Stadtportrait: Mazar-e-Sharif im Norden von Afghanistan
Kategorien: Landschaft
Tags: Geschichte, Handel, Krieg, Landschaft, Mazar-e-Sharif, Norden, Stadt, Taliban
Ganz im Norden von Afghanistan liegt die dritte Stadt, die wir heute in unserer Serie der größten Metropolen des Landes vorstellen. Nach der Hauptstadt Kabul und der zweitgrößten Stadt Kandahar im Süden von Afghanistan, ist nun Mazar-e-Sharif an der Reihe.
Mazar-e-Sharif (auch “Masar-e Scharif”) ist größte Stadt in der nördlichen Provinz Balkh. Die Einwohnerzahl betrug 2006 geschätzt 300.600. Als mutmaßliche Grabstätte von Ali Ibn Abi Talib ist sie die bedeutendste Wallfahrtsstätte Afghanistans und zählt zu den heiligen Städten des Islam.
Mazar-e-Sharif liegt in einer Gebirgsflussoase, in der eine intensiver Bewässerung das Anbauen von Baumwolle, Tabak, Getreide, Gemüse, Melonen und Obstbaumkulturen möglicht macht. Leider wurde durch den langen Krieg und die Tyrannei des Talilban-Regimes die Infraaststruktur in und um Mazar-e-Sharif zum größten Teil zerstört.
Bis in die 80er Jahre hinein konnte Mazar-e-Sharif eine gut ausgebaute Leichtindustrie vorweisen. Es gab dort ein Brotkombinat, ein Wärmekraftwerk auf Erdgasbasis (Pipeline bei Shibarghan), Textilindustrie und eine Baumwollenverarbeitungsfabrik. Bis heute existiert noch eine Düngemittelfabrik. Es werden Seidenwaren, Teppiche, und Baumwollprodukte unter einfachsten Bedingungen weiterhin hergestellt, um mit geringen Einnahmen der privaten Kleinstmanufakturen die vielköpfigen Familien ernähren zu können.
In Mazar-e-Sharif gibt es einen Flugplatz, der für einen zukünftigen internationalen Flugbetrieb wieder aufgebaut werden soll. Nach der Stürzung der Taliban in Mazar-e-Sharif wurde die Universität, das medizinische Institut, die Pädagogische Hochschule und zahlreiche allgemeinen Schulen wieder eröffnet.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Grabmoschee des Kalifen Ali, die aus dem 15. Jahrhundert stammt. Diese Rauza ist für die Schiiten eine der bedeutendsten Wallfahrtsorte. Die Wände der prunkvollen Moscheeanlage sind vollständig mit glasierten Kacheln verkleidet. Sie zählt zu den wichtigsten Kunstschätzen der islamischen Welt. Jedes Jahr beginnt hier am 21. März, Frühlingsanfang, das 40 Tage andauernde persisch-afghanische Nauroz (Neujahrsfest).
Zum Nauroz kommen viele Pilger aus dem In- und Ausland nach Mazar-e-Sharif, um sich an den religiösen Ereignissen zu beteiligen. In den Teehäusern und Restaurants wird Live-Musik gespielt und die Sportbegeisterten schauen dem Nationalsport Buzkashi oder dem Ringen zu. Das Fest ist außerdem unter dem Namen ‘Gul i Surch’ bekannt: Das “Fest der roten Blumen”. Überall, soweit das Auge schauen kann, ist das hügelige Umfeld von roten Mohnblumen übersät.






[...] in Aybak fuhren wir am nächsten Tag durch eine malerische und wildromantische Gegend Richtung Mazar-e-Sharif. Die Landstraße zog sich durch große Ebenen und auf beiden Seiten der Straße [...]
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