Familienausflug ins City-Center in Kabul
Kategorien: Kultur
Tags: Afghanistan, Einkaufen, Geld, Kabul, Kleidung, Konsum, Reichtum, Schmuck, Shopping, Vermögen
Der ehemalige Polizeichef von Kabul, Abdul Bassir Salangi, gehörte im Jahr 2003 zu den ersten Afghanen, die den Drang nach Modernisierung verspürten. Er ließ im Distrikt Shirpur, einem der ärmsten Viertel Kabuls, die Notquartiere mit Bulldozern niederreißen und schuf so Platz für prunkvolle Villen der wohlhabenden Afghanen, die in die Hauptstadt zurückkehrten. Die mit Gold verzierten Säulen an den Hauseingängen leuchteten mir schon von Weitem entgegen.

Viel aufregender ist das City Center, dessen Bau 2003, bald nach dem Ende des Krieges begann. Ein glitzerndes Gebäude aus Glas und Stahl mit einem Luxushotel in den obersten Etagen, das strengstens bewacht wird, nicht nur wenn gerade Staatsgäste im Hotel logieren.
Hier liegen moderne elektronische Geräte, Designer-Kleidung und Delikatessen in den Auslagen. Dinge, die die Menschen in den Straßen und die Händler aus den Provinzen noch nie gesehen haben. Eine staubfreie Luxusoase in der sonst so chaotischen Stadt. Leisten können sich diesen Luxus allerdings nur Beamte, Warlords und Entwicklungshelfer. Den normalen Afghanen hingegen bleibt nur der Blick durch die Fenster. Afghanistan ist ein Land zwischen Mittelalter und Moderne. Zwischen dem Leben in den Dörfern der abgelegenen Provinzen und dem Gesicht, das Kabul seinen Besuchern zeigt, scheinen Jahrhunderte zu liegen.
Â
16 Banken haben inzwischen Büros in der Hauptstadt eröffnet. Internationale Automobilkonzerne locken Kunden an, in zahlreichen Restaurants kann man italienisch, chinesisch, deutsch, ja sogar libanesisch essen. Der moderne Afghane informiert sich über Handy, was es Neues gibt und wo was zu finden ist in der Stadt. Was mir mein Übersetzer bei der Fahrt durch Kabul allerdings nicht zeigt, sind die Bordelle, die seit 2001 wie Pilze aus dem Boden schießen und die ihre Türen nicht nur den Besuchern aus dem Ausland öffnen.
Dieser Artikel entstammt dem Buch “Afghanistan – Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg” von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem online bestellen und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.






Ich war zum ersten mal in den Sommeferien 2007 in Kabul und in panjsheer aber leider nur für eine Woche,(den rest der ferien habe ich in pakistan verbracht )
Da war ich zu besuch bei meine ganze familie und es hat wirklich SPAß gemacht aber ich hab das
CITY CENTER nicht gesehen.
Warum sollten dort keine Bordelle und moderne Technik sein. Schließlich bekam Afghanistan 40 mio. Landmienen auch aus den Industriestaaten. Afghanistan hatte in den letzten 30 Jahren dadurch nun wirklich nichts zu lachen, deswegen wird der Wandel rapider geschehen, als in BRD (Nachkriegszeit)