Familie Fatami näht für den Lebensunterhalt

Artikel geschrieben von Erich Lischek am 4. Mai 2008
Kategorien: Hilfsprojekte
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Vor einigen Wochen haben wir von einem Projekt berichtet, das Menschen in Afghanistan auf dreifache Weise zu Gute kommt. Jahr für Jahr wird dieses Projekt wiederholt. Mit Rohstoffen vom regionalen Markt werden von bedürftigen Frauen Decken genäht, die im Winter an die arme Landbevölkerung in Afghanistan verteilt werden.

Familie Fatami ist auf das Nähen von Steppdecken für ihren Lebensunterhalt angewiesen. 

Familie Fatami ist auf das Nähen von Steppdecken für ihren Lebensunterhalt angewiesen. © Ursula Meissner

Bei unserem Besuch treffen wir Familie Fatami. Der Ehemann ist im Krieg durch Raketen schwer verletzt worden. Es fehlt ein Stück der Schädeldecke, seine linke Hand ist völlig gelähmt. Er kann keiner Arbeit mehr nachgehen. Das Ehepaar hat vier Mädchen. Die Mutter ist Teil des Programms, das vor fünf Jahren von ADRA ins Leben gerufen wurde.

Eine Frau kann bis zu drei Decken täglich produzieren. Gemeinsam mit ihren heranwachsenden Töchtern produziert Familie Fatami vier Decken am Tag. Mit diesen Einnahmen haben sie eine sehr gute Überlebenschance.

Ursula Meissner lässt sich erklären, wie die Decken genäht werden. 

Ursula Meissner lässt sich erklären, wie die Decken genäht werden. © Ursula Meissner

Insgesamt erhielten rund 300 Frauen wie die Mutter der Familie Fatami eine Ausbildung im Nähen dieser Decken. Außerdem lernten sie Lesen, Schreiben und Rechnen. Seit Beginn des Projekts erhalten sie jedes Jahr den Auftrag von ADRA, zwischen 14.000 – 20.000 solcher “Quilts” (Steppdecken) zu nähen. Diese werden dann an Menschen in den entlegenen Bergregionen verteilt. Sie spenden über den Winter Wärme und tragen somit zum Überleben bei.

Vinod Nelson, der Leiter von ADRA Afghanistan, würde diese Arbeit gerne zu einem Ganzjahresprogramm erweitern und nicht nur Aufträge erteilen, wenn ein weiteres Projekt ansteht, das vom Auswärtigen Amt mitfinanziert wird. Schließlich sind Menschen wie die Familie Fatami das ganze Jahr über auf diesen Lebensunterhalt angewiesen.



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