Rebecca engagiert sich in Afghanistan

Artikel geschrieben von am 22. April 2008
Kategorien: Menschen
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Eine nachdenkliche Rebecca in Bamiyan (zentrales Hochland von Afghanistan)

Eine nachdenkliche Rebecca in Bamiyan (zentrales Hochland von Afghanistan). © Ursula Meissner

Rebecca de Graaff ist seit August 2007 für ein Gesundheitsprojekt in Bamiyan verantwortlich. Die 36-jährige Amerikanerin hat einen Holländischen Vater und eine Indonesische Mutter. Sie ist seit dem Wintereinbruch und dem Abzug der PTA (eine paramilitärische Organisation aus Neuseeland) Anfang Dezember 2007 die einzige ausländische Vertreterin im Distrikt von Panjab und Warras, dem zentralen Hochland von Afghanistan.

Rebecca beim Frühstück in Afghanistan — Brotaufstrich aus Deutschland

Bei einem Besuch des ADRA Gesundheitsprojektes fragen Fotojournalistin Ursula Meisser und ich, wie sie als junge Frau und zudem als Ausländerin in dieser unwirtlichen Gegend klarkommt.

“Ich bin zwar alleine hier, aber ich habe keine Angst. Ich fühle mich sicher. Ich gehe alleine in die Berge ohne Begleitung, aber ich fühle mich doch oft einsam, so allein in dieser rauen und trotzdem sehr wildromantischen Landschaft.”

Ein Strahlen huscht über ihr Gesicht: “Ich freue mich, dass ich mit Euch mal jemanden habe, mit dem ich auf ähnlicher Wellenlänge bin und über die Dinge sprechen und lachen kann. Das kann ich ja sonst nicht mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.”

Und dann erzählt sie von den Menschen, für die sie hier arbeitet: “Die Menschen hier gehören zum Volksstamm  Hasara, die sich schon seit jeher vernachlässigt fühlen. Sie sind unheimlich freundlich und gastfrei. Das Einkommen der überwiegend  ländlichen Bevölkerung liegt unter der Armutsgrenze.”

Rebecca mit ihrem Assistenten sowie dem Leiter für Logistik bei ADRA in Panjab

Rebecca mit ihrem Assistenten sowie dem Leiter für Logistik bei ADRA in Panjab. © Ursula Meissner

Sie berichtet, dass die Menschen trotz ihrer Armut nicht bereit waren, den landwirtschaftlichen Rat von Oxfam anzunehmen, neben Kartoffeln und Weizen auch noch Gemüse wie Blumenkohl, Kraut, Gurken, Karotten und Tomaten anzubauen. Daher gab die NGO ihre Pläne in dieser Gegend auf und hat die Region verlassen – so ein Vertreter von FAO (“Food and Agriculture Organization” der Vereinten Nationen), den ich vor dem Abflug in Bamiyan getroffen habe.

Autor Erich Lischek
Erich Lischek ist der Geschäftsführer von ADRA Deutschland und leitet seit 1986 die Geschicke der Hilfsorganisation. Er war bereits mehrfach in Afghanistan, zuletzt im März 2008 zusammen mit Fotojournalistin Ursula Meissner. 

Trotzdem hat ADRA die Arbeit auf dem Gebiet der Gesundheit aufgegriffen, die zurzeit von Rebecca als einziger „Ausländerin“ vor Ort geleitet wird. Eine nicht leichte Aufgabe.



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