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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Kinder</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Neues Lächeln für Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 06:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den vergangenen Jahren wurde in den Boulevard-Magazinen der hiesigen Fernsehanstalten immer wieder darüber berichtet, wie Kinder  aus ärmeren Ländern in Deutschland operiert werden. Ganz bestimmt war auch Afghanistan das eine oder andere Mal dabei. In letzter Zeit wurden diesen Themen jedoch kaum noch Beachtung geschenkt &#8211; weder Afghanistan, noch kranken Kindern aus benachteiligten Ländern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den vergangenen Jahren wurde in den Boulevard-Magazinen der hiesigen Fernsehanstalten immer wieder darüber berichtet, wie Kinder  aus ärmeren Ländern in Deutschland operiert werden. Ganz bestimmt war auch Afghanistan das eine oder andere Mal dabei.</p>
<p>In letzter Zeit wurden diesen Themen jedoch kaum noch Beachtung geschenkt &#8211; weder Afghanistan, noch kranken Kindern aus benachteiligten Ländern. Dabei gibt es sich auch heute noch, die positiven, nennenswerten Taten &#8211; wie etwa jüngst an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).  In diesem Jahr (genauer gesagt am 19. Februar 2009) hat ein Ärzteteam <a title="Operation in Hannover" href="http://www.mh-hannover.de/46.html?&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[pS]=1230764400&amp;tx_ttnews[pL]=31535999&amp;tx_ttnews[arc]=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=1089&amp;tx_ttnews[backPid]=50&amp;cHash=c8e2d06500" target="_blank">die achtjährige Karimah aus Afghanistan operiert</a>, die an einer  Lippen-Kiefer-Gaumenspalte litt.</p>
<p>Mit Erfolg: Der kleinen Karimah aus Afghanistan wurde durch die Operation in Hannover buchstäblich ein neues Lächeln geschenkt. 10.000 Euro war es allen Beteiligten wert, um dem Mädchen ein normales Leben zu ermöglichen.</p>
<h3><strong>Kinder aus Afghanistan in Hannover</strong></h3>
<p>Die achtjährige Karimah war jedoch nicht das einzige Kind aus Afghanistan, das an der Medizinischen Hochschule Hannover  ärztlich behandelt wurde. Noch immer ist die medizinische Versorgung in dem Land am Hindukusch bei Weitem nicht an den Standard angepasst, den wir in Wohlstandsländern wie Deutschland gewohnt  sind. Nicht nur die Geräte fehlen, auch Medikamente und ausgebildetes Personal sind vielerorts Mangelware.</p>
<p>Der Aufenthalt der Kinder aus Afghanistan in Deutschland wäre sicherlich eine Meldung wert gewesen &#8211; angeblich leiden die Medien doch ohnehin dieser Tage unter dem Sommerloch, und damit an Nachrichtenmangel. Leider dringen solch positive Ergebnisse, wie es zu Beginn des Jahres an der Medizinischen Hochschule Hannover wurde, nicht bis an die breite Öffentlichkeit hervor. Der kleinen Karimah jedoch kann das natürlich egal sein &#8211; sie hat ihr Lächeln zurück gewonnen und kann hoffentlich ein unbeschwertes Leben in Afghanistan führen.</p>
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		<title>Allein gegen alle &#8211; Überlebenskampf in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 06:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es muss für uns unvorstellbar sein, was tausenden Menschen auf der Welt täglich passiert: Alles zu verlieren, was man hat. Egal ob Familie, Freunde, liebgewonnene Haustiere, Hab und Gut &#8211; wenn anderen Menschen innerhalb von Sekunden die gesamte Existenz unter den Füßen fortgerissen wird und sie wortwörtlich nur mit dem, was sie am Leibe tragen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es muss für uns unvorstellbar sein, was tausenden Menschen auf der Welt täglich passiert: Alles zu verlieren, was man hat. Egal ob Familie, Freunde, liebgewonnene Haustiere, Hab und Gut &#8211; wenn anderen Menschen innerhalb von Sekunden die gesamte Existenz unter den Füßen fortgerissen wird und sie wortwörtlich nur mit dem, was sie am Leibe tragen, auf der Straße stehen, können wir nur ungläubig den Kopf schütteln.</p>
<p>Wie soll das Leben nun weiter gehen? Auch in Afghanistan stellen sich jeden Tag unzählige Menschen diese Frage. Das Schicksal eines jungen Mädchens, dem es genau so ergangen ist, <a title="Bücher von Deborah Ellis" href="http://www.rga-online.de/xray/index.php?red=2&amp;artikel=109108696&amp;rubrik=xray" target="_self">beschreibt die Autorin Deborah Ellis in ihren Büchern</a>. </p>
<h3><strong>Der Afghanistankrieg macht Shauzia zum Waisen und Flüchtling, raubt ihr aber nicht ihre Hoffnung</strong></h3>
<p>Alles, was Shauzia nach dem Ausbruch des Krieges in Afghanistan bleibt, ist ihr Hund Jasper. Mit ihm zusammen rettet sie sich zunächst in ein Flüchtlingslager in Pakistan. Bald aber muss sie erkennen, dass sie von nun an völlig auf sich allein gestellt ist. Das Mädchen stellt sich seinem schwierigen Schicksal und kämpft für seine Freiheit &#8211; all dies wird von Ellis so eindringlich und überzeugend dargestellt, dass sich der Leser Shauzias täglichen Kampf ums Überleben nicht entziehen kann.</p>
<p>Deborah Ellis reflektiert in &#8220;<strong>Am Meer wird es kühl sein</strong>&#8221; auch ihre eigenen Erlebnisse: Ihrer eindringlichen Schilderung von Shauzias Überlebenskampf liegt die Erfahrung zugrunde, die die Autorin selbst in Flüchtlingslagern in Afghanistan gemacht hat. Sie verbrachte viele Monate in verschiedenen Flüchtlingslagern und ließ sich die Situation dort selbst von betroffenen Frauen und Kindern schildern. Mit ihrem Buch leistet sie jetzt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Lage dieser Menschen und regt durch die von ihr geschaffenen  intensiven Gefühlswelten <a title="Nachdenken über Lage der Flüchtlinge" href="http://www.frieden-fragen.de/10330.html" target="_self">zum Nachdenken an</a>.</p>
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		<title>Afghanische Frauen erfahren grenzübergreifende Hilfe</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was bewegt Menschen dazu, anderen, die sich in einer wesentlich schlechteren Situation befinden, aktiv zu helfen? In der Regel sind es einschneidende persönliche Erfahrungen. Auch Janice Eisenhauer und Carolyn Reicher haben diese Erfahrungen gemacht. Während ihres Studiums in Kanada kamen die jungen Frauen mit den strengen Gesetzen und der Unterdrückung afghanischer Frauen in Berührung &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was bewegt Menschen dazu, anderen, die sich in einer wesentlich schlechteren Situation befinden, aktiv zu helfen? In der Regel sind es einschneidende persönliche Erfahrungen. Auch Janice Eisenhauer und Carolyn Reicher haben diese Erfahrungen gemacht. Während ihres Studiums in Kanada kamen die jungen Frauen mit den strengen Gesetzen und der Unterdrückung afghanischer Frauen in Berührung &#8211; und beschlossen, etwas dagegen zu tun.</p>
<p>Um die Lage der Frauen in Afghanistan besser verstehen zu können, wandten sie sich an die kanadische Schriftstellerin Deborah Ellis. Diese hatte sich bereits <a title="Flüchtlinge Afghanistan" href="http://afghanistan.adra.de/ansiedlungsprogramm-von-fluechtlingen-in-bariquab/" target="_self">in verschiedenen Flüchtlingscamps</a> ein Bild von der Situation machen können, in der afghanische Frauen leben. Beeindruckt von ihren Schilderungen gründeten Janice Eisenhauer und Carolyn Reicher die Organisation &#8220;<a title="Canadian Women for Women in Afghanistan" href="http://www.cw4wafghan.ca" target="_blank">Canadian Women for Women in Afghanistan</a>&#8220;.</p>
<p><strong>Bildung = Frieden: Eine Rechnung, die jedes Schulkind versteht </strong></p>
<p>Die Organisation hat sich dem Ziel verschrieben, die Rechte der Frauen in Afghanistan zu sichern und Frauen und Kinder zu fördern. Dies bezieht sich besonders auf die Sicherung einer schulischen Ausbildung, durch die den Aufbau der Schule, der Übernahme von Lehrergehältern oder beispielsweise durch die Errichtung von Bibliotheken. Fast ein Dutzend Projekte betreut CW4WAfghan zur Zeit &#8211; ein Ende des Engagements ist nicht in Sicht.</p>
<p>Und weil die Rechnung „Bildung = Frieden&#8221; eigentlich ganz einfach ist, unterstützt die Organisation zudem die Initiative &#8220;<a title="Little Women" href="http://www.littlewomenforlittlewomen.com" target="_blank">Little Women for Little Women in Afghanistan</a>&#8220;, die die Bildung junger Mädchen in Afghanistan fördert. Was persönliches Engagement also alles bewirken kann, das zeigt sich am Beispiel der beiden kanadischen Frauen, die die Situation afghanischer Frauen nicht mehr tatenlos mit ansehen wollten, sondern selbst aktiv geworden sind &#8211; und uns vor Augen führen, dass menschliche Hilfe nicht an der eigenen Türschwelle oder einer Ländergrenze endet.</p>
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		<title>Märchen aus Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 06:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie wir all wissen, ist das Märchen von Afghanistan leider noch nicht wahr geworden. Die internationale Gemeinschaft arbeitet gemeinsam mit den Menschen im Land am Hindukusch daran, dass dieses Ziel in der Zukunft erreicht wird. Aus diesem Grund ist an dieser Stelle auch nicht vom Märchen in Afghanistan die Rede, sondern gleich von mehreren Märchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie wir all wissen, ist das Märchen von Afghanistan leider noch nicht wahr geworden.</strong> Die internationale Gemeinschaft arbeitet gemeinsam mit den Menschen im Land am Hindukusch daran, dass dieses Ziel in der Zukunft erreicht wird.</p>
<p>Aus diesem Grund ist an dieser Stelle auch nicht vom Märchen <strong>in</strong> Afghanistan die Rede, sondern gleich von mehreren Märchen <strong>aus</strong> Afghanistan. Wir alle kennen die Geschichten der Gebrüder Grimm aus unserer Kindheit. Außerhalb der uns bekannten Welt der Sagen und Märchen existieren natürlich noch anderen faszinierende Themen und Figuren, denen Sie sich durchaus einmal widmen sollten.</p>
<p>Die <strong>Märchen aus Afghanistan</strong> etwa bieten genau den Stoff, aus dem Märchen aus <em>Tausend und einer Nacht </em>geschnitzt sind. Auch wenn sich die Geschichten aus dem Land am Hindukusch natürlich anderer Motive bedienen und sich auch in  ihrer Handlung von den Märchen etwa der Gebrüder Grimm unterscheiden, so beinhalten auch sie eine Botschaft, von der Kinder etwas lernen können.</p>
<h3><strong>Entdecken Sie die faszinierende Märchenwelt von Afghanistan</strong></h3>
<p>Ebenso wenig, wie an dieser Stelle die Märchen der Gebrüder Grimm gedeutet werden, finden Sie im folgenden Interpretationen der Märchen aus Afghanistan. Schließlich soll es darum gehen, den Hintersinn der Handlungen gemeinsam mit den eigenen Kindern herauszufinden. Tatsächlich können wir als Erwachsene noch etwas von Märchen lernen, mindestens aber wiederentdecken &#8211; seien sie nun von den Gebrüdern Grimm oder aus Afghanistan.</p>
<p>Einige Beispiele <a title="Märchen aus Afghanistan" href="http://www.afghan-aid.de/index.htm" target="_blank">besonders schöner Märchen aus Afghanistan</a> sollen jedoch erwähnt werden; &#8220;Das chinesische Zicklein&#8221; etwa, oder aber &#8220;Das schöne Mädchen und der Riese&#8221;. Auch im Märchen &#8220;Der Prinz und der reife Apfel&#8221; taucht ein Motiv auf, das wir in unserer Märchenkultur natürlich kennen &#8211; welches, muss Ihnen wohl kaum gesagt werden&#8230;</p>
<p>Zwischen den Märchen der Gebrüder Grimm und den faszinierenden Geschichten aus Afghanistan lassen sich also durchaus einige Gemeinsamkeiten entdecken. Doch auch die Unterschiede sorgen ganz bestimmt für staunende Gesichter Ihrer Kinder &#8211; und wer weiß, vielleicht auch bei Ihnen. <strong>Viel Spaß auf Ihrer Entdeckungsreise durch die Märchenwelt aus Afghanistan!</strong></p>
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		<title>Bogol Bazi und andere Kinderspiele in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 27 May 2009 06:00:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Deutschland haben wir eine ganze Reihe von Spielen, die man zwischendurch spielen kann. Egal ob zu Hause oder während der Autofahrt auf der Rückbank &#8211; insbesondere  für Kinder  sind die Möglichkeiten schier grenzenlos. In Afghanistan ist die Anzahl der Spiele, die für die nötige Abwechslung und Entspannung sorgen, ungleich geringer. Dennoch hat sich auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland haben wir eine ganze Reihe von Spielen, die man zwischendurch spielen kann. Egal ob zu Hause oder während der Autofahrt auf der Rückbank &#8211; insbesondere  für Kinder  sind die Möglichkeiten schier grenzenlos. In Afghanistan ist die Anzahl der Spiele, die für die nötige Abwechslung und Entspannung sorgen, ungleich geringer. Dennoch hat sich auch im Land am Hindukusch eine Tradition aus Brett- und Gesellschaftsspielen herausgebildet, deren Erwähnung sich lohnt.</p>
<p>Natürlich können die Menschen in Afghanistan nicht einfach in den Spielzeugwarenladen gehen und sich das neueste Spiel aus dem Regal ziehen. An Computerspiele ist in weiten Teilen des Landes erst recht nicht zu denken &#8211; schließlich sind nicht einmal Computer vorrätig.</p>
<p>Not macht bekanntlich erfinderisch &#8211; schon aus diesem Grunde darf man davon ausgehen, dass sich die Menschen aus Afghanistan eine Menge haben einfallen lassen, um sich den Alltag zu versüßen. Einige dieser Spiele mögen aus unserer Sicht recht befremdlich erscheinen &#8211; was zum einen an der doch verschiedenartigen Kultur und den Traditionen liegt, zum anderen aber auch daran, dass  wir hierzulande einfach verwöhnt sind und mit Spielen förmlich überschüttet werden.</p>
<h3><strong>Wurf- und Würfelspiele in Afghanistan</strong></h3>
<p>Auch in Afghanistan gibt es Wurf- und Würfelspiele &#8211; anders als bei dem hier so beliebten Spiel <em>Kniffel</em> werfen die Menschen am Hindukusch im Falle von <em>Bogol Bazi</em> jedoch keine Würfel, sondern Knöchel von Kamelen oder Schafen. Anstelle von Zahlen kommen bei diesem Spiel Pferd, Esel, Tschak und Pok zum Einsatz; gespielt wird mit zwei Knöcheln, wobei nur ganz bestimmte Kombinationen gewinnen.</p>
<p>Vom  Prinzip her unterscheidet sich das Spiel <em>Bogol Bazi</em> somit gar nicht so den einfacheren Gesellschaftspielen, die in Deutschland tagtäglich gespielt werden. Auch <em>Zanjier</em> (Kette) ist ein Spiel, bei dem Kinder eine Kette bilden, um schließlich nacheinander trommelnd oder Schalmei spielend unter den Armen der anderen Kinder durchzulaufen (so  die stark verkürzte Anleitung des traditionsreichen Spiels in Afghanistan).</p>
<p>In Afghanistan gibt  es eine ganze Reihe weiterer Kinderspiele, die in Schulen und in der Freizeit der Kinder Anwendung finden. Trotz der vorhandenen Unterschiede stellt man auch bei diesen Spiele häufig fest, wie ähnlich sie der deutschen Spielmentalität durchaus sind. Es lohnt sich also, auch hier auf Entdeckungsreise zu gehen und das eine oder andere Spiel vielleicht einmal selbst auszuprobieren.</p>
<p><strong>Weitere Kinderspiele aus Afghanistan finden Sie auf </strong><a href="http://www.afghan-aid.de/index.htm"><strong>www.afghan-aid.de</strong></a><strong>.</strong></p>
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		<title>Skaten in Afghanistan &#8211; die Bretter, die die Welt bedeuten</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 07:00:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Entwicklungshilfe mal anders: Skateistan lädt zum friedlichen Miteinander ein. Eigentlich hat Travis Beard nur das getan, was er sonst auch tut: Skateboard fahren. Seit seinem sechsten Lebensjahr steht der Australier auf den Bretter, die für ihn die Welt bedeuten. Und seit vielen Jahren reist er mit zwei Freunden um den Globus, sein Skateboard immer mit dabei. Doch dieses Mal war irgendwas anders. Travis und seine Freunde fuhren durch Afghanistans Hauptstadt Kabul, als sie von den afghanischen Jungen angesprochen wurden mit der Bitte, sie zu unterrichten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Entwicklungshilfe mal anders: Skateistan lädt zum friedlichen Miteinander ein. <span style="font-weight: normal;">Eig</span><span style="font-weight: normal;">entlich hat der Travis Beard nur das getan, was er sonst auch tut: Skateboard fahren. Seit seinem sechsten Lebensjahr steht der Australier auf den Bretter, die für ihn die Welt bedeuten. Und seit vielen Jahren reist er mit zwei Freunden um den Globus, sein Skateboard immer mit dabei. Doch dieses Mal war irgendwas anders. Travis und seine Freunde fuhren durch Afghanistans Hauptstadt Kabul, als sie von den afghanischen Jungen angesprochen wurden mit der Bitte, sie zu unterrichten<strong>.</strong></span></strong></p>
<h3><strong>Verständnis und Respekt &#8211; was sich wie ein Märchen anhört, soll jetzt in Kabul Wirklichkeit werden</strong></h3>
<p>Seit dem ist der mittlerweile 34 Jährige sesshaft geworden in Afghanistan. Er hat die Bitte der Jungen nicht abgelehnt, sondern ihnen sein Board geliehen und ihnen das skaten beigebracht. Was afghanische Jugendliche bisher höchstens aus dem Fernsehen kannten, wurde auf Kabuls Straßen  Realität: Mittlerweile kommen fast drei Dutzend Kinder regelmäßig zu Travis&#8217; Unterrichtsstunden. Aus dem Weltenbummler ist ein Lehrer geworden. Gemeinsam mit seinen Freunden hat er <a title="Skateistan" href="http://skateistan.org">„Skateistan&#8221;</a> erschaffen &#8211; eine Art Entwicklungseinrichtung für afghanische Jugendliche.</p>
<p>In Skateistan ist jeder willkommen, egal welche Hautfarbe er hat, welchen ethnischen Hintergrund und welches Geschlecht. Dass mittlerweile die Hälfte aller Teilnehmer Mädchen und junge Frauen sind, freut Travis besonders. Da der Sport in Afghanistan vollkommen unbekannt ist und keine geschlechtsspezifischen Stereotype vorhanden sind, kann Skateboarden durchaus auch ein Frauensport sein. Die Jugendlichen, egal ob Mädchen oder Jungen, sollen kulturübergreifende Kontakte knüpfen, Verständnis und Respekt spielerisch erlernen und eine Plattform zum Austausch und einen gewaltfreien Umgang miteinander haben. Symbolisch dafür zerbricht ein Skater auf dem Logo von Skateistan <a title="Logo Skateistan" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/623/314522/text/">mit seinem Board ein Maschinengewehr.</a></p>
<h3><strong>Australier geben afghanischen Jugendlichen Skateunterricht und überwinden damit kulturelle Grenzen</strong></h3>
<p>Natürlich könnten die Jugendlichen Übungsstunden bei Travis Beard und seinen Freunden nicht bezahlen. Die Australier leihen den Schülern deshalb ihre Skateboards und Ausrüstungen während dieser Zeit aus. Trotzdem haben sie sich große Ziele gesetzt: Sie wollen die Möglichkeit, zu skaten, im ganzen Land schaffen und den Jugendlichen andere Anreize für ihre Zukunft geben als Krieg und Waffengewalt. Viele Kinder und Jugendliche müssten sonst hart arbeiten oder betteln, um ihre Familie mit zu ernähren &#8211; ihre verlorene Kindheit nachzuholen ist ein weiteres Ziel von Skateistan. Den Anfang soll ein großer <a title="Indoor-Skatepark" href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,563856,00.html">Indoor-Skatepark</a> in Kabul machen.</p>
<p>Um ihre ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen, sind Travis und seine Freunde allerdings noch auf Hilfe von Außen angewiesen. So bitten sie beispielsweise Skater in anderen Ländern um deren gebrauchte Ausrüstung. Obwohl es für sie schwierig ist, finanzielle Unterstützung der Regierungen zu bekommen &#8211; ihr Entwicklungsprojekt entspricht schließlich nicht der gängigen Vorstellung von Auslandshilfe &#8211; haben die Australier schon einen großen Partner für ihr Ziel gewinnen können: die DHL will die gesammelte Ausrüstung kostenfrei nach Afghanistan schiffen.</p>
<h3><strong>Auch „Titus&#8221; unterstützt das Projekt Skateistan mit einer Sammelaktion</strong></h3>
<p>Der Aufruf zeigt Wirkung: Titus Dittmann, Gründer des weltgrößten Herstellers für Skaterbekleidung, ist „elektrisiert&#8221; von Skateistan und beteiligt sich aktiv an der <a title="Titus sammelt für Skateistan" href="http://www.titus.de/screen.phtml?screen=ne_showentry&amp;ForumID=330&amp;MainPostingID=7957171">Umsetzung des ehrgeizigen Projektes</a>. Im Skatepark in Münster sammelten er und seine zahlreichen Schützlinge alles, was den Jugendlichen in Afghanistan zu Gute kommen kann. Über 150 Boards und kistenweise Material und Ausrüstung kamen so zusammen. Die insgesamt zwei Tonnen Material gingen bereits im Januar <a title="Reportage Skateistan" href="http://www.n24.de/news/newsitem_4871346.html">unter der persönlichen Begleitung von Titus und dem Sender n24 nach Kabul</a>. <strong>Ein Hoffnungsschimmer für die Jugendlichen in Kabul und den Rest des Landes &#8211; denn sie sind Afghanistans Zukunft.</strong></p>
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		<title>Kinder für Afghanistan: Ein Radioprojekt</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 07:00:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie gehen Kinder eigentlich mit politischen Themen um? Lassen sie sie überhaupt an sich heran? Gerade bei so schwierigen Themen wie Afghanistan zeigt sich: Kinder sind außergewöhnliche Journalisten, die genau wissen, welche Fragen sie zu stellen haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie gehen Kinder eigentlich mit politischen Themen um? Lassen sie sie überhaupt an sich heran? Gerade bei so schwierigen Themen wie Afghanistan zeigt sich: Kinder sind außergewöhnliche Journalisten, die genau wissen, welche Fragen sie zu stellen haben. </strong></p>
<p>Ein wirklich interessantes Projekt, was zwei Studentinnen der Universität Dortmund in einer vierten Klasse einer Grundschule durchgeführt haben: <a title="Kinder machen Radio über Afghanistan" href="http://www.aplerbecker-mark-gs.de/index.php?session=4154d52bb35f27aac686b399f38888f4&amp;menu_id=34" target="_self">Kinder machen Radio</a>, und stellen sich und an andere  &#8220;ganz nebenbei&#8221; wichtige Fragen zu Afghanistan. Auch, wenn den Schülern die politischen Zusammenhänge nicht bewusst sein können &#8211; sie haben in jedem Fall verstanden, wie sehr die Menschen in Afghanistan durch den Krieg gelitten haben. Die Bereitschaft, sich für die Hilfsbedürften einzusetzen, ist indes ungleich höher.</p>
<h3>Radioprojekt über Afghanistan: Ein Beispiel, das Schule machen sollte</h3>
<p>Dieses Beispiel in der Dortmunder Schule sollte in der Tat in ganz Deutschland Schule machen: Kinder werden leider in der Regel aus diesen doch so wichtigen, politischen Angelegenheiten herausgehalten. Afghanistan &#8211; dieses Thema ist für uns alle nicht immer leicht; regelmäßig werden wir mit Negativschlagzeilen konfrontiert. </p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-490" title="Kinder für Afghanistan - Radio-Projekt" src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2009/03/kinder-fuer-afghanistan.jpg" alt="Kinder für Afghanistan - Radio-Projekt" width="605" height="200" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ein Beispiel, das Schule machen sollte: Radioprojekt Kinder für Afghanistan </span><span class="ImageTextC">© <a title="Aplerbecker-Mark-Grundschule Dortmund" href="http://www.aplerbecker-mark-gs.de/index.php?session=4154d52bb35f27aac686b399f38888f4&amp;menu_id=34" target="_blank">Aplerbecker-Mark-Grundschule</a></span></div></p>
<p>Dabei ist es der eigenen Identitätsfindung dienlich, sich mit Politik und Kultur auseinandersetzen &#8211; auch wenn dabei manchmal schwierige Themen auf den Unterrichtsplan gerufen werden. Statt &#8220;von oben herab&#8221; zu unterrichten, werden die Kinder eingebunden, und können den &#8220;Unterricht&#8221; sogar aktiv gestalten &#8211; das Beispiel der zwei Studentinnen in Dortmund zeigt, wie sehr Kinder von einer solchen Aktion profitieren können.</p>
<h3>Afghanistan und seine Kultur: Ein Höhepunkt für die Viertklässler</h3>
<p>Ein Höhepunkt für die Schülerinnen und Schüler der Aplerbecker-Mark-Grundschule war sicherlich der Besuch in einer Moschee in Dortmund. Die so gewonnenen Eindrücke  konnten schließlich in den Interviews  mit einfließen und rundeten das Projekt &#8220;Kinder für Afghanistan&#8221; ab.</p>
<p>Schon Herber Grönemeyer erkannte in seinem Lied &#8220;Kinder an die Macht&#8221; das Potential gerade der jüngeren, vermeintlich unmündigen Generation. Wann und wie wir unsere Kinder mit Krieg, Unruhen und Elend konfrontieren, ist sicherlich eine Frage, über die sich vortrefflich streiten lässt. <strong>Sicher ist jedoch, dass wir unseren Kindern weitaus mehr &#8220;zumuten&#8221; können, als wir denken. Bereits Grundschüler gehen mit für uns häufig so schwierigen Themen wie Afghanistan wesentlich unkomplizierter um &#8211; eigentlich können wir uns eine Scheibe davon abschneiden.</strong></p>
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		<title>Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 10:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zuerst hatte ich es nicht bemerkt. Wer schenkt einer Garage, die scheinbar immer verschlossen ist, schon besondere Aufmerksamkeit! Ich war erst seit einigen Tagen in Kabul und so war die Garage auf dem Grundstück von ADRA Afghanistan nichts besonderes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zuerst hatte ich es nicht bemerkt.</strong> Wer schenkt einer Garage, die scheinbar immer verschlossen ist, schon besondere Aufmerksamkeit?! Ich war erst seit einigen Tagen in Kabul und so war die Garage auf dem Grundstück von ADRA Afghanistan nichts besonderes.</p>
<p>Als ich eines Tages zu einem Meeting gehen musste und auf das Taxi wartete, stand die Garagentür offen und Kinder rannten aus der Garage auf die Straße. Als sie mich sahen, konnte man ihren kleinen grauen Zellen entnehmen, dass sie bei mir Süßigkeiten oder irgendetwas anderes Leckeres vermuteten, das ich ihnen geben würde. Leider war ich nicht darauf vorbereitet und so gingen sie leer aus.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/armut-in-afghanistan_die-garage-als-zuhause01.jpg" alt="Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause</span><span class="ImageTextC">© Fritz Neuberg</span></div></p>
<p><strong>In der Garage lebte eine ganze Familie, Großeltern, Eltern, Kinder.</strong> In der Mitte hing ein Vorhang, hinter dem man sich umziehen konnte und &#8211; wie man mir sagte &#8211; in der Nachts die Frauen schliefen. ADRA Afghanistan hatte das Grundstück zwar gemietet, aber der Vermieter hatte auch die Garage &#8220;geschäftstüchtig&#8221; zusätzlich an eine Familie vergeben.</p>
<p>Durch die ungeheure Armut in Afghanistan spielt sich auch in Kabul ein Phänomen ab, dass man in allen Ländern beobachten kann, die unter Armut leiden: Die Armen ziehen in die großen Städte auf der Suche nach Arbeit. Afghanistan hat durch den Krieg alles verloren. Auf dem Land gibt es kaum Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der einzige Ort, wo man sich noch Einkommen erhofft, sind die Städte.</p>
<p>So ziehen diese Arbeitssuchenden samt Familie unter anderem in die <a href="http://afghanistan.adra.de/stadtportrait-kabul-die-hauptstadt-von-afghanistan/" title="Kabul, Hauptstadt von Afghanistan">afghanische Hauptstadt Kabul</a>. Viele von ihnen sind Tagelöhner, die sich in der Frühe an bestimmten Punkten in der Stadt aufstellen – meist einem Kreisverkehr – und dort auf Leute warten, die ihnen Arbeit anbieten. Glücklich, wer da noch eine Garage als &#8220;Wohnung&#8221; erhaschen kann. Trotzdem versucht mancher Vermieter trotz dieser schwierigsten Umstände noch den letzten Tropfen Geld aus den Mietern &#8220;herauszupressen&#8221;.</p>
<p>In den nächsten Tagen hatte ich immer etwas in meiner Tasche, wenn ich aus dem Haus ging. Meist waren es Süßigkeiten, ein anderes Mal ein Kugelschreiber, ein Block. Für mich nichts Außergewöhnliches, für die Kinder aber ein kleines Fest der Freude.</p>
<p><strong>Eines Tages war die Familie verschwunden.</strong> Es hatte etwas mit dem Vermieter zu tun, sagte man mir. Genaueres wusste man nicht. Die Garage blieb leer. Ich war traurig und frustriert. Es war die Ohnmacht, dass man ohne finanzielle Unterstützung zusehen muss, wie die Ärmsten der Armen immer wieder Opfer werden.</p>
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		<title>Afghanen unter sich &#8211; Freizeit in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 05:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fahrt zum Freizeitpark von Kabul am Freitag, der unserem Sonntag entspricht - dem wöchentlichen Feiertag der Moslems - habe ich mir anders vorgestellt. Zunächst geht es durch enge Gassen. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Dazu aufgewirbelter Staub, der nach Diesel schmeckt. Immer wieder bleibt irgendein Auto stehen, manche mit platten Reifen auf dem weichen Sand. In diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Fahrt zum Freizeitpark von Kabul am Freitag, der unserem Sonntag entspricht - dem wöchentlichen Feiertag der Moslems - habe ich mir anders vorgestellt. </strong>Zunächst geht es durch enge Gassen. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Dazu aufgewirbelter Staub, der nach Diesel schmeckt. Immer wieder bleibt irgendein Auto stehen, manche mit platten Reifen auf dem weichen Sand.</p>
<p>In diesem Stau kommen selbst die Fahrräder und die Motorräder nicht weiter. Das ist das Signal für Scharen von Bettlerinnen und Bettlern sich auf die Ausflügler zu stürzen, denn nur wer mehr Geld als der Durchschnitt hat, kann sich diese Reise in die Hügel überhaupt leisten.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/freizeit_afghanistan01.jpg" alt="Ihre Freizeit verbringen die Menschen in Afghanistan gerne zusammen." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ihre Freizeit verbringen die Menschen in Afghanistan gerne zusammen.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Ziel ist ein Paradies an einem kleinen blauen See, der von grünen Bäumen eingerahmt ist. Es gibt Schaukeln für die Kinder und sogar ein Karussell, daneben kleine Restaurants, in denen selbstverständlich kein Bier, sondern grellbunte Limonade und Mineralwasser ausgeschenkt werden. Am See sind Pavillons mit farbiger Bespannung aufgestellt. Viele der Gäste breiten jedoch unter den Bäumen Decken aus, verspeisen dort das mitgebrachte Essen und tanzen zu indischer oder arabischer Musik.</p>
<p>Weil es auch in der Hauptstadt Kabul nur unregelmäßig Strom gibt, sind sie daran gewöhnt, Radios und Kassettenrekorder an ihre Autobatterien anzuschließen. Die Batterien bauen sie mit großer Selbstverständlichkeit aus, als ob das in der Gebrauchsanweisung für die Musikapparate stünde. Die Männer tummeln sich im angenehm warmen, türkisfarbenen Wasser.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/freizeit_afghanistan02.jpg" alt="Ein Sprung ins kühle Nass ist meistens nur den Männern vorbehalten" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ein Sprung ins kühle Nass ist meistens nur den Männern vorbehalten.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Obwohl es angeblich für die Frauen einen ganz besonderen, hochgeschlossenen Badeanzug geben soll, der die Schenkel und die Knie bedeckt, geht keine Frau ins Wasser. Die meisten bereiten der Familie das Picknick zu. Sie bewegen sich hier ohne Burka. Wer mutig ist – denn die meisten Afghanen können nicht schwimmen – und es sich darüber hinaus leisten kann, leiht sich eines der farbigen Tretboote aus, die Schwänen nachgebildet sind – die einzigen Schwäne auf dem See.</p>
<p>Unter den Taliban war dieser Vergnügungspark geschlossen. &#8220;Nicht einmal Musik war damals in der Öffentlichkeit erlaubt&#8221;, erzählt mir Mohammed Sharif, ein Geschäftsmann aus Kabul. Aber auch ohne Taliban halten Ausländer augenscheinlich den Ausflug zu dem idyllischen See für zu gefährlich. <strong>Die Afghanen sind hier ganz unter sich.</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Es war die Lerche und nicht die Nachtigall!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Aug 2008 05:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein herrliches Erwachen heute! Die Luft was so kühl und rein, und bevor noch irgend ein Spatz in unserem Garten tschirpte, jubelte plötzlich eine Vogelstimme ihr Morgenlied in die Welt hinaus. Erst zaghaft und dann voller Überzeugung. Ich bin kein Vogelkenner, ich habe keine Ahnung, wie der trillerndeVogel aussieht oder wie er heißt. Ich weiß nicht einmal, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein herrliches Erwachen heute!</strong> Die Luft was so kühl und rein, und bevor noch irgend ein Spatz in unserem Garten tschirpte, jubelte plötzlich eine Vogelstimme ihr Morgenlied in die Welt hinaus. Erst zaghaft und dann voller Überzeugung. Ich bin kein Vogelkenner, ich habe keine Ahnung, wie der trillerndeVogel aussieht oder wie er heißt. Ich weiß nicht einmal, ob es in Afghanistan überhaupt Lerchen gibt. Aber ich habe das Lied verstanden: &#8220;Die Welt ist schön, ich bin glücklich, ich habe wieder Futter, ich habe wieder grüne Bäume. Diese Dankbarkeit möchte ich mit der ganzen Welt teilen.&#8221; Und wie ich sein Glück teilte! Solche Momente sind rar, besonders im jetzigen Afghanistan. Es ist wie das Lächeln in einem Kindergesicht oder das Aufleuchten in den Augen einer Frau, die an einem Kurs teilnehmen darf.<br />
 <br />
Unsere Büsche im Garten sind ein Spatzenparadies. Im Frühjahr schwatzen sie uns die Ohren voll, jegliche Morgenruhe ist dahin. Ich kenne auch das Glucksen unserer Hennen, alles bekannte und alltägliche Geräusche. Aber dieses einzigartige Morgenlied war wie ein Hoffnungsschimmer, dass es in jeder Spezies immer wieder einmalige Aussenseiter gibt, die den Mut haben, etwas Außergewöhnliches zu tun. Sie tun es nicht, um aufzufallen oder weil sie ein Lob suchen. Sie tun es, weil sie nicht anders können, als das zu tun, was ihnen ihre innere Kraft eingibt.</p>
<p>Ich bewundere solche Vögel, solche Blumen und vor allem solche Menschen. Ich habe hier in Afghanistan viele kennengelernt, eine von ihnen ist ein kleines Mädchen. Sie sind den &#8220;Lerchengesang&#8221; ebenfalls, ohne es zu wissen. <strong>Das Mädchen ist nur elf Jahre alt. Seit drei Jahren geht es zur Schule.</strong></p>
<p>Alles normal denkt Ihr vielleicht. Lasst mich die Schule beschreiben: Wenn man von Kabul 8-10 Stunden mit dem Vierradantrieb über Holperstrassen in die Berge schottert, dann kommt man ins Zentrale Hochland. Dort muss man nochmals mindestens 4-5 Stunden mit einem 6-Rad Antrieb durch einen Fluss fahren, über Dämme und kleine Stauwehrs, dann hört die Flussstrasse auf. Dort angekommen, muss man auf einen Esel umsteigen oder 2-3 Stunden über Berg und Tal bis zum Schulhaus gehen. Diesen Schulweg macht das elfjährige Mädchen jeden Tag, seit drei Jahren. Jeden Tag fünf Stunden Schulweg, bei größter Hitze, bei jedem Wetter.</p>
<p><strong>Die Schule hat ein blaues Himmeldach und die Wände bestehen aus Sonnenschein.</strong> Die Lehrerin selber ist sechs Jahre zur Schule gegangen, kann nur weitergeben, was ihr Lehrer sie damals lehrte. Didaktik und Methodik sind unbekannte Laute einer unbekannten Welt. Hier baut ADRA ein Schulhaus, mit Hilfe der Eltern der 500 Schulkinder. Es wird &#8220;ihre Schule&#8221; sein. Sie freuen sich unglaublich. Endlich sind sie nicht mehr das vergessene Volk in den Bergen, jemand hilft ihnen, die Flügel zu öffnen!</p>
<p>Sie leben in kleinen grünen Oasen, die mitten in den grauen Felszerklüftungen des Zentralen Hochlandes verstreut liegen, dort wo Wasser ein kärgliches Überleben erlaubt. Nur die Stärksten überleben – wie mein kleines Mädchen, das so tapfer um seine Bildung kämpft. Jeden Tage eine neue Heldentat – den langen Schulweg, ohne Wasser oder Vespertäschchen, mit Tee und Nan zum Frühstück und Reis und Bohnen zum Abendessen. Eine kleine, heldenhafte Lerche im Gebirge des Hindukush.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/schule-in-den-bergen_afghanistan01.jpg" alt="Eine Schule in den Bergen im Zentralen Hochland von Afghanistan." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Eine neue Schule in den Bergen im Zentralen Hochland von Afghanistan.</span><span class="ImageTextC">© ADRA Deutschland</span></div></p>
<p><strong>Wie hat Erich Kästner so schön gesagt: &#8220;Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!&#8221;</strong> Wir freuen uns, dass wir Geld für diese Schule bekommen haben. Heute senden wir den zweiten Lastwagen mit notwendigem Baumaterial auf den Weg. Die letzten zwei Stunden muss alles auf den Lastesel umgeladen werden und dann marschieren die Tiere 3 Stunden in der brütenden Sonne. Es ist ein enormes Unterfangen, aber es bringt eine riesige Freude, einen Stolz, dass das neue Schulhaus ein richtiges Dach und richtige Wände haben wird, dass sie nun schon eine Wandtafel besitzen, dass wir einen Lehrer-Weiterbildungskurs veranstalten werden. <strong>Die Lerche breitet ihre Flügel aus – bald wird sie fliegen!</strong></p>
<p>Vergangene Woche habe ich das Projekt besucht, wo wir Waisenkinder in Fahrrad-Mechanik ausbilden. Leider hatte ich die Kamera nicht bei mir – es war ein herrliches Bild! In der Morgenfrische saßen etwa fünfzehn Jungen um den Lehrer, der ihnen beibrachte, wie man die Speichen am Rad anzieht, sie müssen nämlich 45 Fahrräder aus den einzelnen Teilen zusammensetzen. Sie waren ernsthaft bei der Sache und zählten voller Stolz die Namen der einzelnen Teile auf, sie wollten gar die Mechanik des Rades erklären – ich habe nichts verstanden, aber ich habe das Leuchten ihrer Augen gesehen.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autorin Vreny Jaggi</span></div><div id="HbBtm">Verena (”Vreny”) Jaggi hat ihren Mann in seiner Tätigkeit als Arzt in Nepal, Indien, Malawi (Ostafrika) und in den vergangenen vier Jahren bei seiner Arbeit für ADRA in Afghanistan unterstützt. Je nach Bedarf, hat sie als Medizinische Laborantin, als Lehrerin oder als Assistentin gearbeitet. In Afghanistan hat sie sich besonders für Frauen- und Kinderprojekte engagiert.</div></div></p>
<p>Früher hatten sie die Aufseher im Waisenhaus dazu angeleitet, ein paar Dinge aus den Vorratskammern zu stehlen – für den Aufseher. Jetzt eignen sie sich ein Wissen an, auf das sie stolz sind, denn sie sind keine gewöhlichen &#8220;Spatzen&#8221; mehr, sie haben ein Spezialwissen, das lässt sie aus der Masse herausragen.</p>
<p>Bald werden wir eine neue Gruppe haben. Sie wird Geflügelzucht erlernen &#8211; ermöglicht durch eine großzügige Spende aus Deutschland. Sie werden lernen, wie man ein Huhn impft, wie man Erkrankungen erkennt, wie man Hygiene an sich selber anwendet, wie man sich gesund ernährt, wie man mit Abfällen Recycling macht, wie man einen kleinen Handel beginnt, wie man Verantwortung übernimmt – alles kindgerecht vorbereitet, damit Lernen Spaß macht und alles, um die Kräfte ihrer Flügel zu vergrössern.</p>
<p><strong>Jeden Tag entdecke ich neue Menschen, die bereit sind, einen Flug anzutreten.</strong> Letzte Woche war ich in einem dreitägigen Kurs, wo Trainer ausgebildet wurden, um den Frauen beizubringen, wie man ein kleines Geschäft aufzieht, was es alles zu beachten gilt und welche Marktstrategien man tätigen sollte. Große Worte für ein &#8220;Small Business&#8221;, aber es hilft, die Flügel auszubreiten. Und es zaubert ein Licht in die Augen der Frauen. Sie werden ernst genommen, man befasst sich mit ihnen.</p>
<p><strong>Sie realisieren: es ist nicht wichtig, was ich habe, sondern was ich bin. Ich habe die Kraft, etwas aufzubauen, auch wenn ich noch nicht lesen und schreiben kann. Ich kann es lernen, ich kann sogar lernen, wie man ein einfaches Kassenbuch führt – ich habe Kraft und den Willen, etwas zu tun. Ich freue mich auf den Gesang der Lerchen – auch wenn es anfänglich wie ein Spatzengeschwirr tönt- Hauptsache sie öffnen die Flügel!</strong></p>
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		<title>Zum Betteln sind Afghanen zu stolz</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie</strong>, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein Preis&#8221; kennt man so ähnlich auch in Afghanistan und wenn nicht, müsste es hier erfunden werden. Mit fünf Kindern, alle von der zweiten Frau Bibi, wohnt die Familie in einem Haus aus Lehm und Holz, um das eine brüchige Lehmmauer errichtet ist. Ein Ziehbrunnen gehört auch dazu.</p>
<p>Bibi ist 34, ihr Mann Mohammed ist über sechzig. Seine erste Frau, mit der er keine Kinder haben konnte, ist etwa fünfzig. Viele Afghanen wissen nicht genau, wie alt sie sind. Bibi wurde Mohammed schon als Kind versprochen und sie war bei der Zwangsheirat, gegen die sie sich heftig, aber vergeblich gesträubt hatte, nur 14 Jahre alt. Ihre fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen, kamen in den folgenden fünf Jahren auf die Welt. Sie gehen alle noch in die Schule, was seit dem Ende der Talibanherrschaft auch für die drei Mädchen möglich ist. Der Vater erwartet von den Kindern, dass auch sie Geld verdienen, weil die umgerechnet etwa vierzig Euro im Monat, die er auf dem Markt einnimmt, nur für ein Hungerdasein ausreichen würden. Seine erste Frau, die der Tradition folgend auch nach der Heirat mit Bibi bei Mohammed blieb, hilft auf dem Acker. Bibi soll zum Haushalt beisteuern und darf wie die Kinder auf keinen Fall betteln gehen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/zum-betteln-sind-afghanen-zu-stolz.jpg" alt="Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Eine Frau, die keinen Beruf erlernt hat und keine Schule besuchen konnte, tut sich überall in Afghanistan schwer, wenn sie auch nur ein paar Cent verdienen will. Bibi hatte die Idee, sich mit den Kindern nach der Schule in der nahen Stadt an den Straßenrand zu setzen und Pistazienkerne zu verkaufen. Pistazien sind äußerst beliebt in Afghanistan, sie werden in unterschiedlichen Süßigkeiten verarbeitet oder so geknabbert. Bis zu dreißig Kilo Pistazien täglich knacken Bibi und die Kinder mit Steinen oder einem kleinen Hammer.</p>
<p><strong>Ich habe Bibi in einer Schule für Frauen kennengelernt.</strong> Die Schule befindet sich in einem Privathaus, wo sich die Frauen zunächst nur zu einem Nähkurs trafen, dann aber auch begannen, lesen und schreiben zu lernen. Bibi fiel mir auf, weil sie der Lehrerin die meisten Fragen stellte und die Antworten immer sofort in ein Heft eintrug. Ich durfte sie nach Hause begleiten, um ihren Alltag mit der Kamera festzuhalten, was keinesfalls selbstverständlich war.</p>
<p>Bibi erzählt mir die Geschichte ihres mühevollen Lebens, oft von Tränen unterbrochen: &#8220;Ich bin ein ganz anderer Mensch, seit ich schreiben und lesen kann. Das kann ja nicht einmal Mohammed, mein Ehemann. Ich finde es wunderbar, dass jetzt auch meine Töchter zur Schule gehen. Die Mädchenschulen wurden von euch Deutschen eingerichtet.&#8221;</p>
<p>Ihrem Ehemann erzählte Bibi zunächst nichts von ihren Schulbesuchen. Er war froh, wenn er von ihr den üblichen Geldbetrag bekam und kümmerte sich nicht darum, wie sie ihre Zeit verbrachte. Alles, was sie zusätzlich verdienen konnte, legte sie zur Seite und kaufte davon Schulmaterial für die Kinder. Ich fragte sie, wie sie das alles bewältigt und ob die Zeit, die sie in der Schule verbringt, keinen Verdienstausfall für sie bedeutet? <strong>&#8220;Nein, das nicht&#8221;, sagt sie, &#8220;ich habe dann eben nachts, wenn Mohammed schlief, beim Licht der Petroleumlampe Pistazien geknackt.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Voller Einsatz f&#252;r die Sache der Frauen</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jul 2008 05:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leise fallen die Flocken auf die afghanische Landschaft und verhüllen das graue, trostlose Aschenbrödel in eine strahlend weisse Braut! Dieses unberührte Brautkleid in unserem kleinen Garten erinnert mich an meinen eigenen grossen Tag. Ich trete nicht auf den Schnee, ich möchte dieses glückliche Strahlen so lange wie möglich unzerstört erhalten. Auf zu vielen weißen Brautkleidern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leise fallen die Flocken auf die afghanische Landschaft und verhüllen das graue, trostlose Aschenbrödel in eine strahlend weisse Braut! </strong>Dieses unberührte Brautkleid in unserem kleinen Garten erinnert mich an meinen eigenen grossen Tag. Ich trete nicht auf den Schnee, ich möchte dieses glückliche Strahlen so lange wie möglich unzerstört erhalten. Auf zu vielen weißen Brautkleidern wurde grob herumgetrampelt und was blieb, war ein Wesen, das nie zu dem erblühen konnte, was im Keime vorhanden war.</p>
<p><strong>Eigentlich war ich nie eine Verfechterin für Frauenrechte gewesen. </strong>Ich bin in eine Welt hineingewachsen, wo man sogar in der Schweiz schon Frauenstimmrecht hatte. Jegliche Berufsbildung war möglich für Mädchen und Frauen. Auch bin ich keine Kämpfernatur, ich wollte kein Held sein, aber ich wollte mein Leben bewusst erleben und sinnvoll leben. Ich hatte nie Filmhelden-Idole, wie andere Mädchen das hatten. Erst viel später im Leben habe ich gemerkt, wie meine Mutter immer mein grosses Vorbild gewesen ist und meinen Charakter geprägt hat. Eine tatkräftige, begabte Frau, die im kleinen Dorf eine Eigenständigkeit entwickelt hat, die von Allen bewundert wurde. Eine Frau, die trotz harter Arbeit im eigenen Geschäft, einen Frohmut und eine immerwährend gebende Hand und feine Seele bewahrt hat.</p>
<p>Diese Helden des Alltags erscheinen nicht in den Medien, aber sie formen unser Leben. Und das tun alle Begegnungen im Leben, solange wir offen sind dafür. Offenheit für das Neue bedingt, dass wir Altes loslassen können. Nur leere Hände können Neues anpacken, volle Seelen können weitergeben. Mutige Weltoffenheit der Eltern erleichtern den Kindern das Leben.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/voller-einsatz-fuer-die-sache-der-frauen.jpg" alt="Vreny Jaggi gibt vollen Einsatz für die Sache der Frauen" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Vreny Jaggi gibt vollen Einsatz für die Sache der Frauen.</span><span class="ImageTextC">© ADRA Deutschland</span></div></p>
<p>Als mein Mann Peter in mein Leben trat, hat sich mein Vater folgendermassen geäussert: &#8220;Er ist ein so netter junger Mann, wenn er nur nicht diese verrückten Ideen hätte.&#8221; Aber gerade wegen dieser verrückten Ideen liebte ich ihn – sie waren auch die meinen. Mein Vater, im Gegensatz zu meiner Mutter, hat nie verstanden, dass jemand auch außerhalb der Heimat glücklich sein kann. Den Begriff Heimat hat er anders verstanden als wir. Uns sind viele Orte zur Heimat geworden – nämlich immer dort, wo wir gleichdenkende Menschen gefunden haben. Ich habe oftmals gespürt, dass den Menschen aus starken Wurzeln im Elternhaus Flügel wachsen. Vater gab mir Wurzeln, Mutter die Flügel.</p>
<p><strong>Jedes Ding hat seine Zeit in unserem Leben.</strong> Als junge Frau habe ich mich kaum mit Frauenfragen beschäftigt. Hingegen verschlang ich buchstäblich alles, was mit Kindererziehung zu tun hatte. In kleinen Kindern war noch so viel Potential vorhanden, das wollte ich fördern, diese Psyche wollte ich verstehen. Da sah ich meine Aufgabe im Leben. Das war auch so in unserem ersten Missionseinsatz in Nepal. Ich betrieb einen Kindergarten und ging in meiner Erziehungsarbeit auf. Wohl hat mich das Schicksal der Frauen berührt, aber Kinderschicksale haben mich aufgewühlt und da wollte ich etwas Gutes tun.</p>
<p>Wieder zurück in der Schweiz verstand ich die Frauen vollends nicht mehr. Was wollten sie eigentlich? Sie hatten doch so viel mehr, als das, was ich bei den Frauen in Asien gesehen hatte. Schlagwörter wie &#8220;Selbstverwirklichung&#8221; füllten die Frauenzeitschriften. Bei unserem ersten Missionseinsatz in Nepal wurde ein wichtiger Grundstein für die Lebens-Einstellung unserer ganzen Familie gelegt. Ich wünschte mir, jede junge Familie hätte die Gelegenheit, einige Zeit in einem sogenannten Dritt-Welt-Land zu leben. Ohne die ganzen Absicherungen der sogenannten ersten Welt.</p>
<p><strong>Wenn ich Frauen in Afghanistan beobachte, wenn ich mit ihnen spreche, sie unterrichte, dann sind ihre Grundbedürfnisse gar nicht so verschieden von den unseren: </strong>Beruf, Familie, Kinder, Erziehung, Religion. Frauen in dieser Kultur können durchaus glückliche Frauen werden, sie werden oft mehr verwöhnt, als wir emanzipierten Frauen uns vorstellen können. Ich bin noch nie mit Geschenken so überhäuft worden, wie hier in Afghanistan, aber nicht nur mit materiellen Gütern, sondern mit Warmherzigkeit, Gastfreundschaft und Ehrwürdigkeit meinem Alter gegenüber.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autorin Vreny Jaggi</span></div><div id="HbBtm">Verena (”Vreny”) Jaggi hat ihren Mann in seiner Tätigkeit als Arzt in Nepal, Indien, Malawi (Ostafrika) und in den vergangenen vier Jahren bei seiner Arbeit für ADRA in Afghanistan unterstützt. Je nach Bedarf, hat sie als Medizinische Laborantin, als Lehrerin oder als Assistentin gearbeitet. In Afghanistan hat sie sich besonders für Frauen- und Kinderprojekte engagiert.</div></div></p>
<p>Diese menschliche Wärme ist es, die mich dieser Gesellschaft so nahe verbunden fühlen lässt. Ist das nur die gute Erziehung oder kommt das aus einem tiefen menschlichen Bedürfnis heraus? Und woher kommt diese dunkle Seite im afghanischen  Volk? Ist es die alttestamentliche Ansicht &#8220;Aug’ um Auge, Zahn um Zahn&#8221;? Und weshalb werden von allen Geldgebern und Hilfswerken nur die Frauenprojekte so stark unterstützt? Wie müssen sich die Männer fühlen, die auch nicht lesen und schreiben können? Müssten wir unsere Projekte nicht doch oder ebenfalls bei den Männern ansetzen?</p>
<p>Fragen über Fragen, wir diskutieren oft im Team, in lokalen so genannten &#8220;Gender Groups&#8221;, mit unseren lokalen Angestellten – wir finden nicht auf alle Fragen eine Antwort. Aber Diskussionen sind sehr wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten und neue Anstösse zu bekommen. Wut und Tränen der Anfangszeit kämpfen nicht mehr in mir. Wenn ich in den Augen eines Mitmenschen wieder das Leuchten der Lebensfreude entdecke, wenn ich ein scheues Lächeln auf ein Gesicht zaubern kann, dann ist mir das jedesmal eine grosse Genugtuung.</p>
<p>Meine Eltern leben nicht mehr, sie haben jedoch noch erlebt, dass die &#8220;verrückten Ideen des jungen Mannes&#8221; zu einem erfüllten, glücklichen Leben geführt haben, auch wenn es von Verzicht und harter Arbeit gezeichnet war. Mit Freuden habe ich festgestellt, dass ich aus der schäbigsten Unterkunft ein gemütliches Heim machen kann, dass ich Heimweh mit Tatendrang verdrängen kann, dass Kräfte in mir schlummern, die unter einfacheren Umständen nie zum Tragen gekommen wären. Befriedigtes Leben hat viele Formen, wichtig ist nur, dass ich zu meiner Aufgabe  voll &#8220;ja&#8221; sage.</p>
<p><strong>Ich habe noch ein Stück Wegs zu gehen in meinem Leben. Ob hier oder in Europa, ich möchte es in dem Bewusstsein gehen, dass, was immer ich auch tue, einen Sinn hat – ob leben oder sterben. Ich war keine Kämpferin für die Frauenrechte – in Afghanistan wachse ich zur Kämpferin in Sachen Mit-mensch und Mit-frau heran. Ich habe mein ganzes Leben nie aufgehört, mich mit neuen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Ich werde weiterhin jede Stufe mit neuem Interesse anpacken.</strong></p>
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		<title>Finstere Mathematik und die Hilfe der Kinder</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jul 2008 05:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Wenn Dein Vater drei Männer erschiesst und Dein Nachbar fünf, wieviele Tote liegen dann auf der Strasse vor Deinem Haus?&#8221; Wie haben die Eltern während der Talibanzeit auf solche Hausaufgaben ihrer Kinder reagiert? Was konnte eine einfache afghanische Frau gegen einen solchen Terror überhaupt tun? Eine Frau die weder lesen, schreiben noch rechnen konnte?  87 Prozent der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Wenn Dein Vater drei Männer erschiesst und Dein Nachbar fünf, wieviele Tote liegen dann auf der Strasse vor Deinem Haus?&#8221; </strong></p>
<p>Wie haben die Eltern während der Talibanzeit auf solche Hausaufgaben ihrer Kinder reagiert? Was konnte eine einfache afghanische Frau gegen einen solchen Terror überhaupt tun? Eine Frau die weder lesen, schreiben noch rechnen konnte?  87 Prozent der Frauen in Afghanistan sind auch heute noch analphabetisiert und ohne jegliches Mitbestimmungsrecht. Ich sehe sie vor meinem inneren Auge, die lebhaften, lernbegierigen Schwarzschöpfe und ihre erstaunten, kopfschüttelnden Mütter.</p>
<p>Haben die Mütter gar nicht geahnt, was da in die Seelen ihrer jungen Söhne eingegraben wurde? Haben sie auf eine bessere Zukunft für ihre Kinder gehofft, wie die meisten Eltern? Karriere, Ehre, Macht, Reichtum – und genügend Essen für die ganze Familie. Die Ärmsten der Armen hatten kein Geld, um dieser Terrorausbildung zu entfliehen. Mich schaudert.</p>
<p><strong>Diese Woche haben wir einen Container von ADRA Dänemark bekommen</strong>, der so schnell wie möglich entladen werden musste – wir waren nur 4 Leute – hin und her, rauf und runter rannten wir. Die Schweisstropfen brannten uns in den Augen und perlten den Rücken hinunter. Doch plötzlich schwirrten ein Dutzend kleiner Heinzelmännchen zwischen unseren Beinen hindurch und schleppte Schachtel um Schachtel in unseren Ablageraum. Ich kam kaum nach, die Pakete ordentlich zu stapeln.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/kinder-helfen-in-afghanistan-beim-ausladen.jpg" alt="Die Kinder helfen uns beim Ausladen des Containers" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die kleinen &#8220;Heinzelmännchen&#8221; helfen uns beim Ausladen des Containers.</span><span class="ImageTextC">© Vreny Jaggi</span></div></p>
<p>Die ganze Kinderschar unserer Strasse hatte sich eingefunden und half mit Begeisterung, den Container zu entladen. Afghanische Kinder sind wirklich sehr lebhaft und begeisterungsfähig und ein kleiner Funke genügt, um aus ihnen entweder eine frohe Helferschar zu machen oder eine Horde wilder Kämpfer. Ich bin froh, dass sie noch nicht zur Schule gingen, als man im Mathematikunterricht noch mit Toten rechnete!</p>
<p>Sie schleppten die grössten Schachteln herbei, riefen mir jedesmal ein fröhliches &#8220;How are you?&#8221; zu und lachten wie kleine Spitzbuben, wenn ich auf Dari antwortete. Welch unglaubliches Potential da vorhanden is! Ich hoffe, dass ihre jungen Herzen noch nicht zu viele Leidensspuren haben.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autorin Vreny Jaggi</span></div><div id="HbBtm">Verena (”Vreny”) Jaggi hat ihren Mann in seiner Tätigkeit als Arzt in Nepal, Indien, Malawi (Ostafrika) und in den vergangenen vier Jahren bei seiner Arbeit für ADRA in Afghanistan unterstützt. Je nach Bedarf, hat sie als Medizinische Laborantin, als Lehrerin oder als Assistentin gearbeitet. In Afghanistan hat sie sich besonders für Frauen- und Kinderprojekte engagiert.</div></div></p>
<p><strong>Die größte Bedeutung in der Erziehung messen afghanische Eltern dem guten Benehmen zu.</strong> Darunter verstehen sie Höflichkeit, Respekt, Gastfreundschaft. Das sind die drei Hauptpfeiler der Erziehung. An zweiter Stelle stehen Mut und dann kommen in folgender Reihenfolge religiöses Wissen und Glaube, Verantwortlichkeit, Gesundheit, Reinlichkeit, dann Gefühle wie Glück und Hoffnung und positive Beziehungen, speziell innerhalb der Familie.</p>
<p>Es ist interessant zu sehen, dass die Religion eine zentral Stellung einnimmt. Kindern bringt man bestimmte Gebete bei, die sie als wichtiges Werkzeug benutzen, um mit Gefahrmomenten umgehen zu können, wie Gespenstern auf dem Friedhof oder Bombenanschlägen. Seit frühester Kindheit wird ihnen eingeprägt, dass Leiden, Risiken und Gefahren einen unausweichlichen Teil des Lebens ausmachen und man ermuntert die Kinder, diese mutig zu akzeptieren und als herausfordernden Teil des Lebens anzunehmen.</p>
<p><strong>&#8220;Starke Eltern haben starke Kinder&#8221; sagen die Afghanen, und &#8220;Neue Sorgen vertreiben die alten.&#8221; Es ist wohl diese absolut positive Einstellung zum Leben, die die Afghanen immer wieder dazu treibt, neu zu beginnen, ob nun das Ziel in unseren Augen erstrebenswert erscheint oder nicht.</strong></p>
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		<title>Wie ein Frosch im Brunnen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 06:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[ADRA]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Erziehung]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit drei Tagen regnet es in Kabul. Der graue Staub auf den Strassen hat sich in eine dicke Schlickmasse verwandelt. Jeder Schritt ist eine Herausforderung. In dieser glitschigen Masse möchte man nicht ausrutschen. Solch einen drei Tage anhaltenden Regenguss erlebe ich zum ersten Mal in Afghanistan. Es ist kalt und ungemütlich. Unsere Angestellten haben beschlossen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit drei Tagen regnet es in Kabul.</strong> Der graue Staub auf den Strassen hat sich in eine dicke Schlickmasse verwandelt. Jeder Schritt ist eine Herausforderung. In dieser glitschigen Masse möchte man nicht ausrutschen. Solch einen drei Tage anhaltenden Regenguss erlebe ich zum ersten Mal in Afghanistan. Es ist kalt und ungemütlich. Unsere Angestellten haben beschlossen, die &#8220;Doppelverglasung&#8221; für den Winter an unseren Fenstern anzubringen. Dieser Winterschutz besteht aus einer Plastikfolie, die man außen an die Fenster nagelt. Es hilft wirklich, die Wärme im Raum zu halten.</p>
<p>Der Kindergarten, den ich heute besuche, hat keine solche Doppelverglasung. Dennoch erwartet mich eine fröhliche Kinderschar mit ihren Lehrerinnen. Ich rutsche mehr über den lehmigen Pausenplatz der Schule, als dass ich gehe. Aber schon vom Hof kann ich die strahlenden Augen sehen, die mich freudig begrüßen.</p>
<p><strong>Sie haben ein Kasperle-Theaterstück für mich vorbereitet.</strong> Die Bühne besteht aus einem alten, bunt bemalten Leintuch mit ausgeschnittenen Fenstern. Letztes Mal waren es unser Übersetzer und ich, die hinter der Bühne standen. Mühsam hatte ich mich an die Dari-Sätze zu erinnern versucht. Heute stehen zwei kleine Jungen auf einem Stuhl und winken eifrig mit ihren Tieren aus den Bühnen-Fensterlöchern. Den Text haben sie aus einem Tiergeschichtenbuch, das wir ihnen letztes Mal mitgebracht hatten. Welch ein Lichtstrahl im Novemberregentag! Unser Unterricht hatte also Früchte getragen. Wenn es doch immer so schnell und einfach ginge! Ich fühle mich reichlich belohnt. Vielleicht bleibt ein kleines Samenkörnchen von dem, was ich weitergeben wollte, doch in Afghanistan hängen. Das wäre schön!</p>
<p>ADRA Afghanistan hat in Kabul ein Projekt durchgeführt, das – von ADRA Österreich unterstützt und vom afghanischen Erziehungsministerium akzeptiert – Kindergärtnerinnen eine Aus- und Weiterbildung ermöglicht. Es ist ein Projekt, das Lehrern und Teilnehmern gleich viel Spass macht. Auf dem Stundenplan stehen nebst &#8220;Entwicklung des Kindes mit Spiel und Spass fördern&#8221; auch &#8220;Stundenplanvorbereitung&#8221;, &#8220;Musikspiele&#8221;, &#8220;Spielsachen selber herstellen&#8221;, &#8220;Erste Hilfe&#8221; und außerdem noch &#8220;Lernen mit dem Kasperle-Theater&#8221;.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/frosch-im-brunnen.jpg" alt="Wie ein Frosch im Brunnen" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Viele Frauen in Afghanistan fühlen sich wie ein Frosch im Brunnen.</span><span class="ImageTextC">© <a target="_blank" href="http://www.sxc.hu/photo/933680" title="sxc.hu/petovy">sxc.hu</a>/petovy</span></div></p>
<p>Während die Kinder auf den Stühlen hinter der Bühne ihre Rollen tauschen, wandern meine Gedanken zu einem Thema erster Priorität in Afghanistan: zur Frauenfrage. Bei einer Umfrage in der Proviz Badakshan hatte eine Frau gesagt:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Wir Frauen sind doch wie ein Frosch im Brunnen, wir sitzen ganz unten im dunkeln Wasserloch und haben keine Ahnung, was auf dieser Welt passiert. Man spricht nicht mit uns, wir haben keinen Einfluss auf die Entscheidungen, die in der Familie gefällt werden, wir sind nicht mehr wert als Schafe und Kühe.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><strong>Wie ein Frosch im Brunnen.</strong> Ein kleiner Frosch, der im 15-40 Meter tiefen, düsterfeuchten Ziehbrunnenschacht geboren wird, hat wenig Chance, auch nur das Tageslicht zu erahnen. Wie soll er 40 Meter hüpfen oder hochklettern? Er lebt und stirbt im Dunkeln.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autorin Vreny Jaggi</span></div><div id="HbBtm">Verena (”Vreny”) Jaggi hat ihren Mann in seiner Tätigkeit als Arzt in Nepal, Indien, Malawi (Ostafrika) und in den vergangenen vier Jahren bei seiner Arbeit für ADRA in Afghanistan unterstützt. Je nach Bedarf, hat sie als Medizinische Laborantin, als Lehrerin oder als Assistentin gearbeitet. In Afghanistan hat sie sich besonders für Frauen- und Kinderprojekte engagiert.</div></div></p>
<p>Ich denke an die 260 Frauen und jungen Mädchen, die im Moment in Kapisa in den Alphabetisierungskursen von ADRA sitzen und mit derselben Begeisterung lesen, schreiben und rechnen lernen und sich ihr Horizont mit Geographiekenntnissen erweitert. Nach sechs Wochen können sie ohne Stottern lesen und sämtliche Provinzen Afghanistans aufsagen. Sie haben den Sprung aus dem Brunnen gewagt. Trotz des Mullahs, der in der Moschee gegen die Kurse gewettert hatte – sie haben nicht aufgegeben. ADRA steht hinter ihnen, das macht sie stark. Inzwischen hat sich der Mullah beruhigt – er wartet jetzt auf unseren Englischkurs! <strong>Ob er wohl trotzdem kommt, auch wenn der Kurs von einer Frau unterrichtet wird?</strong></p>
<p>Bei diesen Gedanken beschliesse ich – trotz Regenwetters – am nächsten Tag nach Kapisa zu fahren. Ich muss sowieso die sechs Lehrerinnen ausbezahlen, die warmen Decken, Schuhe und Kleider ins Waisenhaus bringen. Ich will noch Maß nehmen, damit der kleine Waisenmädchenchor eine Uniform kriegt – und auch noch andere Dinge mehr, bevor ich in die Ferien fahren kann.</p>
<p>Ferien –  wie kann ich nur davon träumen, wenn viele Frauen hier dieses Wort gar nicht kennen –  ich kriege beinahe ein schlechtes Gewissen bei diesem Gedanken. Aber meine Frauen im Kindergarten kennen das Wort – sie haben drei Tage Ferien nächste Woche! Und deshalb bin ich ja auch hier im Kindergarten, denn sie kriegen ein kleines Geschenk von ADRA zu &#8220;Eid&#8221; (das Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan). Sie freuen sich beinahe kindlich über dieses Eid Geschenk. Sie sagen mir vielmals  tashakor und versichern mir, sie würden beten, dass Allah mich behüten sollte.</p>
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		<title>Der Drachenläufer &#8211; ein Film über Afghanistan</title>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2008 06:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Drachen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich die ersten Wochen in Kabul verbrachte und von Shar-i-Now, einem Stadtteil im Nordwesten Kabuls, Richtung Süden fuhr, war ich überrascht, als ich am Himmel eine Vielzahl an Drachen sah. Mein Kollege Masood Krami erklärte mir, dass Drachensteigen in Afghanistan ein beliebter Sport bei Kindern sei. Früher war die Drachenschnur mit Splittern und anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als ich die ersten Wochen in Kabul verbrachte</strong> und von Shar-i-Now, einem Stadtteil im Nordwesten Kabuls, Richtung Süden fuhr, war ich überrascht, als ich am Himmel eine Vielzahl an Drachen sah. Mein Kollege Masood Krami erklärte mir, dass Drachensteigen in Afghanistan ein beliebter Sport bei Kindern sei.</p>
<p>Früher war die Drachenschnur mit Splittern und anderen scharfen Gegenständen beschichtet, heute ist es Glasfaser. Ziel des Wettkampfs ist es, die Schnur eines Konkurrenten mit der eigenen Schnur „durchzusägen“. Wenn das gelingt, ist der Drache des Gegners eine beliebte Beute. Es ist eine der wenigen Spiele und Sportarten, die Kinder in Afghanistan zurzeit durchführen können.</p>
<p>Dieser Volksport ist Hintergrund eines neuen Kinofilms. Vor einigen Wochen ist der Film &#8220;<strong>Der Drachenläufer</strong>&#8221; in die Kinos gekommen, er zeigt die Freundschaft zwischen Hasan und Amir im Kabul der 70er Jahre und das Schicksal der scheinbar unzertrennlichen Freunde. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Khaled Hosseinis und wurde von Marc Forster verfilmt. &#8220;<strong>Der Drachenläufer</strong>&#8221; ist vor allem deshalb interessant, weil er zu Beginn ein Afghanistan zeigt, das es heute nicht mehr gibt.</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/WBhuWa13EU0" width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/WBhuWa13EU0" /></object></p>
<p class="indent-left">Uns interessiert, wer diesen Film gesehen hat und wie Sie diesen Film bewerten würden. Allgemein wurde der Film von der Presse sehr gut aufgenommen, einige der Kritiken finden Sie unter:</p>
<ul>
<li>
<p class="indent-left"><a href="http://www.zeit.de/2008/04/Drachenlaeufer">http://www.zeit.de/2008/04/Drachenlaeufer</a></p>
</li>
<li>
<p class="indent-left"><a href="http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/7864_drachenlaufer--the-kite-runner.html">http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/7864_drachenlaufer&#8211;the-kite-runner.html</a></p>
</li>
<li>
<p class="indent-left"><a href="http://www.stern.de/unterhaltung/film/:Der-Drachenl%E4ufer-Das-Paradies-/607900.html?nv=rss">http://www.stern.de/unterhaltung/film/:Der-Drachenl%E4ufer-Das-Paradies-/607900.html?nv=rss</a></p>
</li>
</ul>
<p>&#8220;Gibt der Film das Kabul der 70er Jahre gut wieder?&#8221;, &#8220;Kommt er an die Atmosphäre jener Zeit heran?&#8221;, &#8220;Kann man diesen Film empfehlen, um Europäern einen Eindruck des &#8216;anderen &#8211; des wahren Afghanistans&#8217; zu geben?&#8221; <strong>- diese Fragen interessieren uns.</strong></p>
<p>Diskutieren Sie mit uns in der <a target="_blank" href="https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=9828326;articleid=9828326" title="Drachenläufer in XING-Gruppe zu Afghanistan">XING-Gruppe &#8220;Das andere Afghanistan&#8221;</a> über diese Frage oder schreiben Sie gleich hier einen kurzen Leserbrief.</p>
<p>Falls Sie den Film noch nicht gesehen haben, finden Sie hier eine <a target="_blank" href="http://www.kino.de/kinosuche.php4?ofnr=101036&amp;PHPSESSID=e337097d1b81cd8d11ef7a00de30a749" title="Kinos, in denen Drachenläufer gezeigt wird">Übersicht der Kinos</a>, in denen der Film <strong>&#8220;Der Drachenläufer&#8221;</strong> gezeigt wird.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was Ein-Euro-Jobs in Afghanistan bedeuten</title>
		<link>http://afghanistan.adra.de/was-ein-euro-jobs-in-afghanistan-bedeuten/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 14:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Tagelöhner]]></category>

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		<description><![CDATA[Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afghanen liegt nach Schätzungen der Vereinten Nationen bei 44,5 Jahren; Tod als Kriegsfolge nicht berücksichtigt. Mädchen und Jungen, die heute in Deutschland geboren werden, können davon ausgehen, dass sie 80 Jahre und älter werden. Studenten der Universität in der Stadt Herat wollten mir das erst glauben, als ich es mit Einzelheiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a>Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afghanen liegt nach Schätzungen der Vereinten Nationen bei 44,5 Jahren</strong>; Tod als Kriegsfolge nicht berücksichtigt. Mädchen und Jungen, die heute in Deutschland geboren werden, können davon ausgehen, dass sie 80 Jahre und älter werden. Studenten der Universität in der Stadt Herat wollten mir das erst glauben, als ich es mit Einzelheiten der unterschiedlichen Lebensverhältnisse in unseren beiden Ländern erkläre.</p>
<p>Die für Afghanistan angenommenen Zahlen beruhen zwar, wie die meisten Statistiken in Afghanistan, auf Schätzungen, sie kommen der Wirklichkeit aber sehr nahe. Dafür, dass bei uns die Lebenserwartung ständig steigt, werden eine immer bessere medizinische Versorgung, bessere Ernährung und ständig verbesserte Arbeitsbedingungen angeführt.</p>
<p><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner2.jpg" alt="Kinder holen Trinkwasser aus dem Fluss" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Kinder holen Trinkwasser aus dem Fluss.</span><span class="ImageTextC">© Bucher Verlag</span></div>In Deutschland praktizieren derzeit rund 300 000 Ärzte. In Afghanistan sind es etwa 3000. Auf die Bevölkerung umgerechnet, müsste in Afghanistan ein Mediziner fast 8000 Einwohner versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass etwa achtzig Prozent der afghanischen Ärzte in der Hauptstadt Kabul leben. In den Dörfern gibt es normalerweise nicht einmal Krankenschwestern. Seuchen wie etwa Cholera breiten sich nur deshalb nicht aus, weil das Klima dafür ungünstig ist.</p>
<p>Von der besseren Ernährung der Deutschen haben die Herater Studenten gehört. &#8220;Stimmt es wirklich, dass jeder zweite Deutsche Übergewicht hat?&#8221;, erkundigen sie sich. In Afghanistan ist die große Mehrheit der Bevölkerung unterernährt. Ohne Lebensmittelhilfen aus dem Ausland, besonders aus Europa, müssten die Afghanen ständig hungern.</p>
<p>Von einer mit der deutschen vergleichbaren Lebensqualität können sie nicht einmal träumen, und auf bessere Arbeitsbedingungen wird man in Afghanistan sicher noch lange warten müssen. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit etwa vierzig Prozent. Wer eine Arbeit findet, nimmt sie an. Die Bedingungen spielen dabei keine Rolle.</p>
<p><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" alt="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Für die meisten Kinder ist es selbstverständlich, dass sie arbeiten müssen.</span><span class="ImageTextC">© Bucher Verlag</span></div>Die meisten Arbeitslosen gehören der Dorfbevölkerung an, sie bleiben unsichtbar, leben im Schutz der Großfamilie. In den Städten ist die Arbeitslosigkeit sehr viel sichtbarer. Immer mehr Arbeit suchende Männer stellen sich frühmorgens an die Straßen. Fast alle tragen weit geschnittene, vom vielen Waschen grau gewordene lange Hosen, ein Hemd ohne Kragen und darüber eine zerschlissene Jacke. Hält ein Kombi, ein Taxi oder gar ein Lkw bei ihnen, gibt es ein kurzes Gespräch mit dem Fahrer, und dann wird einer oder werden mehrere mitgenommen. Sie verdingen sich meistens für einen Tag und nehmen die schmutzigste Arbeit an.</p>
<p><strong>Umgerechnet etwa ein Euro wird den Tagelöhnern bezahlt. Viele von ihnen sind zurückgekehrte Flüchtlinge, die lieber in der Stadt bleiben, und Afghanen, die ihre Dörfer verlassen, weil sie dort keine Perspektiven sehen. Ihre wachsende Zahl zwingt die Regierung, über eine Sozialgesetzgebung wenigstens nachzudenken.</strong></p>
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