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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Auto</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Verkehr in Kabul: Was ist das, eine Straßenbahn?</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 05:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwo da oben muss blauer Himmel sein. Hier jedoch ist nichts davon zu sehen. Ich bin am Nachmittag in Afghanistans Hauptstadt Kabul unterwegs, in der schon fast wieder 400 000 Pkw, Lkw, Busse und Motorräder fahren. Abgasschwaden verdichten sich mit aufgewirbeltem Staub zu dunklen Wolken. Um die Umwelt sorgt sich hier niemand. Die Luft ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Irgendwo da oben muss blauer Himmel sein. </strong>Hier jedoch ist nichts davon zu sehen. Ich bin am Nachmittag in Afghanistans Hauptstadt Kabul unterwegs, in der schon fast wieder 400 000 Pkw, Lkw, Busse und Motorräder fahren. Abgasschwaden verdichten sich mit aufgewirbeltem Staub zu dunklen Wolken. Um die Umwelt sorgt sich hier niemand. Die Luft ist so dick, dass es schwierig ist, einen der Polizisten an der nächsten Kreuzung auszumachen.</p>
<p>&#8220;Warum gibt es in Kabul keine Straßenbahnen?&#8221;, frage ich den Taxifahrer. Der fragt zurück: <strong>&#8220;Was ist das, eine Straßenbahn?&#8221; </strong></p>
<p>Auf den Straßen in Kabul geht es unglaublich chaotisch zu. Ein Durcheinander von Rädern, die sich millimeterdicht aneinanderreihen und manchmal nur im Schritttempo vorankommen. Dazwischen treiben Bauern ihre Ziegen- oder Schafherden quer über die Fahrbahn. Vorbei an neuen und alten gelb-weiß lackierten Taxis aus japanischer Produktion, deren Fahrer sich stets erst im allerletzten Moment zu überlegen scheinen, in welche Richtung sie fahren wollen. Es sind Sammeltaxis mit möglichst vielen Passagieren, die dadurch für den Einzelnen billiger werden, aber auch ständig unvermittelt anhalten, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/strassen-und-verkehr-in-kabul_afghanistan.jpg" alt="Was ist das, eine Straßenbahn? Verkehr in Kabul, Afghanistan." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Was ist das, eine Straßenbahn? Verkehr in Kabul, Afghanistan.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>In diesem Straßengewirr sieht man aber auch die modernen Geländewagen von Ausländern und den Vereinten Nationen mit ihren afghanischen Fahrern, die zehnmal so viel verdienen wie ein Polizist. Mittendrin quietschen altersschwache Fahrräder mit selbst gebauten Anhängern, auf denen Bauern Obst und Gemüse transportieren. Die ausländischen Soldaten, die wuchtige Panzerwagen durch die Straßen steuern, müssen regelrecht jonglieren, um Unfälle zu vermeiden. Über allem liegt eine spannungsgeladene Atmosphäre, die jederzeit explodieren kann. Schon ein Verkehrsunfall kann blutige Unruhen auslösen.</p>
<p>Ein Dutzend Verkehrsampeln hat die Kriegswirren überstanden. Ich weiß nicht, ob sie in diesen Tagen manchmal blinken, es wird ja nur stundenweise Strom geschaltet. Abdul Shakoor Khairkhwah, Chef der Verkehrspolizei, hat für hundert Kreuzungen neue Ampeln bestellt. Dann sollen auch die Beobachtungstürme am Straßenrand verschwinden, die noch aus der Zeit der sowjetischen Besatzung stammen. Und werden die neuen Ampeln dann auch funktionieren? Der Polizeichef ist zuversichtlich.</p>
<p>Ein Sprecher der Elektrizitätsbehörde warnte allerdings, dass die Stadt vorher 40 000 US-Dollar für längst fällige Stromrechnungen überweisen müsse. An das veraltete Kabelnetz könnten Verkehrsampeln außerdem nur in der Nähe der Generatoren angeschlossen werden. Ob dann immer noch mehrere Polizisten an jeder Straßenkreuzung nötig sind? Die Leute auf der Straße, die es betrifft, meinen: <strong>&#8220;Selbstverständlich. Unsere Fahrer halten sich nicht an das rote Licht. Woher sollten sie auch die Verkehrsregeln kennen? Die meisten haben sich den Führerschein einfach gekauft.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Salang – Ein Nadelöhr in 3400 Metern Höhe</title>
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		<pubDate>Tue, 27 May 2008 17:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Landschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Tunnel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war bereits zwei Monate in Kabul, aber eine Reise ins Landesinnere hatte ich noch nicht unternommen. Als meine Kollegen mich deshalb zu einer Fahrt in die Provinz Samangan einluden, war ich sehr begeistert und freute mich auf die Reise. &#8220;Wir müssen über den Salang, das ist ein Abenteuer für sich&#8221;, meinten sie. Salang? Die Sache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich war bereits zwei Monate in Kabul, aber eine Reise ins Landesinnere hatte ich noch nicht unternommen. Als meine Kollegen mich deshalb zu einer Fahrt in die Provinz Samangan einluden, war ich sehr begeistert und freute mich auf die Reise. </strong></p>
<p>&#8220;Wir müssen über den Salang, das ist ein Abenteuer für sich&#8221;, meinten sie. Salang? Die Sache war schnell aufgeklärt: Der Salang Pass oder &#8220;Kotal-e Salang&#8221;, wie er in Afghanistan heißt, ist der höchstgelegene Pass Afghanistans mit dem Salang-Tunnel für den Straßenverkehr. Dieser Tunnel befindet sich in 3400 Metern Höhe, ist 2,6 Kilometer lang und verbindet den Norden Afghanistans mit der Provinz Kabul und der darin befindlichen gleichnamigen Hauptstadt.</p>
<p>Der Salang-Tunnel ist der dritthöchste Straßentunnel der Welt, bis ins Jahr 1973 führte er die Liste der höchsten Straßentunnel der Welt an.1955 unterzeichnete Afghanistan mit der Sowjet Republik einen Vertrag zum Bau dieses Tunnels, der 1964 fertiggestellt wurde und eine ganzjährige Verbindung zwischen Nord und Süd ermöglicht.</p>
<p>Besonders während der Besatzung durch die Sowjets wurde der Tunnel schwer in Mitleidenschaft gezogen, 1982 explodierte ein Tankwagen der Russen und töte 64 sowjetische und 112 afghanische Soldaten. Nach der Niederlage der Taliban wurde der Tunnel in einer Kooperation Afghanistans, der USA, Russlands, Frankreichs und anderer Staaten wieder hergestellt und 2002 wieder eröffnet. Seit 2004 ist wieder in beide Richtungen befahrbar.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/05/salang-pass_afghanistan.jpg" alt="Der Weg zum Salang-Pass im Landesinneren war vereist und beschwerlich." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Der Weg zum Salang-Pass im Landesinneren war wie hier vereist und beschwerlich.</span><span class="ImageTextC">© ADRA Deutschland </span></div></p>
<p>Kaum waren wir einige Kilometer außerhalb Kabul, kam für uns die erste Überraschung: Die Asphaltstraße war zu Ende und die Qualität der Straße ließ spürbar nach. Wehe, mein Kollege übersah eine Vertiefung in der Fahrbahn, denn dann machte der Kopf sofort Bekanntschaft mit dem Autodach. Nach mehreren Stunden Fahrt – und gut durchgeschüttelt kamen wir an den Fuß Hindukusch. Fahrerwechsel. Jetzt durfte ich weiterfahren.</p>
<p>Wer dachte, es können nicht schlimmer werden, irrte sich. Die Straße zum Salang-Tunnel lässt sich eher mit einer Mischung aus Schotterpiste und Mondlandschaft vergleichen. Zusätzlich mussten Furten, Baustellen und weggebrochene Straßenteile umfahren werden. Wer noch nie auf einem Rodeo-Bullen geritten ist, bekommt eine kleine Vorahnung, wie sich so etwas anfühlt, wenn er diese Straße fährt.</p>
<p><strong><a target="_blank" href="http://www.louispalmer.ch/" title="Louis Palmer">Louis Palmer</a> hat uns dankenswerter Weise einige Bilder vom Salang-Pass und dem Tunnel zur Verfügung gestellt, so dass wir auch einen optischen Eindruck erhalten:</strong></p>
<p align="center"><strong>
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	<!-- Slideshow link -->
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			[Show as slideshow]		</a>
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</strong></p>
<p>Immer wieder muss man LKW-Kolonnen überholen, kommt an liegengebliebenen Autos und LKWs vorbei, manchmal auch an Wracks. Je höher wir kamen, desto mehr wurde es winterlich, auch auf der &#8220;Straße&#8221; lag Schnee. Und ohne Vorwarnung, ganz plötzlich, drehte sich das Auto quer und wir rutschten auf den Abhang zu. Nur die hohen Schneewände stoppten unseren Geländewagen. Mein Puls schnellte nach oben und mir wurde zum ersten Mal bewusst, wie gefährlich es in einem Land ohne ADAC-Hubschrauber, Mobiltelefon und erstklassiger Erste-Hilfe-Versorgung ist, wie verletzlich man wird.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autor Fritz Neuberg</span></div><div id="HbBtm">Fritz Neuberg ist bei ADRA Deutschland als Bereichsleiter für Marketing und Kommunikation zuständig. Der gebürtige Wiener ist seit 2003 bei ADRA beschäftigt und war für die Hilfsorganisation bereits in Afghanistan, im Iran und in Sri Lanka tätig. </div></div></p>
<p>Dann mussten wir warten, der Tunnel war nicht mehr weit, aber die Straße war noch gesperrt, weil zu dieser Zeit nur eine Fahrbahn zur Verfügung stand. Nach einer Stunde Wartezeit ging es dann weiter, die Bauarbeiten bzw. Reparaturarbeiten vor der Tunneleinfahrt waren in vollem Gange. Eine Kolonne von Fahrzeugen schlängelte sich in den Tunnel hinein.</p>
<p>Im Tunnel gab es nur düsteres Licht, die Tunnelwände waren schwarz und feucht, man konnte sich vorstellen, wie es vor den Reparaturarbeiten im Salang-Tunnel ausgesehen hatte. &#8220;Pass auf! Da sind Löcher in der Fahrbahn!&#8221; Der Schrei eines Kollegen schreckte mich auf. Was er als &#8220;Loch&#8221; bezeichnete, waren kanaldeckelgroße Öffnungen in der Mitte der Fahrbahn, wahrscheinlich fehlten hier auch die Kanaldeckel, jedenfalls hätte es einen schlimmen Unfall gegeben, wenn ich in eine der Öffnungen hineingefahren wäre.</p>
<p>Nach kurzer Zeit waren wir wieder aus dem Tunnel heraus. Bevor der Tunnel erbaut wurde, musste man 7 bis 10 Stunden zusätzliche Fahrzeit einrechnen und 300 Kilometer zusätzlichen Fahrweg hinter sich bringen. <strong>Der Salang-Tunnel ist ein besonderes Stück afghanischer Geschichte, er erinnert an eine Zeit, als Afghanistan scheinbar aufzublühen begann, aber erinnert auch an Krieg und viele Schlachten, die hier in großer Höhe geschlagen wurden.</strong></p>
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