Das erste Museum in Afghanistan im Jahre 1919

Artikel geschrieben von Fritz Neuberg am 3. April 2009
Kategorien: Geschichte
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Es begann im Jahre 1910 in Baghram, 60 Kilometer nördlich von Kabul entfernt, als ein Bauer seinen Acker pflügte und der Ochse (nein, nicht der Bauer) schließlich im Boden einbrach. Die Entdeckung: In einer Höhle befanden sich brahmanische Skulpturen und buddhistische Köpfe.

Was ein Archäologe in Afghanistan als Aufsehen erregenden Fund erkannt hätte, jagte dem armen Bauern jedoch einen gehörigen Schrecken ein. Die schnell versammelten Landwirte aus der Umgebung machten sich alsbald auch daran, das “Hexenwerk” zu zerstören. Unzählige Schädel wurden somit mit Äxten und Pickeln zerstört.

Zerstörung und Plünderung in Afghanistan

Doch ein Teil der Skulpturen blieb erhalten. In den nächsten Jahren folgten Ausgrabungen in weiteren Dörfern in der Umgebung von Baghram. 1919 schließlich wurde das erste Museum in Afghanistan in Kabul eröffnet, das die Funde im Schloss Baghe Bala zur Schau stellte. Zu sehen waren neben brahmanische Skulpturen unter anderem auch Schriftstücke, Waffen und nicht zuletzt Schmuck. Das Museum hatte damals die größte Münzsammlung der Welt – über 40.000 Münzen konnten damals in Afghanistan besichtigt werden – eine unglaubliche Schatzkammer.

Doch im Mai 1993 kam es durch die Mudjahedin-Führer Hekmatyar  und Sayyaf zu einem Raketenbeschuss in Kabul. Teile des Museums wurden auf diese Weise zerstört. In der Folge fanden Plünderungen statt — noch heute können Stücke aus dem damaligen Bestand des Museums, wie etwa alte Shiwa-Köpfe, in Afghanistan gekauft werden.

Immerhin waren die Museumsstücke für viele Jahre für die Menschen in Afghanistan eine wahre Goldgrube – im wahrsten Sinne des Wortes. Doch das erste Museum in Afghanistan fiel leider den Raketen und Plünderungen zum Opfer. Für die Kultur des Landes am Hindukusch ist dies natürlich bis heute ein herber Verlust.

Nachzulesen in “Die Geschichte Afghanistans” (Habibo Brechna)



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