Rahimi hatte Chance auf afghanisches Edelmetall – aber wer schaute zu?

Artikel geschrieben von am 15. September 2008
Kategorien: Kultur
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Es war für Afghanistan ein geschichtsträchtiges Ereignis: Mit Rohullah Nikpai holte ein Sportler aus Afghanistan am 22. August 2008 die erste Medaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking überhaupt. Was zu dieser Zeit auch in Deutschland noch eine Meldung wert war, würde vermutlich bei den derzeit (noch bis zum 17. September) laufenden, dreizehnten Paralympics an gleicher Austragungsstätte unter den Tisch fallen. Denn die Berichterstattung berücksichtigt hierzulande leider ausschließlich deutsche Sportler.

Dabei hatte sich für Afghanistan eine erneute Möglichkeit geboten, das zweite Edelmetall in der Geschichte des Landes zu holen. Mit Mohammad Fahim Rahimi war es genau ein afghanischer Teilnehmer, der sich der versammelten Weltkonkurrenz aus rund 4200 Athleten gestellt hatte. In der weitgehend unbekannten Wettkampfsportart der Schwerathletik, dem so genannten „Powerlifting“ (Bankdrücken), versuchte der Fahnenträger aus Afghanistan, die Flagge seines Landes hoch zu halten. Eine Medaille wäre – ähnlich wie bei den „richtigen“ Olympischen Spielen – eine Sensation gewesen.

Eigentlich sind die Paralympics eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Zuschauern ein anderes, begeisterungsfähiges Afghanistan zu zeigen. Doch leider, anders als noch vor wenigen Wochen, ist und war das mediale Interesse, entgegen der vorab erfolgten Ankündigen, kaum auf die Olympischen Spiele für Sportler mit Körperbehinderungen gerichtet. Und so hätte es passieren können, dass für Afghanistan ein weiteres Märchen wahr wird, diesmal jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.



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