Fatmas Spiel mit der Burka

Artikel geschrieben von am 10. März 2008
Kategorien: Menschen
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Eine meiner schönsten Begegnungen war die mit Fatma und ihrer Familie im November 2001, kurz nachdem die Taliban von der Nordallianz aus Kabul vertrieben wurden. Es war nicht leicht, die Witwe Fatma zusammen mit ihren sechs Töchtern für ein Gruppenbild vor die Kamera zu bekommen, eine fehlte immer.

Kein Wunder, denn nach der Schreckensherrschaft der Taliban dürfen alle Frauen endlich wieder ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen und einkaufen – was sie leidenschaftlich gerne tun. Es gibt viele neue Dinge zu entdecken, Dinge wie Videoclips, Musik, die es früher auf dem Markt nicht gab.

Fatma und ihre Familie feiert die neue Freiheit

Fatma und ihre Töchter feiern die neue Freiheit ohne Burka.© Bucher Verlag
»Die fünf Jahre unter den Taliban waren wie im Gefängnis«, sagt Fatma. Und Freshta, ihre Jüngste, fügt hinzu: »Wir hatten nicht nur Angst. Du weißt gar nicht, wie langweilig das war. Fünf Jahre lang durften wir gar nichts tun!«

Endlich, nach dem vierten Anlauf, sitzen alle im Wohnzimmer zum Fototermin, wie selbstverständlich verhüllt in ihren Burkas. Das einzig sichtbare Gesicht ist des verstorbenen Vaters auf dem Foto, das über dem Sofa hängt. Als ich sie darum bitte, legen sie die Burka ohne zu zögern ab. Die Älteste steckt sie auf einen Besen und trägt sie durch die Zimmertür. – Alle lachen.



Ein Kommentar »

  1. You’re the gareetst! JMHO

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