Löwe Marjan: Spiegelbild afghanischer Hoffnung

Artikel geschrieben von am 11. März 2009
Kategorien: Geschichte
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Marjan war einer von 19. Außer ihm überlebten nur ein Bär, einige Vögel und Hasen den Krieg. Er war das Symbol für Hoffnung und Frieden in Afghanistan, hatte die Invasion der Sowjetunion, den Bürgerkrieg, die Taliban und zahlreiche US-Bombenangriffe überstanden. Marjan hatte seine eigenen Kriegsverletzungen davon getragen und genauso gelitten, wie das afghanische Volk. Im Januar 2002 starb der tapfere Löwe im Kabuler Zoo an Nierenversagen.

In Kabul spielte sich die Geschichte Afghanistans auf eine besondere Weise ab

Marjans Lebensgeschichte ist lang und begann in Deutschland. 1976 wurde er im Zoo in Köln geboren und zwei Jahre später als Geschenk nach Kabul gebracht. Dort lebte er mit seiner Partnerin Chucha. 1993 kletterte ein Taliban-Krieger in Marjans Gehege, um seinen Mut zu beweisen. Der Mann verließ das Gehege nicht mehr lebend. Einen Tag später kam sein Bruder und schmiss aus Rache eine Granate auf den Löwen. Marjan überlebte den Anschlag schwer verletzt. Er verlor sein linkes Auge, seine Zähne und wurde taub. Trotzdem lebte er weiter und wurde damit zum Symbol für den Überlebenswillen der afghanischen Bevölkerung.

Obwohl Marjans Schicksal tragisch ist – die meisten anderen Zootiere überlebten das Regime der Taliban nicht. Viele wurden Opfer von Bombenanschlägen oder zur Zielscheibe ihrer Schießübungen. Hathi, der letzte Elefant, wurde bei einem Raketenangriff getötet. Als die US-Truppen in Afghanistan einmarschierten, kamen mit ihnen Hilfsorganisationen, die sich um die wenigen noch übrig gebliebenen Zootiere kümmerten. Unter ihnen auch die WSPA, die World Society for the Protection of Animals, welche sich in seinen letzten Jahren um den Löwen kümmerte.

Durchhaltevermögen und der Wille zu Leben kennzeichneten nicht nur Marjan

Sein Tod war für viele Afghanen ein Schock. — Schockierend war und ist allerdings auch der Zustand das Kabuler Zoos. Zwar konnte der durch den Bürgerkrieg fast auf Null dezimierte Tierbestand wieder auf 222 Tiere aufgestockt werden, diese leben jedoch größtenteils unter unwürdigen Bedingungen. So streiten sich sechs Wölfe im gerade einmal fünf Quadratmeter großen Gehege um die karge Mahlzeit. Im Winter 2007, als eine Kältewelle Afghanistan erfasste, war die Not groß. Heizungen und Elektrizität gab es nur für wenige Gehege, die anderen musste bei nächtlichen Temperaturen von bis zu -17 Grad provisorisch mit Plastikplanen geschützt werden.

Schicksal des Löwen Marjan brachte Afghanistan die Anteilnahme vieler Länder ein

Auch wenn es um den Zoo in Kabul nicht gut steht, gibt es doch noch Hoffnungsschimmer. Mittlerweile bewohnt wieder ein Löwenpärchen das große Raubkatzengehege. Zhuangzhuang und Canny sind ein Geschenk der chinesischen Regierung als “Zeichen der Freundschaft”. Eine Reaktion auf Marjans Tod, der nicht nur die Menschen in Afghanistan bewegte, sondern weltweit.



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