sie in dieser Hinsicht das Buch von Frau Meissner?  <br />
</strong> <br />
Das Buch besteht aus eindrucksvollen, schönen Fotoaufnahmen, vernachlässigt aber keinesfalls die geschichtlichen Ereignisse, die Gewalt und den harten Alltag der Menschen. Frau Meissner ist es gelungen, die schöne und die dunkle Seite des Landes ausgewogen abzubilden.</p>
<p><strong>Wie können wir in Deutschland den Menschen in Afghanistan aus Ihrer Sicht am meisten helfen?<br />
</strong> <br />
Besonders wichtig ist die Förderung von Bildung und Ausbildung, denn sie ermöglicht den Aufbau einer Zivilgesellschaft und schafft Perspektiven. Schulen und Universitäten benötigen technische Ausstattung, Bücher und andere Unterrichtsmaterialien. Kunstschaffenden in den Bereichen Film, Theater, Bildende Kunst und Musik fehlt es ebenfalls an Materialien und technischer Ausstattung. Wichtig ist, dass Hilfsleistungen im Rahmen von Projekten gezielt und im Sinne der Nachhaltigkeit eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Frau Sachse-Toussaint, wir danken Ihnen für das Gespräch!</strong></p>
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