Opiumproduktion in Afghanistan 2008 deutlich gesunken
Kategorien: Landschaft
Tags: Afghanistan, Anbau, Drogen, Heroin, Landwirtschaft, Opium, Taliban, Wirtschaft
“Nach einer Rekordernte 2007 ist der Schlafmohnanbau beim weltgrößten Opiumproduzenten Afghanistan in diesem Jahr deutlich zurückgegangen.” berichtet das Schweizer Newsmagazin Bluewin.ch.
Afghanistan gehört neben Myanmar, Laos und Thailand zu den größten Opium-Anbauländern der Welt. Die Taliban unterdrückten den Drogenanbau in Afghanistan zwar im Juli 2000, nach der Machtübernahme der Nordallianz Ende 2001 hat der Anbau des Schlafmohns jedoch wieder stark zugenommen. Im Herbst des vergangenen Jahres konnten somit wieder 8200 Tonnen geerntet werden. Damit war Afghanistan 2007 für 93 Prozent der weltweiten Opiumproduktion verantwortlich.
Rund jeder zehnte Afghane ist in den Drogenanbau verwickelt. Das produzierte Opium brachte auch immerhin 732 Millionen Dollar ein, was sieben Prozent des Bruttosozialprodukts entspricht.

Laut des Afghanistan-Jahresberichtes des UNO-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat sich die afghanische Mohnanbaufläche in diesem Jahr um 19 Prozent verringert und die Produktion von Opium ist um sechs Prozent gefallen. Was hauptsächlich auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass der Erlös pro Hektar deutlich größer geworden ist. Der Opiumpreis fiel wegen des Überangebots der vergangenen Jahre um rund ein Fünftel.
Die Gewinnung von Opium ist sehr aufwändig: Zuerst werden die Samenkapseln am späten Nachmittag angeritzt, sodass ein rosaroter Milchsaft austritt, der am nächsten Morgen als schwarz- oxidiertes Rohopium von den Kapseln abgeschabt wird. Hieraus wird durch Erhitzen, Kneten, vorsichtigem Rösten, anschließender Wasserextraktion und mehrmonatiger “Lagerung” mit Schimmelpilzen das Rauchopium, dessen Rauch inhaliert wird. Es kann aber auch in Alkohol gelöst getrunken, in fester Form gegessen oder als Tinktur gespritzt werden.





