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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Menschen</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Restaurantkritikerin in Afghanistan &#8211; Nervenkitzel am Essenstisch</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 06:00:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein schmaler Gang, zwei Türen an seinen Enden, an jeder Tür ein bulliger Wachmann, die Waffen hängt bedrohlich an ihren Seiten, ihre Blicke angespannt &#8230; Was sich anhört wie ein Krimi, ist in Kabul Wirklichkeit &#8211; und zwar nicht in den Hochsicherheitstrakten der Regierung, sondern im Restaurant um die Ecke. Alltag in Afghanistan. Rosemary Stasek [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein schmaler Gang, zwei Türen an seinen Enden, an jeder Tür ein bulliger Wachmann, die Waffen hängt bedrohlich an ihren Seiten, ihre Blicke angespannt &#8230; Was sich anhört wie ein Krimi, ist in Kabul Wirklichkeit &#8211; und zwar nicht in den Hochsicherheitstrakten der Regierung, sondern im Restaurant um die Ecke. <strong>Alltag in Afghanistan.</strong></p>
<p>Rosemary Stasek macht diese Erfahrung nicht zum ersten Mal: Die ehemalige Bürgermeisterin der kalifornischen Stadt Moutain View ist die einzige Restaurantkritikerin Afghanistans. Die Amerikanerin hat in Afghanistans Hauptstadt schon viel erlebt; strenge Sicherheitsvorkehrungen sind hier an der Tagesordnung. Auch die Prozedur, erst durch mehrere bewachte Vorräume geführt zu werden, bevor sie am Restauranttisch Platz nehmen kann, <a title="Restaurantkritikerin in Afghanistan" href="http://www.dailymotion.com/relevance/search/lunch+bunch+in+kabul/video/x8zx70_bks-0415-lunch-bunch-in-kabul_news" target="_blank">ist für sie nichts Neues</a>.</p>
<h3><strong>US-Sicherheitsbestimmungen gelten auch für die zahlreichen Restaurants in Kabul</strong></h3>
<p>Besonders internationale Restaurants, die von ausländischen Mitarbeitern von Hilfsorganisationen, Botschaften oder der Medien besucht werden, gleichen einer kleinen Festung. Um sich darin geschmacklich nicht zu verirren, hat Rosemary Stasek auf ihrer Internetseite ihren eigenen <a title="Restaurantführer für Afghanistan" href="http://www.stasek.com/rrr/" target="_blank">Restaurantführer für Afghanistanbesucher</a> eingerichtet.</p>
<p>Ausschlaggebend für ihre Kritiken sind Qualität, Quantität und der Preis des Servierten. Kurz und knapp dient ihr Restaurantführer der schnellen Orientierung in der hektischen Hauptstadt Afghanistans. Und da die Restaurantszene Kabuls immer schneller wächst, ist Rosemary Stasek wohl auch in Zukunft in den gut gesicherten (Vor-)Räumen  der afghanischen Lokalitäten unterwegs, um ausländischen Besuchern <a title="Restaurantkritikerin in Afghanistan" href="http://kurier.at/genuss/essen/321716.php" target="_blank">einen Weg durch den Restaurantdschungel zu bahnen</a>.</p>
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		<title>Allein gegen alle &#8211; Überlebenskampf in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 06:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es muss für uns unvorstellbar sein, was tausenden Menschen auf der Welt täglich passiert: Alles zu verlieren, was man hat. Egal ob Familie, Freunde, liebgewonnene Haustiere, Hab und Gut &#8211; wenn anderen Menschen innerhalb von Sekunden die gesamte Existenz unter den Füßen fortgerissen wird und sie wortwörtlich nur mit dem, was sie am Leibe tragen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es muss für uns unvorstellbar sein, was tausenden Menschen auf der Welt täglich passiert: Alles zu verlieren, was man hat. Egal ob Familie, Freunde, liebgewonnene Haustiere, Hab und Gut &#8211; wenn anderen Menschen innerhalb von Sekunden die gesamte Existenz unter den Füßen fortgerissen wird und sie wortwörtlich nur mit dem, was sie am Leibe tragen, auf der Straße stehen, können wir nur ungläubig den Kopf schütteln.</p>
<p>Wie soll das Leben nun weiter gehen? Auch in Afghanistan stellen sich jeden Tag unzählige Menschen diese Frage. Das Schicksal eines jungen Mädchens, dem es genau so ergangen ist, <a title="Bücher von Deborah Ellis" href="http://www.rga-online.de/xray/index.php?red=2&amp;artikel=109108696&amp;rubrik=xray" target="_self">beschreibt die Autorin Deborah Ellis in ihren Büchern</a>. </p>
<h3><strong>Der Afghanistankrieg macht Shauzia zum Waisen und Flüchtling, raubt ihr aber nicht ihre Hoffnung</strong></h3>
<p>Alles, was Shauzia nach dem Ausbruch des Krieges in Afghanistan bleibt, ist ihr Hund Jasper. Mit ihm zusammen rettet sie sich zunächst in ein Flüchtlingslager in Pakistan. Bald aber muss sie erkennen, dass sie von nun an völlig auf sich allein gestellt ist. Das Mädchen stellt sich seinem schwierigen Schicksal und kämpft für seine Freiheit &#8211; all dies wird von Ellis so eindringlich und überzeugend dargestellt, dass sich der Leser Shauzias täglichen Kampf ums Überleben nicht entziehen kann.</p>
<p>Deborah Ellis reflektiert in &#8220;<strong>Am Meer wird es kühl sein</strong>&#8221; auch ihre eigenen Erlebnisse: Ihrer eindringlichen Schilderung von Shauzias Überlebenskampf liegt die Erfahrung zugrunde, die die Autorin selbst in Flüchtlingslagern in Afghanistan gemacht hat. Sie verbrachte viele Monate in verschiedenen Flüchtlingslagern und ließ sich die Situation dort selbst von betroffenen Frauen und Kindern schildern. Mit ihrem Buch leistet sie jetzt einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Lage dieser Menschen und regt durch die von ihr geschaffenen  intensiven Gefühlswelten <a title="Nachdenken über Lage der Flüchtlinge" href="http://www.frieden-fragen.de/10330.html" target="_self">zum Nachdenken an</a>.</p>
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		<title>Nadia Qani: Eine Tasche voller Hoffnung</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 06:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nadia Qani hat trotz Flucht aus Afghanistan ihr Heimatland nicht vergessen. Mehr als eine Tasche hatte Nadia Qani nicht dabei, als sie mit 19 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland floh. Sie hätte sich damals ihrem Schicksal ergeben können, hätte von staatlicher Hilfe leben und sich zuhause verschanzen können. Doch sie tat es nicht - und wurde zur "Frankfurterin des Jahres 2005" ernannt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nadia Qani hat trotz Flucht aus Afghanistan ihr Heimatland nicht vergessen</strong><strong>.</strong> Mehr als eine Tasche hatte Nadia Qani nicht dabei, als sie mit 19 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland floh. Sie hätte sich damals ihrem Schicksal ergeben können, hätte von staatlicher Hilfe leben und sich zuhause verschanzen können. Doch sie tat es nicht &#8211; und wurde zur &#8220;<a title="Frankfurterin des Jahres" href="http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~EDC3122F4B0404C838644F496CCC2C3A2~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Frankfurterin des Jahres 2005</a>&#8221; ernannt.</p>
<h3><strong>Vom Flüchtling zur erfolgreichen Unternehmerin &#8211; Nadia Qani hat sich nie unterkriegen lassen</strong></h3>
<p>Die junge Frau hatte ihren Lebenswillen nicht verloren, sie besuchte nach ihrer Ankunft in Deutschland eine Sprachschule, arbeitete als Kassiererin und gründete sogar einen eigenen Pflegedienst. Mittlerweile ist sie erfolgreiche Unternehmerin und wurde kürzlich sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, weil sie insbesondere <a href="http://www.together-in-hessen.de/pdf/presse/ihk_wirtschaftsforum36-37.pdf">ältere und ausländische Angestellte beschäftigt</a>, um ihnen eine Perspektive aufzuzeigen.</p>
<p><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2009/05/nadia-qani.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-626" title="Nadia Qani erhält Bundesverdienstkreuz" src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2009/05/nadia-qani.jpg" alt="Nadia Qani erhält Bundesverdienstkreuz" width="605" height="250" /></a></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Nadia Qani erhält das Bundesverdienstkreuz</span><span class="ImageTextC">© Bundesministerium für Arbeit und Soziales</span></div></p>
<p>Obwohl sie sich auch in Deutschland behauptet hat, wollte Nadia Qani ihre Heimat Afghanistan eigentlich nie verlassen. Für ein Mädchen ihrer Zeit war sie erstaunlich gut gebildet, besuchte das einzige Mädchengymnasium Afghanistans, Lycée Jamhuriat, und begann ihre Arbeit als <a href="http://www.afghan-german.de/Admin_DE/Lauftext/n_qane_Rede_IHK.pdf" target="_blank">Chefsekretärin der Exportabteilung des Wirtschaftsministeriums</a>.</p>
<h3><strong>Zan e. V. setzt sich für die Rechte afghanischer und muslimischer Frauen ein</strong></h3>
<p>Bis heute hat Nadia Qani ihr Heimatland nicht vergessen. In dem von ihr gegründeten <a title="Zan e. V." href="http://www.zanev.de/" target="_blank">gemeinnützigen Verein</a><strong> Zan e.V. </strong>setzt sie sich für die Rechte afghanischer und muslimischer Frauen ein und organisiert beispielsweise die Ausstellung &#8220;Frauenleben in Afghanistan&#8221;.</p>
<p>&#8220;Zan&#8221;, das ist der persische Begriff für Frau, und eine solche, starke, Frau ist auch <strong>Nadia Qani</strong>, die sich trotz aller Widrigkeiten in ihrem Leben behauptet hat und ihre Weg gegangen ist &#8211; und damit vielleicht ein Vorbild sein kann für andere afghanische Mädchen und Frauen.</p>
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		<title>Afghanische Blogger, vereinigt euch</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 06:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Vereinigung afghanischer Blogautoren (Afghan Penlog) wurde 2006 ins Leben gerufen, um afghanische Blogger aus der ganzen Welt miteinander zu verbinden. In diesem Netzwerk will man gemeinsam für mehr Rechte und Freiheit eintreten &#8211; nicht nur im Internet. Freie Medien &#8211; in Afghanistan ist dies immer noch ein Fremdwort, auch wenn die Sendungen aus TV [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Vereinigung afghanischer Blogautoren (<a title="Afghanische Blogger" href="http://afghanpenlog-en.blogspot.com/" target="_blank">Afghan Penlog</a>) wurde 2006 ins Leben gerufen, um <strong>afghanische Blogger</strong> aus der ganzen Welt miteinander zu verbinden. In diesem Netzwerk will man gemeinsam für mehr Rechte und Freiheit eintreten &#8211; nicht nur im Internet.</p>
<p>Freie Medien &#8211; in Afghanistan ist dies immer noch ein Fremdwort, auch wenn die Sendungen aus TV und Radio schon deutlich liberaler geworden sind. Das Internet erscheint dennoch für viele als eine Oase der Freiheit, da man sich hinter dem Deckmantel der Anonymität in Sicherheit wähnt.</p>
<p>Obwohl natürlich auch diese Sicherheit begrenzt ist, wächst die Macht der Medien in Afghanistan &#8211; auch und gerade durch das Internet. Täglich erreichen neue Weblogs von Afghanen die so genannte &#8220;Blogosphäre&#8221;. Bloggen &#8211; das bedeutet schließlich Freiheit. Im Internet hat jeder eine Stimme, die er dazu nutzen kann, um seine Meinung frei zu äußern.</p>
<h3>Afghan Press: Lokalnachrichten aus Afghanistan</h3>
<p>Aus diesen Beweggründen ist schließlich auch <a title="Afghanpress" href="http://afghanpress.af" target="_blank">Afghan Press</a> entstanden. Ziel dieses Online-Projektes in Afghanistan ist es, Lokalnachrichten aus dem Land unverfälscht nach außen zu tragen. In den internationalen Medien erhalten die Landsleute auf der ganzen Welt zumeist nur Informationen über Explosionen oder Selbstmordattentate &#8211; über soziale Themen wie etwa Musik, Literatur und Bildung erfahren sie jedoch nichts.</p>
<p>Dies ändert sich mit <strong>Afghan Press</strong>, da hier von einem anderen Afghanistan die Rede ist. Das Online-Nachrichtenmagazin wird in der Landes-üblichen Sprache verfasst, um Afghanen im In- und Ausland gleichermaßen zur Verfügung zu stehen und zu erreichen.</p>
<p>Die freie Meinungsäußerung wird durch die Vereinigung der afghanischen Blogautoren gestärkt, da es im Rahmen eines solchen Netzwerkes mehr Möglichkeiten gibt, die Aktivitäten gezielt zu koordinieren und sich zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig stehen die häufig auf Englisch verfassten Weblogs auch Nicht-Afghanen zur Verfügung, die sich über das Land am Hindukusch informieren können. Die Herausforderung besteht jedoch in der öffentlichen Aufmerksamkeit, d.h. in den Medien insgesamt, die Kulturgüter in Afghanistan zu erkennen und schließlich darüber zu berichten.</p>
<p>Schrecken und Schönheit liegen in Afghanistan auch heute noch dicht beieinander &#8211; die Blogger aus Afghanistan und der ganzen Welt helfen dabei, das Gleichgewicht dieser beiden Extremen in den Medien wieder zurechtzurücken.</p>
<p><strong>Weitere Informationen zum Thema auch unter:<br />
</strong><a href="http://de.globalvoicesonline.org/2008/02/15/bloggen-fur-ein-freieres-afghanistan">http://de.globalvoicesonline.org/2008/02/15/bloggen-fur-ein-freieres-afghanistan</a></p>
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		<title>Präsident Hamid Karzai im Interview über Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 07:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der afghanische Präsident, Hamid Karzsai, spricht in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung über das Verhältnis zum Westen und über die Fortschritte in Afghanistan. Eine Bestandaufnahme vor der Wahl in diesem Jahr. Was hat sich im Laufe seiner Amtszeit, die 2005 begann, verändert - und was gilt es, noch zu tun?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der <strong>afghanische Präsident, Hamid Karzsai</strong>, spricht <a title="Hamid Karzai im Interview" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/73/457730/text/4/" target="_blank">in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung</a> über das Verhältnis zum Westen und über die Fortschritte in Afghanistan. Eine Bestandaufnahme vor der Wahl in diesem Jahr. Was hat sich im Laufe seiner Amtszeit, die 2005 begann, verändert &#8211; und was gilt es, noch zu tun?</p>
<p>Ein großes Kompliment und Dankeschön speziell an die Deutschen; <strong>Hamid Karsai</strong> betrachtet Deutschland als &#8220;die größten <strong>Freunde Afghanistans</strong>&#8220;<strong>.</strong> Allerdings spricht sich der Präsident in Afghanistan gleichzeitig dafür aus, für mehr deutsche Truppen im Land &#8220;noch dankbarer&#8221; zu sein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-473" title="Der afghanische Präsident Hamid Karzai im Interview" src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2009/02/hamid-karzai_praesident_afghanistan.jpg" alt="Der afghanische Präsident Hamid Karzai im Interview" width="605" height="300" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Der afghanische Präsident Hamid Karzai äußert sich im Interview</span><span class="ImageTextC">© <a title="Hamid Karzai" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Hamid_Karzai.jpg&amp;filetimestamp=20051216143145" target="_blank">Wikipedia</a></span></div></p>
<p>Generell sei es jedoch ein Fehler gewesen, dass die Verbündeten gerade 2001 nicht ausreichend <strong>Truppen nach Afghanistan</strong> geschickt hätten. Diese Nachlässigkeit sei, so Präsident Karzai, dafür mitverantwortlich, dass die Situation heute so ist, wie sie ist. Die <strong>Anschlagserie</strong>, die in der vergangenen Woche im Süden des Landes wieder für Unruhe und Schlagzeilen sorgte, ist dafür ein eindrucksvoller wie erschütternder Beleg.</p>
<h3>Wunschvorstellung oder realistische Prognose: Afghanistan im Jahr 2015</h3>
<p><a title="Hamid Karzai" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hamid_Karzai" target="_blank">Hamid Karzai</a> reagiert damit auf die Vorwürfe, die insbesondere von den Amerikanern immer wieder an ihn, an sein Land, herangetragen werden. Sie seien auch deshalb ungerechtfertigt, weil Afghanistan in den letzten sieben Jahren schon so viel geschafft hat. Seine Prognose (oder besser gesagt, seine Hoffnung): 2015 soll der Prozess des Wiederaufbaus <strong>in Afghanistan</strong> abgeschlossen sein, der Terrorismus jedoch bereits früher besiegt worden sein.</p>
<p>Inwieweit die <a title="Wahlen in Afghanistan 2009" href="http://afghanistan.adra.de/wahlen-in-afghanistan-im-herbst-2009/" target="_self">Wahlen 2009</a> zu einer solchen <strong>Entwicklung in Afghanistan</strong> beitragen, wird sich zeigen. Sicher ist jedoch, dass das Verhältnis zwischen Amerikanern und  Afghanen nach wie vor angespannt ist &#8211; hier ist auch der neue Präsident in den USA, <a title="Barack Obama und Afghanistan" href="http://afghanistan.adra.de/barack-obama-und-afghanistan/" target="_self">Brack Obama</a>, gefordert. Die Anschläge, wie sie derzeit <strong>wieder in Afghanistan</strong> begangen wurden, dürften mit Sicherheit nicht die letzten gewesen sein.</p>
<p>Ein kontinuierlicher Kampf gegen den Terrorismus und für intensive internationale Beziehungen liegt vor <strong>Afghanistan </strong>- zu gewinnen ist er freilich nur, wenn die Länder des Westens weiterhin mit helfender Hand zur Seite stehen.</p>
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		<title>Barack Obama und Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 07:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Erwartungen an Barack Obama sind zweifelsohne hoch; bereits  vor seinem Einzug ins weiße Haus wurde er wie ein Popstar verehrt und von Weltstars wie Beyoncé und Bono von U2 unterstützt. Kritik kam eigentlich nicht auf - zu groß sind die Hoffnungen, welche die Weltgemeinschaft in den neuen US-amerikanischen Präsidenten setzt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Erwartungen an Barack Obama sind zweifelsohne hoch; bereits  vor seinem Einzug ins weiße Haus wurde er wie ein Popstar verehrt und von Weltstars wie Beyoncé und Bono von U2 unterstützt. </strong>Kritik kam eigentlich nicht auf - zu groß sind die Hoffnungen, welche die Weltgemeinschaft in den neuen US-amerikanischen Präsidenten setzt.</p>
<p><strong>Was aber bringt Barack Obama für Afghanistan? </strong>Frieden und einen guten Weg hin zu einem unabhängigen Land am Hindukusch, oder doch Auseinandersetzungen?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-418" title="Barack Obama - Chancen für Afghanistan?" src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2009/02/barack_obama_afghanistan.jpg" alt="Barack Obama - Chancen für Afghanistan?" width="605" height="250" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Was bringt der neue US-Präsident Barack Obama für Afghanistan?</span><span class="ImageTextC">© Pete Souza (CC)</span></div></p>
<p>Bereits <strong>George W. Bush</strong> wurde für seine <strong>Afghanistan-Politik</strong> scharf kritisiert &#8211; von Obama hatte man sich daher einen anderen Kurs erhofft. Und dann das. Der frisch gebackene Präsident und Popstar für die Massen gab bekannt, er wolle bis zu 30.000 neue Soldaten nach Afghanistan entsenden. Kein Wunder, dass es zum ersten Mal in seiner noch so kurzen Amtszeit zu Kritik an Obama kommt.</p>
<h3>Erreicht Obama ein Gleichgewicht in Afghanistan?</h3>
<p>Was aber spricht dafür, und was dagegen? Sicherlich ist <strong>Afghanistan</strong> immer noch äußerst unruhig &#8211; doch was gegenwärtig fehlt, ist ein natürliches Gleichgewicht in den Bemühungen Obamas, der sich bislang noch nicht zu einer Verbesserung der <strong>Situation in Afghanistan</strong> geäußert hat. Dabei brauchen die Menschen am Hindukusch vor allem Unterstützung beim Wiederaufbau; etwa Krankenhäuser, Schulen und Saatgut.</p>
<p>Inwieweit Obama künftig zu einer echten <strong>Verbesserung in Afghanistan</strong> beitragen kann, werden die nächsten Wochen und Monate sicherlich zeigen. Allerdings hätt man sich ihm und den <strong>Menschen in Afghanistan</strong> einen besseren Start gewünscht. Es ist daher zu fragen, ob es aus Sicht des Präsidenten richtig ist, auf diese Art und Weise ein Zeichen zu setzen &#8211; um weiterhin das zu sein, was einen Popstar ausmacht: <strong>beliebt.</strong></p>
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		<title>Ursula Meissner im Video über Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 08:00:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Zusammenarbeit mit dem Bucher-Verlag hat die Hilfsorganisation ADRA Deutschland im Frühjahr 2008 das Buch "Afghanistan - Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg" von Ursula Meissner herausgebracht. In einem Video beschreibt die Fotojournalistin, die bereits 16 Mal in Afghanistan war, wie das Buch entstanden ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Zusammenarbeit mit dem Bucher-Verlag hat die Hilfsorganisation ADRA Deutschland im Frühjahr 2008 das Buch &#8220;Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg&#8221; von Ursula Meissner herausgebracht. In einem Video beschreibt die Fotojournalistin, die bereits 16 Mal in Afghanistan war, wie das Buch entstanden ist.</p>
<p> <object type="application/x-shockwave-flash" data="http://sevenload.de/pl/0Lxi4In/380x313/swf" width="380" height="313"><param name="movie" value="http://sevenload.de/pl/0Lxi4In/380x313/swf" /></object></p>
<p>(Quelle: <a title="Afghanistan - Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg" href="http://www.video4pr.de/meissner" target="_blank">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>, <em>mit freundlicher Genehmigung</em>)</p>
<h3>Über das Buch &#8220;Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg&#8221;</h3>
<p>Afghanistan mit seinen überwältigenden Landschaften und den faszinierenden, stolzen Menschen könnte längst ein begehrtes Reiseland sein. Doch der seit fast drei Jahrzehnten währende Krieg mit den täglichen Nachrichten von Gewalt, Hunger und Elend lässt eine solche Entwicklung nicht zu. Die Zukunft des Landes wird wohl auch in den nächsten Jahren von blutigen Auseinandersetzungen geprägt bleiben.</p>
<p>Dieses Buch mit seinen einfühlsamen Bildern und sorgfältig recherchierten Reportagen zeigt das andere, weithin unbekannte Afghanistan, das sich nach außen abschirmt und sich unserem Blick entzieht. Es handelt vom harten Alltag, aber auch von vielen Fortschritten, dem bewundernswerten Mut der Menschen und dem immer wieder durchschimmernden Zauber des Landes. Ein Buch, das für Afghanistan hoffen lässt.</p>
<p>Mit dem Kauf dieses Buches (29,95 Euro) direkt über ADRA ermöglichen Sie die Herstellung und Verteilung einer Steppdecke in Afghanistan. <strong>&gt;&gt;&gt; </strong><a title="Afghanistan Buch bestellen" href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" target="_self"><strong>JETZT BESTELLEN</strong></a><strong>!</strong></p>
<h3>Über Ursula Meissner</h3>
<p>Ihre journalistische Laufbahn begann Ursula Meissner 1984 als Assistentin im ZDF Studio Südostasien. 1989 tauschte sie die Schreibmaschine gegen die Kamera ein und begann eine Ausbildung zur Fotojournalistin, die sie zunächst durch die ZDF Landesstudios und bald wieder ins Ausland führte. Nach mehreren kleineren Projekten veröffentlichte sie ihre erste eigene Fotoreportage 1992 über die Belagerung der Stadt Sarajewo.</p>
<p><a title="Ursula Meissner" href="http://www.ursulameissner.de" target="_blank">Ursula Meissner</a> ist seit 15 Jahren als freie Fotografin in allen Kriegs- und Krisengebieten der Welt unterwegs. Von Afghanistan bis Sierra Leone, vom Kosovo bis in den Irak, gibt sie den Opfern kriegerischer Konflikte und humanitärer Katastrophen ein Gesicht. <strong>Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und werden weltweit publiziert.</strong></p>
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		<title>Interview mit Afghanistan-Kenner Boris Barschow</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 06:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits vor einigen Wochen haben wir ZDF-Journalist und Reporter Boris Barschow (41) hier im Afghanistan-Magazin vorgestellt. Er ist Mitglied der Jury des Fotowettbewerbs und - ebenso wie Fotojournalistin Ursula Meissner - vielgereister Experte und Autor über Afghanistan. Heute gibt uns Barschow einige Antworten auf seine Sicht über "das andere Afghanistan".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bereits vor einigen Wochen haben wir ZDF-Journalist und Reporter Boris Barschow (41) <a title="Boris Barschow - Kabul, ich komme wieder" href="http://afghanistan.adra.de/boris-barschow-in-afghanistan-kabul-ich-komme-wieder/">hier im Afghanistan-Magazin vorgestellt</a>.</strong> Er ist Mitglied der <a title="Jury Afghanistan-Fotowettbewerb" href="http://afghanistan.adra.de/die-jury-des-afghanistan-fotowettbewerbs/">Jury unseres Fotowettbewerbs</a> und &#8211; ebenso wie <a title="Fotojournalistin Ursula Meissner" href="http://afghanistan.adra.de/buch/ursula-meissner/">Fotojournalistin Ursula Meissner</a> &#8211; vielgereister Experte und Autor über Afghanistan. Heute gibt uns <strong>Boris Barschow</strong> einige Antworten auf seine Sicht über &#8220;das andere Afghanistan&#8221;.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/boris-barschow_kabul-ich-komme-wieder_afghanistan_01.jpg" alt="Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder</span><span class="ImageTextC">© Christoph Schieder</span></div></p>
<p><strong>Im Buch &#8220;Kabul, ich komme wieder&#8221; beschreiben Sie ja Ihre Erfahrungen aus Ihrer Zeit in Afghanistan. Was waren für Sie die prägendsten Erlebnisse?</strong></p>
<p>Die prägendsten Momente waren die vielen Begegnungen mit Afghanen. Eine sympathische Herzlichkeit, die ich hier in Deutschland selten finde. Ich habe zusammen mit einem Afghanen in Kabul eine Firma gegründet, damit mein afghanischer Freund eine bessere Zukunft bekommt. Als wir die Ämter in Kabul aufsuchten, um diese Firma gründen zu können, war das der schönste Tag meines Einsatzes &#8211; als wir unsere Behördengänge machten. Niemand beschwerte sich, dass jemand in Uniform in einer Behörde aufschlägt &#8211; es war so selbstverständlich für die Afghanen, das hätte ich nie gedacht. Ich habe wirkliche Freunde gefunden in Afghanistan und ich kann es kaum erwarten, sie in Afghanistan wieder zu treffen. Einer von ihnen hatte mich schon in Deutschland besucht. Das war richtig klasse, aber auch traurig, weil ihn die Eindrücke hier erschlagen haben &#8211; vor allem, dass man auf der Straße nicht um sein Leben bangen muss.</p>
<p><strong>Welche Tätigkeitsschwerpunkte hatten Sie bei Ihrem Aufenthalt? Wie sah Ihr Alltag aus?</strong></p>
<p>Ich war in zwei Einsätzen insgesamt sieben Monate Chefredakteur der ISAF Zeitung <a title="Sada-e-Azadi" href="http://www.sada-e-azadi.net/en/index.htm" target="_blank">Sada-e-Azadi</a>, die in einer Auflage von mittlerweile 400.000 Stück, die alle zwei Wochen erscheint. Ein Wochenblatt für die Afghanen &#8211; die hochwertigste Zeitung, die in Afghanistan erscheint, mit der wir informieren, aber auch Aufmerksamkeit schenken wollen. Für mich ein Schlüssel zum &#8220;Erfolg&#8221; in Afghanistan. Ich hatte westliche zivile Journalisten und afghanische Kollegen zu führen, dazu noch die Kameraden der Bundeswehr &#8211; die waren und sind immer noch verantwortlich für die vielen Billboards und andere Informationskampagnen. Ich habe jede Gelegenheit genutzt, aus dem Feldlager herauszukommen, um Afghanen, Land und Kultur kennenzulernen. Diese zwei Einsätze haben mein Leben komplett verändert&#8230; und für diese Erfahrung bin ich sehr sehr dankbar.</p>
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<p><strong>Was können Sie uns über Afghanistan erzählen, was den Menschen in Deutschland vielleicht noch unbekannt ist?</strong></p>
<p>Dass die Menschen die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. Sie glauben an uns, davon konnte ich mich selber überzeugen, weil ich eben da war in diesem Land und mit den Menschen geredet habe. Viele so genannte Experten, die immer wieder in den einschlägigen Talkshows auftreten, kennen Afghanistan meist nur von den heimischen Konferenztischen. Am Hindukusch herrscht ein Krieg der Bildung, ein Krieg der Worte&#8230; trotz allem geben die Menschen nicht auf und stecken all ihre Energie in ihre Kinder, die irgendwann einmal die Geschicke ihres eigenen Landes leiten sollen. Viele Afghanen haben mir aufgetragen, in Deutschland &#8220;Danke&#8221; zu sagen. Mit unserer <a title="Melmapalena" href="http://blog.phoenix.de/afghanistan/?p=544" target="_blank">Veranstaltung &#8220;Melmapalena&#8221; am 13.12.08 in Frankfurt</a> möchte ich zusammen mit <a title="Orientpalace" href="http://www.orientpalace.de" target="_blank">Khalid A. Dayani</a> zeigen, dass dieser Dank angekommen ist.</p>
<p><strong>Wie können wir das Verständnis für Afghanistan und die Menschen in Afghanistan noch weiter fördern?</strong></p>
<p>Indem wir Aufmerksamkeit hierzulande schaffen, indem wir die motivieren, diejenigen für Afghanistan zu interessieren, die sich bisher noch nicht betroffen fühlten. Dieses Land geht uns alle an, nur haben das noch nicht viele verstanden. Deshalb habe ich auch &#8220;Kabul, ich komme wieder&#8221; geschrieben und deshalb ist auch das <a title="Afghanistan-Weblog von Boris Barschow" href="http://blog.phoenix.de/afghanistan" target="_blank">PHOENIX Afghanistan-Blog</a> entstanden.</p>
<p><strong>Was wünschen Sie sich für Afghanistan? </strong></p>
<p>Eine friedliche Zukunft, eine hoffnungsvolle Perspektive &#8211; damit das Land nicht mehr das ärmste Land der Welt bleibt.</p>
<p><strong>Wie können wir in Deutschland für Afghanistan aktiv werden? </strong></p>
<p>Schöne Frage. Erstens: Sich interessieren, sich dann eine eigene Meinung bilden und dann seinen Worten Taten folgen lassen. Das Internet ist voll von Ideen, wie man Afghanistan helfen kann. Ich sammle beispielsweise für <a href="http://www.aktion-cash.de/">www.aktion-cash.de</a>. 5.000 Euro hatten wir in zwei Schulen investiert. Das war gar nicht so schwer, wie ich vorher dachte, man muss es einfach nur tun.</p>
<p><strong>Ein Wort zum Schluss?</strong></p>
<p>Vergesst Afghanistan nicht&#8230;!</p>
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		<title>Fahim Fazli  – Ein Hollywood-Star aus Afghanistan</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 07:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Star]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum jemandem würde wohl ein internationaler Star einfallen, der seine Wurzeln in dem krisengebeutelten Afghanistan hat. Mit dem gebürtigen Afghanen Fahim Fazli, der am 30. Mai 1966 in Kabul geboren wurde, hat der Vielvölkerstaat jedoch einen waschechten Hollywood-Star hervorgebracht, der aktuell in dem überaus erfolgreichen Kinofilm Iron Man zu sehen ist. Für den aus Kabul [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kaum jemandem würde wohl ein internationaler Star einfallen</strong>, der seine Wurzeln in dem krisengebeutelten Afghanistan hat. Mit dem gebürtigen Afghanen <strong>Fahim Fazli</strong>, der am 30. Mai 1966 in Kabul geboren wurde, hat der Vielvölkerstaat jedoch einen waschechten Hollywood-Star hervorgebracht, der aktuell in dem überaus erfolgreichen Kinofilm Iron Man zu sehen ist.</p>
<p>Für den aus Kabul stammenden Schauspieler ist es die erste Rolle an der Seite von Robert Downey Jr. in einem Major-Projekt. Hierbei musste Fazli allerdings in die Abgründe seines Heimatlandes abtauchen; für die Realverfilmung des Comics „Iron Man“ wurde der Schauplatz Vietnam gegen Afghanistan ausgetauscht.</p>
<h2>Von Afghanistan aus nach Kalifornien</h2>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/11/fahim-fazli_afghanistan_hollywood-star.jpg" alt="Fahim Fazli  – Ein Hollywood-Star aus Afghanistan" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Fahim Fazli  – Ein Hollywood-Star aus Afghanistan</span><span class="ImageTextC">© Fahim Fazli</span></div></p>
<p>Mittlerweile lebt Fazli im Kalifornien, nachdem er im Alter von zwölf Jahren mit seiner Mutter, seinem älteren Bruder sowie seinen Geschwistern aus Afghanistan floh. Mit seiner alten Heimat fühlt sich der sympathische Schauspieler jedoch nach wie vor verbunden. Neben seiner Leidenschaft, kulinarische Spezialitäten aus Afghanistan zu genießen, und auch zu kochen, ist Fazli ein Anhänger der auch in Afghanistan überaus beliebten Bollywood-Filme. </p>
<h3>Als Kind träumte Fahim Fazli in Afghanistan von Hollywood</h3>
<p>Schon früh träumte <strong>Fahim Fazli </strong>davon, einst ein berühmter Filmstar zu werden. Als Kind führte er ein privilegiertes Leben, wie er selber sagt. Seit 2006 tritt er zudem als <a target="_blank" href="http://www.fahimfazli.blogspot.com/" title="Fahim Fazli Weblog">Blogger im Internet</a> in Erscheinung, um einige Einblicke in seine laufenden Film-Projekte zu gewähren und einige Schnappschüsse mit Schauspielkollegen  zu präsentieren.  <strong>Fahim Fazli ist damit eine Erfolgsgeschichte, die ihren Ursprung in Afghanistan findet und in Hollywood prächtig gedeiht.<br />
</strong></p>
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		<title>Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 10:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Zuerst hatte ich es nicht bemerkt. Wer schenkt einer Garage, die scheinbar immer verschlossen ist, schon besondere Aufmerksamkeit! Ich war erst seit einigen Tagen in Kabul und so war die Garage auf dem Grundstück von ADRA Afghanistan nichts besonderes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zuerst hatte ich es nicht bemerkt.</strong> Wer schenkt einer Garage, die scheinbar immer verschlossen ist, schon besondere Aufmerksamkeit?! Ich war erst seit einigen Tagen in Kabul und so war die Garage auf dem Grundstück von ADRA Afghanistan nichts besonderes.</p>
<p>Als ich eines Tages zu einem Meeting gehen musste und auf das Taxi wartete, stand die Garagentür offen und Kinder rannten aus der Garage auf die Straße. Als sie mich sahen, konnte man ihren kleinen grauen Zellen entnehmen, dass sie bei mir Süßigkeiten oder irgendetwas anderes Leckeres vermuteten, das ich ihnen geben würde. Leider war ich nicht darauf vorbereitet und so gingen sie leer aus.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/armut-in-afghanistan_die-garage-als-zuhause01.jpg" alt="Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Armut in Afghanistan: Eine Garage als Zuhause</span><span class="ImageTextC">© Fritz Neuberg</span></div></p>
<p><strong>In der Garage lebte eine ganze Familie, Großeltern, Eltern, Kinder.</strong> In der Mitte hing ein Vorhang, hinter dem man sich umziehen konnte und &#8211; wie man mir sagte &#8211; in der Nachts die Frauen schliefen. ADRA Afghanistan hatte das Grundstück zwar gemietet, aber der Vermieter hatte auch die Garage &#8220;geschäftstüchtig&#8221; zusätzlich an eine Familie vergeben.</p>
<p>Durch die ungeheure Armut in Afghanistan spielt sich auch in Kabul ein Phänomen ab, dass man in allen Ländern beobachten kann, die unter Armut leiden: Die Armen ziehen in die großen Städte auf der Suche nach Arbeit. Afghanistan hat durch den Krieg alles verloren. Auf dem Land gibt es kaum Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Der einzige Ort, wo man sich noch Einkommen erhofft, sind die Städte.</p>
<p>So ziehen diese Arbeitssuchenden samt Familie unter anderem in die <a href="http://afghanistan.adra.de/stadtportrait-kabul-die-hauptstadt-von-afghanistan/" title="Kabul, Hauptstadt von Afghanistan">afghanische Hauptstadt Kabul</a>. Viele von ihnen sind Tagelöhner, die sich in der Frühe an bestimmten Punkten in der Stadt aufstellen – meist einem Kreisverkehr – und dort auf Leute warten, die ihnen Arbeit anbieten. Glücklich, wer da noch eine Garage als &#8220;Wohnung&#8221; erhaschen kann. Trotzdem versucht mancher Vermieter trotz dieser schwierigsten Umstände noch den letzten Tropfen Geld aus den Mietern &#8220;herauszupressen&#8221;.</p>
<p>In den nächsten Tagen hatte ich immer etwas in meiner Tasche, wenn ich aus dem Haus ging. Meist waren es Süßigkeiten, ein anderes Mal ein Kugelschreiber, ein Block. Für mich nichts Außergewöhnliches, für die Kinder aber ein kleines Fest der Freude.</p>
<p><strong>Eines Tages war die Familie verschwunden.</strong> Es hatte etwas mit dem Vermieter zu tun, sagte man mir. Genaueres wusste man nicht. Die Garage blieb leer. Ich war traurig und frustriert. Es war die Ohnmacht, dass man ohne finanzielle Unterstützung zusehen muss, wie die Ärmsten der Armen immer wieder Opfer werden.</p>
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		<title>Interview mit Ursula Meissner über Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 05:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA["Das andere Afghanistan" ist das zentrale Thema des Online-Magazins von ADRA Deutschland, das begleitend zur Veröffentlichung eines Buches der Fotojournalistin Ursula Meissner im März 2008 gestartet ist. Wir sprechen mit der Autorin über die bisherigen Reaktionen auf ihr Buch sowie ihre letzte Reise nach Afghanistan im Frühjahr dieses Jahres.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Das andere Afghanistan&#8221; ist das zentrale Thema des Online-Magazins von ADRA Deutschland, </strong>das begleitend zur <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan-Buch von Ursula Meissner">Veröffentlichung eines Buches der Fotojournalistin Ursula Meissner</a> im März 2008 gestartet ist. Wir sprechen mit der Autorin über die bisherigen Reaktionen auf ihr Buch sowie ihre letzte Reise nach Afghanistan im Frühjahr dieses Jahres.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/interview_ursula-meissner_afghanistan-2008_01.jpg" alt="Fotojournalistin Ursula Meissner (rechts) bei der Eröffnung ihrer Fotoausstellung" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Fotojournalistin Ursula Meissner (rechts) bei der Eröffnung ihrer Fotoausstellung.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Frau Meissner, Sie waren nun insgesamt 16 Mal in Afghanistan, zuletzt im April dieses Jahres. Aus welchem Grund haben Sie diese Reise unternommen?</strong></p>
<p>Ich besuche Afghanistan immer wieder, weil ich mich davon überzeugen möchte, was in diesem Land nach und nach geschieht. Bei der letzten Reise habe ich es endlich geschafft, die Provinzen Panjab und Bamiyan zu erkunden, die ich bis dahin nur vom Hörensagen kannte. </p>
<p><strong>Was waren dabei besondere Erlebnisse für Sie?</strong></p>
<p>Panjab ist eine der ärmsten Provinzen in Afghanistan. Da gehen die Bauern noch mit dem Holzpflug aufs Feld. Es gibt jetzt aber viele Lehmhütten, die tatsächlich Satelliten-Antennen auf dem Strohdach haben. Am Abend sehen die Familien eine Fernsehserie aus Indien, in der eine Schwiegertochter den Haushalt führt. Das ist schon ziemlich ungewöhnlich für eine Provinz, von der wir sagen würden, dass sie noch im Mittelalter lebt. </p>
<p>Ein weiteres Highlight war Bamiyan. Da konnte ich endlich fotografieren, was von den berühmten, in Fels gehauenen <a href="http://afghanistan.adra.de/buddha-statuen-zerstoerung-und-wiederaufbau-in-bamiyan/" title="Buddha-Statuen in Bamiyan">Buddha-Statuen</a> übrig geblieben ist; die Taliban hatten sie ja 2001 gesprengt. </p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/interview_ursula-meissner_afghanistan-2008_02.jpg" alt="Ursula Meissner mit ADRA Geschäftsführer Erich Lischek bei einer Rast." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ursula Meissner mit ADRA Geschäftsführer Erich Lischek bei einer Rast.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div><br />
 <br />
<strong>In Ihrem Buch &#8220;Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg&#8221; erleben wir eine weithin unbekannte Seite von Afghanistan. Haben Sie bei Ihrer letzten Reise selbst noch neue Eindrücke gesammelt? Etwas für Sie bisher noch unbekanntes entdeckt?</strong></p>
<p>Das zwar nicht, aber manche Eindrücke von früheren Reisen haaben sich bestätigt. Afghanistan kommt nur sehr mühsam voran. Es gibt zwar Fernsehantennen auf Bauernhütten, aber wegen der schlechten Sicherheitslage kommen keine neuen großen Hilfsprojekte in Gang. Eine Ausnahme macht das <a href="http://afghanistan.adra.de/krankenhaus-fuer-opfer-von-anschlaegen-in-kabul/" title="Krankenhaus von ADRA in Kabul">Krankenhaus von ADRA</a>, das ich in Kabul besuchen konnte. Die Bauern werden immer unzufriedener, weil so viel von Hilfe geredet wird, sie aber keine Hilfe erreicht. Häufig ist das in abgelegenen Gebieten aber aufgrund der nicht vorhandenen Sicherheit auch unmöglich.</p>
<p>Wir haben einmal einen Pass oder Pässe überquert und waren dazu fast 14 Stunden unterwegs. Wir mussten wegen Schneeverwehungen im Gebirge in einer nicht sehr gemütlichen Hütte übernachten.</p>
<p>Bamiyan war aber wirklich eindrucksvoll, in jeder Hinsicht. Wir hatten einen Reiseführer, der uns für die Besichtigung der zerstörten Buddhastatuen 15 Dollar abnahm. Selbst das Wenige, das von den Statuen übrig geblieben ist, fasziniert noch immer jeden Besucher. Ich hoffe, dass möglichst bald mehr Menschen dort hinreisen könnten, denn der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ich bin mir sicher, dass die Statuen einmal eine Art Wallfahrtsort für die Afghanen und ein absolutes &#8220;Muss&#8221; für alle ausländischen Touristen werden. </p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/interview_ursula-meissner_afghanistan-2008_03.jpg" alt="Ursula Meissner im Gespräch mit der Gouverneurin von Bamiyan" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ursula Meissner im Gespräch mit der Gouverneurin von Bamiyan.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div><br />
 <br />
<strong>Was sind in Ihren Augen die drei größten Missverständnisse über Afghanistan?</strong></p>
<ol>
<li>Dass derzeit überall und ständig geschossen wird. Vom normalen Leben der Afghanen, das ja vielerorts weitergeht, erfahren wir nichts. Es ist wohl zu wenig spektakulär für die internationalen Medien. Leider wird in der Regel nur aus Afghanistan berichtet, wenn es wieder einmal einen Bombenanschlag gegeben hat, wenn Militäreinsätze gemeldet werden, wenn deutsche Soldaten verwundet werden oder gar beim Einsatz am Hindukusch sterben.</li>
<li>Es wird immer vom &#8220;Wiederaufbau Afghanistans&#8221; gesprochen, als ob es darum ginge, einem ehemals hochentwickelten und nach 30 Kriegsjahren zerstörten Land eine neue Chance zu geben. Die bedauerliche Wahrheit ist, dass Afghanistan ein Entwicklungsland ist, ohne Industrie, ohne Infrastruktur und mit einer Bevölkerung, von der die meisten Erwachsenen Analphabeten sind. Das macht die Hilfe für Afghanistan doppelt schwierig.</li>
<li>Afghanistan ist kein Land mit einer homogenen Bevölkerung. Tatsache ist, dass in Afghanistan zahlreiche unterschiedlich geprägte Volksstämme leben, von denen jeder unter seinem eigenen Stammesfürsten auf die größtmögliche Unabhängigkeit pocht. Jede zentrale Regierung in Afghanistan hat sich deshalb bisher mit dem Regieren schwer getan. Die jetzige stellt keine Ausnahme dar.</li>
</ol>
<p><strong>Was können Sie über die Menschen in Afghanistan sagen?</strong></p>
<p>Die Menschen in Afghanistan sind fleißig, ganz besonders gastfreundlich, unglaublich stolz und an ein Leben in zerklüfteten Bergregionen fast wie ihre Bergziegen gewöhnt, wenn ich das so burschikos sagend darf &#8211; aber Afghanistan besteht ja nicht nur aus Bergen. Wir werden als Deutsche immer noch sehr verehrt.  </p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/interview_ursula-meissner_afghanistan-2008_04.jpg" alt="Ursula Meissner hat zu jeder Zeit die Kamera griffbereit" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ursula Meissner hat zu jeder Zeit die Kamera griffbereit</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Welche Reaktionen haben Sie auf die Veröffentlichung Ihres Buches über &#8220;das andere Afghanistan&#8221; erhalten?</strong></p>
<p>Bisher fast nur positive. Dass es so ein Buch vorher nicht gab und dass es wichtig ist, um Verständnis für die Afghanen zu wecken. Das war auch, was ich wollte. Die einzige Kritik, die ich bisher lesen konnte, war, dass vielleicht zu viele Bilder im Buch verwendet wurden und man den einzelnen Bildern hätte mehr Platz einräumen sollen.</p>
<p><strong>Wann werden Sie wieder nach Afghanistan reisen?</strong></p>
<p>Ich hoffe bald, aber ich suche noch einen Auftraggeber.</p>
<p><strong>Frau Meissner, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Einsatz in und um Afghanistan.</strong></p>
<p><em>Wer Ursula Meissner einmal persönlich treffen möchte, hat dazu Gelegenheit am 17. Oktober ab 14 Uhr bei der Frankfurter Buchmesse (am Stand des </em><a target="_blank" href="http://www.bucher-verlag.de/" title="Bucher-Verlag Afghanistan"><em>Bucher-Verlags</em></a><em>). Über aktuelle Ausstellungen, Lesungen und Projekte der Fotojournalistin, informiert die </em><a target="_blank" href="http://www.ursulameissner.de" title="Ursula Meissner Afghanistan"><em>Website von Ursula Meissner</em></a><em>.</em></p>
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		<title>Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder!</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Boris Barschow ist ein besonderer Mann: Er ist ZDF-Journalist und Reporter. Und er ist zeitgleich Reservist bei der Bundeswehr – ohne vorher gedient zu haben. Als Journalist bekommt er vor allem die Schattenseiten Afghanistans zu Gesicht. Und als Reservist ist Afghanistan sicherlich nicht das geeignete Land, um sich für einen ersten Einsatz zu melden.

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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/boris-barschow_kabul-ich-komme-wieder_afghanistan_01.jpg" alt="Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder</span><span class="ImageTextC">© Christoph Schieder</span></div></p>
<p><strong>Boris Barschow ist ein besonderer Mann:</strong> Er ist ZDF-Journalist und Reporter. Und er ist zeitgleich Reservist bei der Bundeswehr – ohne vorher gedient zu haben. Als Journalist bekommt er vor allem die Schattenseiten Afghanistans zu Gesicht. Und als Reservist ist Afghanistan sicherlich nicht das geeignete Land, um sich für einen ersten Einsatz zu melden.</p>
<p><strong>Boris Barschow tut es trotzdem.</strong> Er wird als Redakteur der Zeitschrift &#8220;<a target="_blank" href="http://www.sada-e-azadi.net/en/index.htm" title="Sada-e-Azadi">Sada-e-Azadi</a>&#8221; (Stimme der Freiheit) nach Afghanistan berufen – und er nimmt an. &#8220;Sada-e-Azadi&#8221; ist die auflagenstärkste Zeitung in Afghanistan, eine gern gelesene Zeitung, die in einer Auflage von 390.000 Stück alle zwei Wochen erscheint und mit Unterstützung der NATO herausgegeben wird.</p>
<p>Als Chefredakteur dieser Zeitschrift geht <strong>Boris Barschow</strong> nach Afghanistan – neugierig und doch mit einer Menge Angst. In Kabul angekommen, taucht er zuerst in die Welt der Soldaten ein, um später in die Welt eines (afghanischen) Journalisten zu wechseln und zuletzt als interessierter Beobachter das &#8220;andere Afghanistan&#8221; zu entdecken. Er ist so fasziniert von Land und Leute, dass er verspricht: &#8220;Kabul, ich komme wieder&#8221;, der Titel seines gleichnamigen Buches.</p>
<p>Barschow erzählt in &#8220;<strong>Kabul, ich komme wieder</strong>&#8221; von seinen afghanischen Kollegen, die ihm ans Herz wachsen, den Schwierigkeiten, die Zeitung in Paschtu und Dari herauszugeben – jeder Übersetzer will den Text anders interpretieren – und von der Herausforderung, ein Zeichen in einer Zeitung zu erklären, das Leben retten kann: &#8220;STOPP – Nicht weiterfahren&#8221;. Der Journalist zeigt sich vor allem als sensibler Beobachter, der sich schnell mit den Afghanen anfreundet, den aber eines von diesen freundlichen und stolzen Menschen trennt: Seine Uniform.</p>
<p>Trotzdem wagt sich Barschow unter die Menschen, besucht eine Schule. &#8220;Es zerbricht mir fast das Herz, wenn ich in die großen strahlenden Augen der Kinder sehe. Ihre Blicke sind voll Hoffnung und Freude. Ihre Hände – so geschunden von harter Arbeit daheim. Diese Kinder sind der ganze Stolz ihrer Eltern. Sie ernten die Kraft und den Mut ihrer Väter und Mütter, dürfen auf eine bessere Zukunft hoffen. Die, die keine Kinder haben, scheinen gleichweise verloren. Ich stelle mich vor die Klasse und begrüße sie.&#8221;</p>
<p>Barschow zeigt uns Afghanistan auf seine ganz bestimmte Art, als Journalist und Soldat in Afghanistan. Vor allem aber zeigt sein Buch die einfühlende Wertschätzung für die Menschen und ihr Land. Ein Buch, das jeder Afghanistan-Interessent lesen sollte.</p>
<p><strong>Boris Barschow: Kabul, ich komme wieder. vive!verlag, Lüneburg,  ISBN 987-3-9399 12-01-9</strong></p>
<p><strong>Das Afghanistan-Weblog von Boris Barschow:<br />
</strong><a href="http://blog.phoenix.de/afghanistan"><strong>http://blog.phoenix.de/afghanistan</strong></a></p>
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		<title>Kopftuch und Burka in Afghanistan &#8211; ja oder nein?</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 05:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[diskussion]]></category>
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		<description><![CDATA[Oder &#8220;afghanisch&#8221; gefragt: &#8220;Burka – Ja oder Nein?&#8221; Die Fragestellung ist nur eine Kurzform der Grundsatzfrage zu den Bekleidungsvorschriften, die in vielen muslimischen Ländern für Frauen gelten. Diese Vorschriften sind von Land zu Land verschieden, der Koran bzw. die gesellschaftlichen Regeln werden unterschiedlich ausgelegt. Im Folgenden soll die Kurzform &#8220;Kopftuch&#8221; für das Thema Bekleidungsvorschriften stehen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oder &#8220;afghanisch&#8221; gefragt: &#8220;Burka – Ja oder Nein?&#8221;</strong> Die Fragestellung ist nur eine Kurzform der Grundsatzfrage zu den Bekleidungsvorschriften, die in vielen muslimischen Ländern für Frauen gelten. Diese Vorschriften sind von Land zu Land verschieden, der Koran bzw. die gesellschaftlichen Regeln werden unterschiedlich ausgelegt. Im Folgenden soll die Kurzform &#8220;Kopftuch&#8221; für das Thema Bekleidungsvorschriften stehen.</p>
<p><strong>Kopftuch &#8211; Ja oder Nein?</strong> Diese Fragestellung ist direkt, offen, für manche vielleicht auch zu aggressiv. Und doch wird sie genau in dieser Form gegenwärtig gestellt. Denn es geht um eine Grundsatzfrage: &#8220;Wer ist der Muslime/Muslima&#8221; und wie beeinflussen sie unsere Gesellschaft. Und es behandelt das Thema &#8220;Stellung der Frau im Islam und in der arabisch/persischen Welt&#8221;, ihre Rechte bzw. nicht vorhandenen Rechte.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/kopftuch_burka_afghanistan_frauen_01.jpg" alt="Viele Frauen in Afghanistan tragen nicht nur Kopftuch, sondern eine Burka." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Viele Frauen in Afghanistan tragen nicht nur Kopftuch, sondern eine Burka.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Wer ein wenig zu diesem Thema &#8220;googelt&#8221; findet schnell hitzig geführte Diskussionen zu dem oben genannten Thema. Der Stil dieser Diskussionen endet – leider – meist in einem polemischen, zynischen, letztlich aggressiven Stil.</p>
<p><strong>Dass die Diskussion intensiv geführt wird, zeigen auch Medien und Politik.</strong> Mit verschiedenen Ergebnissen: Schweizer Politiker <a target="_blank" href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/CVPChef-will-ein-BurkaVerbot/story/23624987" title="Burka-Verbot in der Schweiz">fordern ein Burka-Verbot</a>, während der Schweizer Fremdenverkehrsverband den betuchten Gästen viel <a target="_blank" href="http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/story/17989427" title="Schweiz Burka Kopftuch">offener gegenübersteht</a>. In Bayern beschließen die Grünen, religiöse Symbole aus Klassenzimmern verbannen zu wollen – es geht um das Kopftuch – und enden in einer Diskussion um die <a target="_blank" href="http://www.sueddeutsche.de/bayern/769/307720/text" title="Kopftuch Glauben Religion Kirche">Rolle der Kirche</a>. In Wuppertal verbietet das Arbeitsgericht einer muslimischen Lehrerin genau das: Die Lehrerin darf ihr Kopftuch nicht tragen. Kopftuch samt Lehrerin wird <a target="_blank" href="http://www.rp-online.de/public/article/remscheid/595793/Kopftuch-Kuendigung-rechtens.html" title="Kopftuch Verbot Schule Lehrerin">aus dem Klassenzimmer verbannt</a>.</p>
<p>Bei dieser Diskussion geht es letztlich um die Frage, welche Bedeutung dem Kopftuch in der Gesellschaft des jeweiligen &#8220;Ursprungslandes&#8221; (meist ein muslimisches Land) und unserer Gesellschaft zukommt. Ist es ein Symbol der Unterdrückung oder ein Symbol des Glaubens? Ist es ein Symbol der Verachtung der Werte unserer Kultur oder ein Symbol für das Recht auf freie Religionsausübung? Ist es ein Symbol für Frauen, die zu ihrem Glauben trotz Widerstand stehen oder ein Symbol für scheinheilige (männliche) Moral?</p>
<p><strong>Die deutsche Journalistin Christiane Hoffmann hat selbst von 1999 bis 2004 in einem muslimischen Land, dem Iran, gelebt.</strong> In ihrem Buch &#8220;<a target="_blank" href="http://www.amazon.de/Hinter-den-Schleiern-Irans-verborgenes/dp/3832180613" title="Hinter den Schleiern Irans von Christiane Hoffmann">Hinter den Schleiern Irans</a>&#8221; beschreibt sie ihre eigenen Erfahrungen mit dem Kopftuch und den Bekleidungsvorschriften. Sie zeigt in beeindruckender Weise, dass die Bedeutung des Kopftuchs selbst im Iran nicht eindeutig ist: &#8220;<em>Während der Hedschab für den westlichen Betrachter vor allem ein Symbol der Unterdrückung der Frau im Islam ist, ist seine Bedeutung für die iranischen Frauen sehr viel weniger eindeutig, denn er ist zugleich Teil der eigenen Tradition, mit der jede Erinnerung verbindet.</em>&#8221;</p>
<p>Am besten bringt es eine Iranerin auf den Punkt: In der Zeit des Schahs hätte eine Minderheit sie gezwungen, den &#8220;Hedschab&#8221; (arab. &#8220;Vorhang&#8221; oder &#8220;Schleier&#8221;) abzulegen, jetzt zwinge sie eine Minderheit, ihn anzulegen. Frauen hatten nie die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollten oder nicht.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/kopftuch_burka_afghanistan_frauen_02.jpg" alt="Die Burka ist in vielen Ländern zu einem Zeichen für die Unterdrückung der Frau geworden." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die Burka ist in vielen Ländern zu einem Zeichen für die Unterdrückung der Frau geworden.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Nicht nur in den ärmeren Schichten finden sich Muslima</strong>, die das Tragen des Kopftuchs befürworten, auch in den intellektuellen und reichen Schichten treten Frauen für das Kopftuch ein. Und es sind nicht die Ausnahmen. Auch der Islamwissenschaftler Alfred Hackensberger zeigt in seinem Buch &#8220;Lexikon der Islam-Irrtümer&#8221; auf, dass in der Debatte um das Kopftuch übersehen wird, dass das Kopftuch bei vielen muslimischen Frauen nicht als Zeichen der Unterdrückung, sondern als Zeichen der Befreiung und Selbstbestimmung gesehen wird.</p>
<p>Die Frage &#8220;Kopftuch: Ja oder Nein?&#8221; lässt sich eben nicht in einem schwarz-weiß Klischee beantworten.</p>
<ul>
<li>Ist es ein Zeichen der Unterdrückung? In vielen Gegenden der Welt &#8220;Ja&#8221;.</li>
<li>Ist es kein Zeichen der Unterdrückung, sondern ein Zeichen eines gewollten Ausdrucks des Glaubens: In vielen Gegenden der Welt &#8220;Ja&#8221;.</li>
<li>Ist es ein Symbol für scheinheilige (männliche) Moral? In vielen Gegenden der Welt &#8220;Ja&#8221;.</li>
<li>Ist es ein Symbol für eine eigenständige Kulturidentität? In vielen Gegenden der Welt &#8220;Ja&#8221;.</li>
</ul>
<p><strong>Vielen Frauen wird mit dem Instrument einer falsch verstandenen Religion die &#8220;Hölle auf Erden&#8221; gemacht.</strong> Frauen werden unter dem Vorwand, Gott habe es ebenso gewollt, in Rollen und Unterwürfigkeiten gezwungen, die sprachlos machen, sie werden gedemütigt und entwürdigt. Das darf nicht geleugnet und relativiert werden. Hier bedarf es einer klaren, starken und scharfen Stimme, die sich für die Rechte und die Würde von Frauen einsetzt. Wir dürfen unsere Meinung aber auch nicht unreflektiert von den Medien und der Politik bestimmen lassen, die das Thema &#8220;Kopftuch&#8221; benutzen, um Emotionen zu schüren und uns zu einem politischen Instrument machen.</p>
<p><strong>Afghanistan hat mit dem Thema &#8220;Kopftuch, Burka und Verschleierung&#8221; seine eigene Geschichte. Wenn Sie Hintergründe und Fakten zu diesem Thema aus Afghanistan haben, so schreiben Sie uns. Sie stammen selbst aus Afghanistan? Wie sehen sie das Thema &#8220;Kopftuch: Ja oder Nein?&#8221; aus afghanischer Sicht? Wie wird dieses Thema in Afghanistan wahrgenommen? Über ihren Beitrag  freuen wir uns sehr.</strong></p>
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		<title>Interview mit der Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 05:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen haben wir im Afghanistan-Magazin das Goethe-Institut in Kabul vorgestellt. Wir freuen uns, dass wir die Leiterin Rita Sachse-Toussaint für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie ihre Sicht auf "das andere Afghanistan" beschreibt und aufzeigt, wo Afghanistan noch am meisten Unterstützung benötigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einigen Tagen haben wir im Afghanistan-Magazin das </strong><a target="_blank" href="http://afghanistan.adra.de/das-goethe-institut-in-kabul-afghanistan/" title="Goethe-Institut in Kabul, Afghanistan"><strong>Goethe-Institut in Kabul</strong></a><strong> vorgestellt.</strong> Wir freuen uns, dass wir die Leiterin des Goethe-Instituts, <strong>Rita Sachse-Toussaint</strong>, für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie ihre Sicht auf &#8220;das andere Afghanistan&#8221; beschreibt und aufzeigt, wo Afghanistan noch am meisten Unterstützung benötigt.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/rita-sachse-toussaint_leiterin-goethe-institut-kabul_afghanistan.jpg" alt="Die Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul, Rita Sachse-Toussaint" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die Leiterin des Goethe-Instituts in Kabul, Rita Sachse-Toussaint.</span><span class="ImageTextC">© Goethe-Institut Kabul</span></div></p>
<p><strong>Frau Sachse-Toussaint, Sie leiten das Goethe-Institut in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Was sind die Aufgaben des Goethe-Instituts und wo liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit?<br />
</strong> <br />
In Afghanistan wächst eine junge Generation heran, die sowohl die in weiten Teilen verschüttete eigene traditionelle Kultur beleben will, als auch in allen kreativen Bereichen nach eigenen und neuen Ausdrucksformen sucht. Da Schulen und Universitäten über Jahre kaum funktionierten, fehlt es an Wissen und Können, so dass diese Suche nur mit Hilfe von außen möglich ist.</p>
<p>Das <a target="_blank" href="http://www.goethe.de/ins/af/kab/deindex.htm" title="Goethe-Institut in Kabul, Afghanistan">Goethe-Institut</a> unterstützt mit seinen Aktivitäten im Kulturbereich die Qualifizierung von Kulturschaffenden, in der Bibliotheks- und Informationsarbeit die Aus- und Fortbildung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und in der Bildungskooperation mit Schulen und Universitäten die Qualifizierung von Lehrkräften.<br />
 <br />
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die Durchführung von Sprachkursen auf unterschiedlichen Niveaustufen. Das Interesse an der deutschen Sprache ist groß. Die Zahl der Deutschlerner ist auf über 3000 pro Jahr gestiegen und hat sich damit verdoppelt.<br />
 <br />
Unsere Schwerpunkte im Kulturbereich sind die Sparten Film, Fotografie, Literatur und Theater. So haben wir zum Beispiel in diesem Jahr das 5. Nationale Theaterfestival organisiert, das vom 23. bis 28. August in Kabul stattfand. 33 Theatergruppen aus ganz Afghanistan nahmen daran teil. Die Theaterschaffenden bekommen hier eine Plattform für Kommunikation und Austausch innerhalb der afghanischen Theaterlandschaft. Gleichzeitig finden drei mehrwöchige Workshops zu den Themen Bühnenbildgestaltung, Ausdrucksformen im Theater und Puppentheater statt. Die Workshop-Leiter kommen aus Deutschland. Damit fördern wir den deutsch-afghanischen Kulturdialog und die weitere Qualifizierung von Künstlerinnen und Künstlern.<br />
 <br />
Im Puppentheater-Workshop wurde über vier Wochen mit Studentinnen und Studenten der Fakultät der Schönen Künste der Universität Kabul ein Stück erarbeitet, einschließlich der Herstellung der Puppen, das am Eröffungstag des Theaterfestivals Premiere hatte. Bei allen unseren Projekten legen wir großen Wert auf eine nachhaltige Wirkung. So ist aus dem Kreis der Workshop-Teilnehmenden ein Puppentheaterensemble hervorgegangen, das wir in den nächsten Jahren weiterhin betreuen.</p>
<p><strong>Im Buch von Frau Meissner geht es ja um &#8220;das andere Afghanistan&#8221;. Was können Sie uns über die bisher unbekannte Seite von Afghanistan sagen? </strong></p>
<p>Als ich Anfang 2008 nach Afghanistan kam, hatte ich die Bilder vor Augen, die wir alle aus den Medien kennen. Schon nach kurzer Zeit konnte ich diese Bilder durch ganz andere ersetzen, so wie sie im Buch von Frau Meissner zu finden sind: Überwältigende Landschaftsbilder, vor allem aber Bilder von freundlichen, aufgeschlossenen und hilfsbereiten Menschen.</p>
<p>Um es einmal anders auszudrücken: Wenn ich aus dem Bürofenster schaue, sehe ich durch Stacheldraht hindurch einen schön angelegten Park. Der Stacheldraht ist da, gleichwohl sehe ich deutlich die Bäume und Blumen in der Natur.</p>
<p><strong>Wie bewerten Sie in dieser Hinsicht das Buch von Frau Meissner?  <br />
</strong> <br />
Das Buch besteht aus eindrucksvollen, schönen Fotoaufnahmen, vernachlässigt aber keinesfalls die geschichtlichen Ereignisse, die Gewalt und den harten Alltag der Menschen. Frau Meissner ist es gelungen, die schöne und die dunkle Seite des Landes ausgewogen abzubilden.</p>
<p><strong>Wie können wir in Deutschland den Menschen in Afghanistan aus Ihrer Sicht am meisten helfen?<br />
</strong> <br />
Besonders wichtig ist die Förderung von Bildung und Ausbildung, denn sie ermöglicht den Aufbau einer Zivilgesellschaft und schafft Perspektiven. Schulen und Universitäten benötigen technische Ausstattung, Bücher und andere Unterrichtsmaterialien. Kunstschaffenden in den Bereichen Film, Theater, Bildende Kunst und Musik fehlt es ebenfalls an Materialien und technischer Ausstattung. Wichtig ist, dass Hilfsleistungen im Rahmen von Projekten gezielt und im Sinne der Nachhaltigkeit eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Frau Sachse-Toussaint, wir danken Ihnen für das Gespräch!</strong></p>
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		<title>Erste Olympiamedaille in der Geschichte Afghanistans</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 06:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Afghanistan hat seine Sensation: Rohullah Nikpai hat beim Taekwondo die erste olympische Medaille in der Geschichte Afghanistans gewonnen. Er belegte den dritten Platz im Fliegengewicht und bescherte so seinem Land die Bronzemedaille. Nikpai hatte am Mittwoch den zweimaligen spanischen Weltmeister Juan Antonio Ramos besiegt. Bereits in der ersten Runde war der deutsche Europameister Levent Tuncat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Afghanistan hat seine Sensation: <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rohullah_Nikpai" title="Rohullah Nikpai Teakwondo">Rohullah Nikpai</a> hat beim Taekwondo die erste olympische Medaille in der Geschichte Afghanistans gewonnen.</strong> Er belegte den dritten Platz im Fliegengewicht und bescherte so seinem Land die Bronzemedaille. Nikpai hatte am Mittwoch den zweimaligen spanischen Weltmeister Juan Antonio Ramos besiegt. Bereits in der ersten Runde war der deutsche Europameister Levent Tuncat dem Afghanen unterlegen.</p>
<p>Aus ganz Afghanistan erhielt er Glückwünsche, unter anderem von Präsident Karsai, der ihm telefonisch zum Sieg gratulierte. Viele Afghanen erfuhren erst im Nachhinein von seinem Sieg, da viele über kein Fernsehen und Radio verfügen. Als die Nachricht von der ersten Medaille eines Afghanen durchdrang, wurde Nikpais Sieg im ganzen Land ausgiebig gefeiert.</p>
<p>Rohullah Nikpai, 21 Jahre alt, lernte bereits mit 10 Jahren Taekwondo. Während der Afghanistankriege musste er seinen Sport in einem iranischen Flüchtlingslager weiter ausüben. Erst vor vier Jahren konnte er wieder in seine Heimat zurückkehren. &#8220;<strong>Das ist nicht meine Medaille&#8221;, sagte Nikpai, &#8220;sie gehört meinem Land. Sie gehört dem afghanischen Volk.&#8221;</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ausbildung für Künstlerinnen in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 05:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz Neuberg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Hauptstadt Kabul können sich seit 2007 nun endlich auch junge Frauen am &#8220;Center for Contemporary Arts Afghanistan&#8221; (Kunsthochschule) ausbilden lassen. Ein großer und entscheidender Schritt zur Emanzipation der afghanischen Frauen &#8212; aber es muss noch viel mehr getan werden. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es Visa-Schwierigkeiten bei der Einreise von vier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In der Hauptstadt Kabul können sich seit 2007 nun endlich auch junge Frauen am &#8220;</strong><a target="_blank" href="http://www.ccaa.org.af/" title="Center for Contemporary Arts Afghanistan"><strong>Center for Contemporary Arts Afghanistan</strong></a><strong>&#8221; (Kunsthochschule) ausbilden lassen.</strong> Ein großer und entscheidender Schritt zur Emanzipation der afghanischen Frauen &#8212; aber es muss noch viel mehr getan werden. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass es Visa-Schwierigkeiten bei der Einreise von vier afghanischen Malerinnen gab, die zu einer Ausstellung in Berlin eingeladen waren, bei der unter anderem auch ihre Werke gezeigt wurden.</p>
<p><a target="_blank" href="http://de.truveo.com/Neuer-Anlauf-f%C3%BCr-afghanische-Kunst/id/2254693031" title="Videobeitrag über Ausstellung von Künstlerinnen aus Afghanistan"><img border="0" src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/kuenstlerinnen-aus-afghanistan-in-deutschland_video01.jpg" alt="Videobeitrag über die Ausstellung von Künstlerinnen aus Afghanistan." /></a></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Videobeitrag über die Ausstellung von Künstlerinnen aus Afghanistan.</span><span class="ImageTextC">© 3SAT</span></div></p>
<p>Als die Ausstellung dann doch – wenn auch verspätet – eröffnet wurde, hüllten sich die jungen Künstlerinnen in schwarz-rot-grüne Tücher (die Farben Afghanistans) und zeigten sich verhalten. In Gesprächen betonten sie, dass ihre künstlerische Arbeit im Mittelpunkt stehen sollte und sie keinen Bezug zwischen ihrer Kunst und der Politik herstellen wollen. Sie möchten nicht nur als Afghaninnen wahrgenommen werden, sondern in erster Linie als Künstlerinnen.</p>
<p><strong>Insgesamt werden 33 Bilder von 23 jungen Malerinnen ausgestellt.</strong> In ihnen spiegelt sich vor allem Unterdrückung, Verschleierung, Isolation, Aufbruch und die Suche nach Identität wider, was mit moderner Malerei, Expressionismus, Dadaismus und Pop-Art zum Ausdruck gebracht wird.</p>
<p>Auch beim Fernsehsender 3SAT ist ein prägnanter Beitrag über die <a target="_blank" href="http://de.truveo.com/Neuer-Anlauf-f%C3%BCr-afghanische-Kunst/id/2254693031" title="Videobeitrag über Künstlerinnen aus Afghanistan">Ausstellung der Künstlerinnen aus Afghanistan</a> ausgestrahlt worden.</p>
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		<title>Die Afghanische Botschaft in Berlin</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 05:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit haben wir bereits die Deutsche Botschaft in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, vorgestellt. Heute ist die Afghanische Botschaft in Berlin an der Reihe. Die afghanische Botschafterin in Deutschland ist Frau Prof. Maliha Zulfacar. Sie hat die Erfahrung gemacht, sich in Deutschland als Immigrantin zurechtfinden zu müssen, aber auch die Gefahren in ihrem Heimatland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einiger Zeit haben wir bereits die </strong><a href="http://afghanistan.adra.de/die-deutsche-botschaft-in-kabul/" title="Deutsche Botschaft in Kabul, Afghanistan"><strong>Deutsche Botschaft in Kabul</strong></a><strong>, der Hauptstadt von Afghanistan, vorgestellt. Heute ist die </strong><a target="_blank" href="http://www.botschaft-afghanistan.de/index.php?id=26" title="Afghanische Botschaft in Berlin"><strong>Afghanische Botschaft in Berlin</strong></a><strong> an der Reihe.</strong> Die afghanische Botschafterin in Deutschland ist <strong>Frau Prof. Maliha Zulfacar</strong>. Sie hat die Erfahrung gemacht, sich in Deutschland als Immigrantin zurechtfinden zu müssen, aber auch die Gefahren in ihrem Heimatland kennt sie nur all zu gut. Als Botschafterin möchte sie in erster Linie eine Grundlage dafür schaffen, dass Institutionen, Vereine und Gruppen der afghanischen Gemeinschaft in Deutschland sich kennenlernen und den Dialog untereinander fördern.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/botschaft-afghanistan-berlin.jpg" alt="Die Botschafter von Afghanistan und die afghanische Botschaft in Berlin." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Die Botschafterin von Afghanistan und die afghanische Botschaft in Berlin.</span><span class="ImageTextC">© Afghanische Botschaft</span></div></p>
<p>Das Botschaftsgebäude wurde im Jahre 2006 für die <strong>Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan</strong> gekauft und im Januar 2007 vom afghanischen Außenminister und der Botschafterin von Afghanistan eröffnet. Im Großen und Ganzen setzt sich die Botschaft aus drei Abteilungen zusammen, die trotz ihrer unterschiedlichen Aufgabengebiete Hand in Hand arbeiten.</p>
<p>Die <strong>Politische Abteilung</strong> der Botschaft koordiniert in erster Linie die Beziehungen zwischen Afghanistan und Deutschland und versucht, die afghanischen Interessen in Deutschland wahrzunehmen. Aber auch die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Deutschlands und die Innen- und Außenpolitik werden von dieser Abteilung beobachtet.</p>
<p>Die <strong>Wirtschaftsabteilung</strong> wirkt an Entscheidungsprozessen der afghanischen Regierung in wirtschaftspolitischen Angelegenheiten, in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen mit.</p>
<p>Zu den Aufgaben der <strong>Kulturabteilung</strong> gehört vor allem die Planung, Koordination und Steuerung der afghanischen Kulturpolitik. Sie soll die Menschen über die Grenzen hinweg einander näherbringen. Gemeinsam mit traditionellen Partner- und Mittlerorganisationen plant und gestaltet die afghanische Botschaft in Deutschland kulturelle Veranstaltungen.</p>
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		<title>Glück haben und glücklich sein in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 05:00:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Seit ich in Afghanistan lebe, scheint mir, ich sehe mich oft mit den Augen der Menschen in diesem Lande. Ich bin eine privilegierte Frau. Ich habe nie einen Krieg erlebt. Ich habe keine Kriegstraumen. Ich durfte zur Schule gehen. Ich werde von meinem Mann nie geschlagen. Ich bin nie vergewaltigt worden. Mein Haus hat ein Dach, Fenster und eine Tür mit einem Schloss daran.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit ich in Afghanistan lebe, scheint mir, ich sehe mich oft mit den Augen der Menschen in diesem Lande. </strong>Ich bin eine privilegierte Frau. Ich habe nie einen Krieg erlebt. Ich habe keine Kriegstraumen. Ich durfte zur Schule gehen. Ich werde von meinem Mann nie geschlagen. Ich bin nie vergewaltigt worden. Mein Haus hat ein Dach, Fenster und eine Tür mit einem Schloss daran. Ich darf in die Schweiz reisen, um meine Lieben zu sehen, die eine Arbeit haben, selber nie einen Krieg erleben mussten, keine Gliedmassen durch alte oder neu gelegte Minen verlieren. In die Schweiz reisen, wo die vielen Banken sind, wo alle Menschen reich zu sein scheinen und demzufolge alle glücklich sein müssen. Und da stimmt leider ihr Bild nicht mehr. Glück hat viele Facetten – aber <strong>Glück haben und glücklich sein, das sind zweierlei Dinge! </strong></p>
<p>Es stimmt, ich habe Glück gehabt,  dass ich in einem Land geboren bin, wo ich nicht wie eine Ware als Teenager an einen 50 Jahre älteren Mann verkauft wurde. Aber viele Menschen auf dieser Welt durften sich ihren Ehepartner selber aussuchen und sind doch nicht glücklich geworden.</p>
<p><strong>Vergangene Woche sind alle ADRA Angestellten zu einer Verlobung eingeladen worden.</strong> Als Ausländer waren wir die Ehrengäste unter ungefähr 500 Personen. Ich erinnere mich an unsere eigene Verlobung – wir Zwei sind alleine auf einen Berg gestiegen und haben dort gefeiert, was mein Onkel an der darauffolgenden kleinen Familienfeier so besungen hat: <em>&#8220;Auf Säntis Höhen schmilzt der Schnee, dem Berg tut&#8217;s wohl bis an die Zeh, und oben steht ein junges Paar und schwört sich Treu für hundert Jahr&#8230;&#8221;</em></p>
<p><strong>Die Feier hier war anders.</strong> Das Brautpaar hatte sich vor einer Woche zum ersten Mal gesehen. In einem Monat werden sie heiraten. Ich hatte die Ehre, direkt neben der Braut am Tisch zu sitzen. Sie haben keine Blicke ausgetauscht, sich nie berührt und kein Wort miteinander gesprochen. Von diesem Verlobungstag an ist es dem Bräutigam gestattet, seine Braut zu besuchen. Jetzt beginnt ihre Zeit des Kennenlernens.</p>
<p>Ob sie wohl glücklich werden? Ich wünsche es ihnen von ganzem Herzen, denn ich kenne die Geschichte des zukünftigen Ehemannes: Als man ihm vor acht Jahren eine Braut gekauft hatte, kam sein jüngerer Bruder von Pakistan zurück, wo ein unvorsichtiger Lastwagenfahrer ihn auf dem Gehsteig angefahren und er dabei ein Bein verloren hatte. Es war nicht der heldenhafte Verlust durch eine Mine, sein Leben schien nicht mehr lebenswert. Da hat sein älterer Bruder gesagt: &#8220;Du hast nun eine Frau nötiger als ich, ich gebe sie dir.&#8221; Sie ist eine wunderschöne, lebhafte junge Frau. Jetzt hat sie drei Kinder vom jüngeren Bruder, sie scheint eine glückliche, angebetete Frau zu sein.</p>
<p>Die Familie hat acht Jahre gespart, bis sie wieder eine Braut kaufen konnten. Der Bruder hat gewartet und das Glück seines Bruders vor sein eigenes gestellt. Einer von unserem ADRA Team hat einmal den jüngeren Bruder gefragt, ob er seine Frau liebe. Der erschrockene Ausdruck auf seinem Gesicht sagte: &#8220;Welch eine Frage! Sie ist meine Frau, sie schaut gut zu den Kindern und zu mir, ich gebe ihr alles, was eine Frau braucht, Schutz vor andern Männern, finanzielle Sicherheit, schöne Kleider, schönen Schmuck, ein schönes Heim und ich bin ihr treu. Wir streiten uns nicht, wir helfen einander, dieses Leben zu ertragen. Ist das die Liebe, die du meinst? Oder versteht ihr aus dem Westen etwas anderes darunter? Täusche dich nicht, Mann aus dem Westen, man kann sich auch nach der Trauung lieb gewinnen, wenn man es will. Wir lösen unsere Probleme, wenn nötig, mit Hilfe der ganzen Familie. Erzählt uns nicht, dass ihr es besser macht.&#8221; Sein verlegenes Lachen und seine leuchtenden Augen sprachen Bände.</p>
<p>Es ist keine arme Familie, sie haben für die Verlobung ein eigens dafür konzipiertes Hotel gemietet. Männer und Frauen feiern in verschiedenen Räumen. Das Brautpaar sitzt bei den Frauen und isst dann in einem kleineren Nebenraum. Nach dem Essen wird die Spannung plötzlich groß im Saal, man merkt wie es knistert. Tanz ist angesagt. Ich war schon in verschiedenen Ländern zu Verlobungen oder Hochzeiten geladen, aber ich habe noch nie eine solch subtile Sensualität erlebt, wie sie diese sich rhythmisch biegenden und wiegenden asiatischen Tänzer ausstrahlen, seien es nun Frauen oder Männer. Ich hatte davon gelesen, nun hatte ich es erlebt. Das alles verstecken sie hier im Alltag unter der Burka, aber sie fibrieren in Erinnerung und Vorfreude auf das nächste Fest.</p>
<p>Die jungen Frauen sind in ihren langen Kleidern wunderhübsch angezogen, die dichten, dunklen Haare in kunstvollen Kurven aufgesteckt, kein Tuch bedeckt sie innerhalb der Familie. Die Augenpartien bemalt und kleine Sternchen sind auf die langen Wimpern geklebt. Die Haut ist leicht gepudert und am Hals und den Ohren glitzern breite, fein ziselierte Geschmeide. Die Musik wird immer rhythmischer, die Bewegungen  geschmeidiger und aufreizender. Tanz ist ein Bestandteil ihrer Kultur, ihres Ausdrucks der Lebensbejahung, Frauen werden an diesem Können gemessen.</p>
<p>Hinten in der Ecke sitzen die alten &#8220;Bibis&#8221;, die Grossmütter. Sie tragen die weissen Kopftücher und registrieren jedes Mädchen, das vorne tanzt. Das ist der Ausstellungsraum für angehende Bräute: Benimmt sie sich angemessen? Kann sie sich wiegen und wenden und ihre Hände in wirkungsvollen Bewegungen zur Geltung bringen? Oder ist sie wie jenes Mädchen, das von ihrer Mutter grob von der Tanzfläche gezogen wurde, weil es zu nahe an den Jungen kam, der ausnahmsweise auf der Tanzfläche der Frauen ein Solo tanzen durfte? Wehe dem, der kein gutes Benehmen vorweisen kann!</p>
<p><strong>Ich bin völlig versunken in diese Faszination. </strong>Nun erscheinen auch verheiratete Frauen auf der Tanzfläche, sie wiegen sich noch gekonnter auf der Fläche und nun weiß ich plötzlich, wieso der jüngere Bruder so glücklich ist mit seiner Frau und er gar nicht weiß, was wir meinen, wenn wir fragen, ob er sie liebe. Jederman ist völlig gebannt von ihrer Grazie – der jüngere Bruder steht ganz hinten an der Tür und beobachtet seine wunderschöne Frau  – er darf es, er gehört zur engsten Familie – aber er hat nur ein Bein und wird sich nie mehr den Klängen der aufreizenden Musik hingeben. Die anderen Männer tanzen im unteren Stock ebenfalls unter sich, mit derselben Selbstverständlichkeit und dem Selbstbewustsein, das schöne Menschen mit sich herumtragen.</p>
<p>Es hat wohl schon seine Richtigkeit, dass die Frauen unter sich tanzen – denn plötzlich werden wir zwei ADRA Mitarbeiterinnen auf die Fläche geschoben und begeistertes Klatschen begleitet die Rhythmen, unter denen wir uns wohl recht viel weniger grazil bewegen, als alle anderen. Aber wir haben dem Brautpaar so die gebührende Ehre erwiesen und dafür danken sie uns mit ihrem begeisterten Applaus. Wir werden verküsst und unsere Wangen sind voll roter Lippenstiftabdrücke die sie uns sogleich wieder abreiben. Eine Herzlichkeit und Wärme schwappt uns entgegen, wie wir sie schon oft auch im afghanischen Alltag erlebt haben, nur jetzt in der Festtagsfreude noch viel verstärkter.</p>
<p>Wir verstehen nun , woher diese Menschen immer wieder ihre Lebensfreude und Stärke nehmen – nämlich aus Familie, Tradition, dieser ausdrucksstarken Freude am Beisammensein und der Bewegung, diesem Bewusstsein, dass man nicht alleine ist. Man hat einen Bruder, der einen nicht im Stich lässt, wenn man in Not ist.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/tanz_geselligkeit_afghanistan01.jpg" alt="Tanz und Gemeinschaft sind in Afghanistan sehr wichtig." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Gemeinschaft und Tanz ist in Afghanistan wichtig zum Glücklichsein.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p><strong>Aber da ist leider auch die ganz andere Seite</strong> – die dunkle Seite in diesem Volk. Man spürt sie in den Rhythmen, in der Kraft der Bewegungen, die manchmal beinahe einer Bedrohung gleichkommen. Sie ist versteckt und unterschwellig, aber man spürt, dass da etwas ist, das man lieber nicht wissen möchte. Diese kämpferische, unverzeihende, rachsüchtige, gnadenlose Seite. Jene Seite, die das Frauenministerium daran denken lässt, Frauenhäuser zu eröffnen, damit junge Mädchen und misshandelte Frauen eine Zufluchtsstätte haben. Viele – und ich zähle mich dazu – finden jedoch, dass die Zeit dafür noch nicht gekommen ist. Man kann ein &#8220;Safe-House&#8221; nicht geheimhalten in einer solchen Gesellschaft und damit wird die Situation noch bedrohlicher für eine durchgebrannte Frau.</p>
<p><div id="HighlightBox" class="HbRight clearfix"><div id="HbTop"><span class="HbHl">Autorin Vreny Jaggi</span></div><div id="HbBtm">Verena (”Vreny”) Jaggi hat ihren Mann in seiner Tätigkeit als Arzt in Nepal, Indien, Malawi (Ostafrika) und in den vergangenen vier Jahren bei seiner Arbeit für ADRA in Afghanistan unterstützt. Je nach Bedarf, hat sie als Medizinische Laborantin, als Lehrerin oder als Assistentin gearbeitet. In Afghanistan hat sie sich besonders für Frauen- und Kinderprojekte engagiert.</div></div></p>
<p>Hat eine Fraue eine Nacht ausser Haus verbracht, ist der Mann dazu berechtigt, sie zu verstossen &#8211; auch jetzt noch, nachdem das Land sich zu einer Konstituion durchgerungen hat. Und was macht das 16-jährige Mädchen, das den 70-jährigen Mann nicht heiraten will? Keine ehrbare Familie will eine entlaufene Braut. Der Weg zur Eigenbestimmung ist noch lange und steinig und hoffentlich schlägt das Pendel nicht zu sehr auf der engegengestzte Richtung aus, denn Krieg hatten wir zur Genüge in Afghanistan. Was wir brauchen, ist der Mut, über Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen – unsere Vorfahren mussten das auch erst lernen.</p>
<p>Die Lehrer, die Mullahs, die Männer müssen wir ansprechen. Die Eltern, die Mädchen, die jungen Männer aufklären, dass eine Frau keine Ware ist, sondern eine ebenbürtige Partnerin, ein Geschenk von Allah.Viele Männer haben Angst, umsomehr, als jetzt für Frauen viele Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten werden, sie aber oftmals selber nicht lesen und schreiben können. Ich muss herausfinden, ob dort, wo wir Frauenkurse organisieren auch gleichzeitig unter den Männern Interesse vorhanden wäre für einen Alphabetisierungs- oder anderen Kurs – mit einem &#8220;fächerübergreifenden&#8221; Stundenplan. Das wäre eine Möglichkeit in die gute Richtung.</p>
<p><strong>Wir wollen versuchen, den Anfang des gordischen Knotens zu finden, um ihn besser lösen zu können. Unsere Wertvorstellungen von Liebe und Glück können wir nicht vom Westen importieren. Glücklichsein hingegen ist erlernbar. Sind wir denn so sicher, dass wir wissen, wie Liebe und Glück aussehen und wie sie uns auch nicht wieder so bald entgleiten? Es lohnt sich, darüber nachzudenken.</strong></p>
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		<title>Die Deutsche Botschaft in Kabul</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 06:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>adra-team</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutschland unterhält auch in Afghanistan eine solche diplomatische Vertretung. Die Deutsche Botschaft in der Hauptstadt Kabul wird von Botschafter Dr. Hans-Ulrich Seidt geleitet. Als zentrale Aufgabe sieht er die Unterrichtung und Unterstützung aller Personen und Organisationen an, die sich für die deutsch-afghanische Zusammenarbeit einsetzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Eine Botschaft ist die diplomatische Vertretung eines Staates am Regierungssitz eines anderen Staates.</strong> (&#8230;) Der Botschafter ist der persönliche Vertreter des Staatsoberhauptes beim Oberhaupt des Empfangsstaates. (&#8230;) Die Konsularabteilung der Botschaft nimmt Konsularaufgaben und nicht regierungsamtlichen Verwaltungsaufgaben (z. B. Kontaktpflege zwischen den Bürgern und Einrichtungen des Entsende- und Empfangsstaates, Visaerteilung, Wirtschaftsreferat) wahr.&#8221; So lässt sich <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Botschaft_%28Diplomatie%29" title="Botschaft bei Wikipedai">laut Wikipedia</a> in kurzen Sätzen der Zweck und die Aufgabe einer Botschaft beschreiben.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/deutsche-botschaft-in-kabul_afghanistan.jpg" alt="Deutsche Botschaft in Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Der Deutsche Botschafter Dr. Hans-Ulrich Seidt und die Deutsche Botschaft in Kabul.</span><span class="ImageTextC">© Deutsche Botschaft</span></div></p>
<p>Deutschland unterhält auch in Afghanistan eine solche diplomatische Vertretung. Die <a target="_blank" href="http://www.kabul.diplo.de/Vertretung/kabul/de/Startseite.html" title="Deutsche Botschaft in Kabul">Deutsche Botschaft in der Hauptstadt Kabul</a> wird von Botschafter <a target="_blank" href="http://www.kabul.diplo.de/Vertretung/kabul/de/02/Botschafter__und__Abteilungen/Behoerdenleiter__Grussworte.html" title="Deutscher Botschafter Seidt in Kabul">Dr. Hans-Ulrich Seidt</a> geleitet. Als zentrale Aufgabe sieht er die Unterrichtung und Unterstützung aller Personen und Organisationen an, die sich für die deutsch-afghanische Zusammenarbeit einsetzen. In seinem Grußwort schreibt er:</p>
<blockquote><p><em>Deutschland und Afghanistan verbinden lange und vertrauensvolle Beziehungen, die gegründet sind auf Freundschaft und gegenseitigen Respekt. Deutsche Lehrer und Entwicklungshelfer haben über Jahrzehnte hinweg in Afghanistan gearbeitet, in Zeiten der Not fanden Tausende Afghanen in Deutschland Zuflucht und eine zweite Heimat. Diese Erfahrungen verbinden unsere Völker, sie prägen die gemeinsame Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.</em></p></blockquote>
<p>Die Botschaft setzt sich aus verschiedenen Abteilungen mit unterschiedlichen Aufgabengebieten zusammen:</p>
<p>Die <strong>Politische Abteilung</strong>, deren Hauptaufgabe darin besteht, die bilateralen Beziehungen auf politischer Ebene zu fördern und den afghanischen Friedensprozess umzusetzen.</p>
<p>Die <strong>Abteilung für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Wirtschaft</strong> ist mit der Koordination in der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Afghanistan und den Anstrengungen die der Bundesregierung dadurch entstehen betreut. Sie entscheidet auch über den Sinn und die Relevanz verschiedener Projekte in den Bereichen Nothilfe und Humanitäre Hilfe und übernimmt die Betreuung deutscher Investoren und Unternehmen.</p>
<p>Deutsche Staatsangehörige, die in Afghanistan leben können sich Unterstützung bei der <strong>Rechts- und Konsularabteilung</strong> einholen, denn bei Notfällen in gewöhnlichen Verwaltungsanliegen ist sie die erste Anlaufstelle.</p>
<p>In der <strong>Kulturabteilung </strong>ist man verantwortlich für die Pflege der deutsch-afghanischen Beziehungen im Kultur- und Bildungsbereich.</p>
<p>Ein wirklichkeitsnahes und umfassendes Deutschlandbild zu vermitteln, dabei das Ansehen Deutschlands zu stärken und dabei die deutsche Politik und ihre Ziele zu erklären mit dem Schwerpunkt auf der Darstellung des deutschen Beitrags zum Wiederaufbau von Afghanistan ist die Aufgabe der <strong>Presseabteilung</strong>. Sie betreut darüber hinaus deutsche Journalisten bei ihrer Arbeit in Afghanistan.</p>
<p>Das Bundesministerium der Verteidigung, die deutschen Streitkräfte und die Bundeswehr werden gegenüber der afghanischen Regierung und den diplomatischen Korps vom <strong>Militärpolitischen Beraterstab</strong> vertreten. Außerdem stellt er Informationen zur Deutschen Verteidigungspolitik, Militärstrategie, den Deutschen Streitkräften und deren Bewaffnung zur Verfügung.</p>
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		<title>Zum Betteln sind Afghanen zu stolz</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie</strong>, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein Preis&#8221; kennt man so ähnlich auch in Afghanistan und wenn nicht, müsste es hier erfunden werden. Mit fünf Kindern, alle von der zweiten Frau Bibi, wohnt die Familie in einem Haus aus Lehm und Holz, um das eine brüchige Lehmmauer errichtet ist. Ein Ziehbrunnen gehört auch dazu.</p>
<p>Bibi ist 34, ihr Mann Mohammed ist über sechzig. Seine erste Frau, mit der er keine Kinder haben konnte, ist etwa fünfzig. Viele Afghanen wissen nicht genau, wie alt sie sind. Bibi wurde Mohammed schon als Kind versprochen und sie war bei der Zwangsheirat, gegen die sie sich heftig, aber vergeblich gesträubt hatte, nur 14 Jahre alt. Ihre fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen, kamen in den folgenden fünf Jahren auf die Welt. Sie gehen alle noch in die Schule, was seit dem Ende der Talibanherrschaft auch für die drei Mädchen möglich ist. Der Vater erwartet von den Kindern, dass auch sie Geld verdienen, weil die umgerechnet etwa vierzig Euro im Monat, die er auf dem Markt einnimmt, nur für ein Hungerdasein ausreichen würden. Seine erste Frau, die der Tradition folgend auch nach der Heirat mit Bibi bei Mohammed blieb, hilft auf dem Acker. Bibi soll zum Haushalt beisteuern und darf wie die Kinder auf keinen Fall betteln gehen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/zum-betteln-sind-afghanen-zu-stolz.jpg" alt="Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Eine Frau, die keinen Beruf erlernt hat und keine Schule besuchen konnte, tut sich überall in Afghanistan schwer, wenn sie auch nur ein paar Cent verdienen will. Bibi hatte die Idee, sich mit den Kindern nach der Schule in der nahen Stadt an den Straßenrand zu setzen und Pistazienkerne zu verkaufen. Pistazien sind äußerst beliebt in Afghanistan, sie werden in unterschiedlichen Süßigkeiten verarbeitet oder so geknabbert. Bis zu dreißig Kilo Pistazien täglich knacken Bibi und die Kinder mit Steinen oder einem kleinen Hammer.</p>
<p><strong>Ich habe Bibi in einer Schule für Frauen kennengelernt.</strong> Die Schule befindet sich in einem Privathaus, wo sich die Frauen zunächst nur zu einem Nähkurs trafen, dann aber auch begannen, lesen und schreiben zu lernen. Bibi fiel mir auf, weil sie der Lehrerin die meisten Fragen stellte und die Antworten immer sofort in ein Heft eintrug. Ich durfte sie nach Hause begleiten, um ihren Alltag mit der Kamera festzuhalten, was keinesfalls selbstverständlich war.</p>
<p>Bibi erzählt mir die Geschichte ihres mühevollen Lebens, oft von Tränen unterbrochen: &#8220;Ich bin ein ganz anderer Mensch, seit ich schreiben und lesen kann. Das kann ja nicht einmal Mohammed, mein Ehemann. Ich finde es wunderbar, dass jetzt auch meine Töchter zur Schule gehen. Die Mädchenschulen wurden von euch Deutschen eingerichtet.&#8221;</p>
<p>Ihrem Ehemann erzählte Bibi zunächst nichts von ihren Schulbesuchen. Er war froh, wenn er von ihr den üblichen Geldbetrag bekam und kümmerte sich nicht darum, wie sie ihre Zeit verbrachte. Alles, was sie zusätzlich verdienen konnte, legte sie zur Seite und kaufte davon Schulmaterial für die Kinder. Ich fragte sie, wie sie das alles bewältigt und ob die Zeit, die sie in der Schule verbringt, keinen Verdienstausfall für sie bedeutet? <strong>&#8220;Nein, das nicht&#8221;, sagt sie, &#8220;ich habe dann eben nachts, wenn Mohammed schlief, beim Licht der Petroleumlampe Pistazien geknackt.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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