Erster Nationalpark Afghanistans, erster Hoffnungsschimmer?

Artikel geschrieben von Thomas Kilian am 29. Mai 2009
Kategorien: Landschaft
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Wenn es eine Freiheit über den Wolken gibt, dann existiert sie sicher auch unterhalb des Meeresspiegels. Wo uns im weiten Meer allerdings zunehmend trübe und undurchsichtige Tiefen erwarten, strahlt den Besuchern des Band-e Amir azurblaues Wasser und eine spektakuläre Landschaft entgegen. Kaum zu glauben, dass Band-e Amir inmitten der Provinz Bamiyan in Zentral-Afghanistan liegt.

Blaue Seen, soweit das Auge reicht: Band-e Amirs Schönheit ist unübertroffen

Band-e Amir bezeichnet eine Seenkette, bestehend aus sechs Seen, deren hoher Mineralien-Gehalt das Wasser strahlend blau färbt. Einst eine beliebte und viel besuchte Touristenattraktion, sieht man an den Seen zur Zeit nur einheimische Fischer mit ihren Booten. Gemeinsam mit den (mittlerweile zerstörten) größten Buddhastatuen der Welt, war die Provinz Bamiyan eine des der wenigen Reiseziele ausländischer Besucher. Aber auch Einheimische wurden von der Seenkette, der heilige Kräfte nachgesagt werden, magisch angezogen.

Urlaub in Afghanistan

Urlaub in Afghanistan – Badeidylle in der Nähe von Bamiyan© Ursula Meissner

Bereits in den sechziger Jahren sollte Band-e Amir daher zum ersten Nationalpark Afghanistans erklärt werden. Was damals aufgrund der Instabilität der afghanischen Regierung nicht geschah, wurde in diesem Jahr endlich nachgeholt. Während der vergangenen Dekaden hat Band-e Amir schließlich nichts von seiner Schönheit verloren – wohl aber viele seiner Besucher. Diese bleiben der Seenkette fern, aufgrund der mangelhaften Sicherheitslage. Generell sind Touristen in Afghanistan selten geworden.

Touristen meiden Afghanistan – Der Nationalpark als Ort des Friedens

Verständlich zwar, aber zu Unrecht, gemessen an dem, was die afghanische Landschaft zu bieten hat. Um diese Schätze der Natur besser schützen zu können, und um wieder mehr Touristen anzulocken, wurde das Gebiet nun zum Nationalpark erklärt. Ob dieser Plan funktioniert, wird sich zeigen – und hängt, wie Mukeem Dschamschedi richtig anmerkt, von der Entwicklung des gesamten Landes ab: “Touristen können uns nicht die Sicherheit bringen. Es ist eine stabile Sicherheitslage, die mehr Touristen bringt.”



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