Musik in Afghanistan
Kategorien: Kultur
Tags: Afghanistan, Frauen, Kultur, musik, Taliban, Unterdrückung
Wer in Kabul zum ersten Mal durch die Straßen geht, hört aus Geschäften und aus Autoradios eine für westliche Ohren ungewohnte Musik. Diese Form der Musik erinnert an den Ruf des Muezzin zum Morgengebet. Beide enthalten sogenannte Vierteltöne, so dass sich die Musik – für uns schwierig in Worte zu fassen – vielleicht als “wellenartig” beschreiben lässt.
Afghanische Musik hat ihre Wurzeln in der indischen und persischen Musik. Die Blütezeit der Musikentwicklung lag in der Zeit der Kuschanen und Sassaniden-Dynastie (1. – 7. Jahrhundert), die offen für neue Stilrichtungen war und griechische und hinduistische Einflüsse aufnahm. Seither zeichnet sich die Musik bis heute durch ihre Vielfalt aus.
Hier mal ein Beispiel für afghanische Musik von der Videoplattform Youtube:
Durch die Wiederöffnung von Radio Kabul erreichte Musik ab 1940 eine weitreichendere Verbreitung. 1951 war Parwin die erste afghanische Frau, die live im Radio singen durfte. Die 70er Jahre waren das Goldene Zeitalter der afghanischen Musik. Viele bezeichnen die Sängerin Farida Mahwash als berühmteste und herausragendste Sängerin dieser Epoche, ihr berühmtester Song war “Oh bacheh”.
Ab 1980 wurde Musik in Afghanistan zunehmend unterdrückt und in den 90er Jahren von den Taliban gänzlich verboten. Viel Musiker und Sänger gingen deshalb ins Exil.
Nach dem Fall der Taliban kam es zu einer Wiedergeburt der afghanischen Musik, heute ist eine Vielzahl von Musikkassetten und CDs erhältlich. Eine Musikrichtung, die zu einer der Beliebtesten unter afghanischen Jugendlichen zählt, ist der afghanische Hip-Hop.
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