Kinder für Afghanistan: Ein Radioprojekt

Artikel geschrieben von am 2. März 2009
Kategorien: Leitartikel
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Wie gehen Kinder eigentlich mit politischen Themen um? Lassen sie sie überhaupt an sich heran? Gerade bei so schwierigen Themen wie Afghanistan zeigt sich: Kinder sind außergewöhnliche Journalisten, die genau wissen, welche Fragen sie zu stellen haben.

Ein wirklich interessantes Projekt, was zwei Studentinnen der Universität Dortmund in einer vierten Klasse einer Grundschule durchgeführt haben: Kinder machen Radio, und stellen sich und an andere  “ganz nebenbei” wichtige Fragen zu Afghanistan. Auch, wenn den Schülern die politischen Zusammenhänge nicht bewusst sein können – sie haben in jedem Fall verstanden, wie sehr die Menschen in Afghanistan durch den Krieg gelitten haben. Die Bereitschaft, sich für die Hilfsbedürften einzusetzen, ist indes ungleich höher.

Radioprojekt über Afghanistan: Ein Beispiel, das Schule machen sollte

Dieses Beispiel in der Dortmunder Schule sollte in der Tat in ganz Deutschland Schule machen: Kinder werden leider in der Regel aus diesen doch so wichtigen, politischen Angelegenheiten herausgehalten. Afghanistan – dieses Thema ist für uns alle nicht immer leicht; regelmäßig werden wir mit Negativschlagzeilen konfrontiert. 

Kinder für Afghanistan - Radio-Projekt

Ein Beispiel, das Schule machen sollte: Radioprojekt Kinder für Afghanistan © Aplerbecker-Mark-Grundschule

Dabei ist es der eigenen Identitätsfindung dienlich, sich mit Politik und Kultur auseinandersetzen – auch wenn dabei manchmal schwierige Themen auf den Unterrichtsplan gerufen werden. Statt “von oben herab” zu unterrichten, werden die Kinder eingebunden, und können den “Unterricht” sogar aktiv gestalten – das Beispiel der zwei Studentinnen in Dortmund zeigt, wie sehr Kinder von einer solchen Aktion profitieren können.

Afghanistan und seine Kultur: Ein Höhepunkt für die Viertklässler

Ein Höhepunkt für die Schülerinnen und Schüler der Aplerbecker-Mark-Grundschule war sicherlich der Besuch in einer Moschee in Dortmund. Die so gewonnenen Eindrücke  konnten schließlich in den Interviews  mit einfließen und rundeten das Projekt “Kinder für Afghanistan” ab.

Schon Herber Grönemeyer erkannte in seinem Lied “Kinder an die Macht” das Potential gerade der jüngeren, vermeintlich unmündigen Generation. Wann und wie wir unsere Kinder mit Krieg, Unruhen und Elend konfrontieren, ist sicherlich eine Frage, über die sich vortrefflich streiten lässt. Sicher ist jedoch, dass wir unseren Kindern weitaus mehr “zumuten” können, als wir denken. Bereits Grundschüler gehen mit für uns häufig so schwierigen Themen wie Afghanistan wesentlich unkomplizierter um – eigentlich können wir uns eine Scheibe davon abschneiden.



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