Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder!

Artikel geschrieben von Fritz Neuberg am 30. September 2008
Kategorien: Menschen
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Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder 

Boris Barschow in Afghanistan: Kabul, ich komme wieder© Christoph Schieder

Boris Barschow ist ein besonderer Mann: Er ist ZDF-Journalist und Reporter. Und er ist zeitgleich Reservist bei der Bundeswehr – ohne vorher gedient zu haben. Als Journalist bekommt er vor allem die Schattenseiten Afghanistans zu Gesicht. Und als Reservist ist Afghanistan sicherlich nicht das geeignete Land, um sich für einen ersten Einsatz zu melden.

Boris Barschow tut es trotzdem. Er wird als Redakteur der Zeitschrift “Sada-e-Azadi” (Stimme der Freiheit) nach Afghanistan berufen – und er nimmt an. “Sada-e-Azadi” ist die auflagenstärkste Zeitung in Afghanistan, eine gern gelesene Zeitung, die in einer Auflage von 390.000 Stück alle zwei Wochen erscheint und mit Unterstützung der NATO herausgegeben wird.

Als Chefredakteur dieser Zeitschrift geht Boris Barschow nach Afghanistan – neugierig und doch mit einer Menge Angst. In Kabul angekommen, taucht er zuerst in die Welt der Soldaten ein, um später in die Welt eines (afghanischen) Journalisten zu wechseln und zuletzt als interessierter Beobachter das “andere Afghanistan” zu entdecken. Er ist so fasziniert von Land und Leute, dass er verspricht: “Kabul, ich komme wieder”, der Titel seines gleichnamigen Buches.

Barschow erzählt in “Kabul, ich komme wieder” von seinen afghanischen Kollegen, die ihm ans Herz wachsen, den Schwierigkeiten, die Zeitung in Paschtu und Dari herauszugeben – jeder Übersetzer will den Text anders interpretieren – und von der Herausforderung, ein Zeichen in einer Zeitung zu erklären, das Leben retten kann: “STOPP – Nicht weiterfahren”. Der Journalist zeigt sich vor allem als sensibler Beobachter, der sich schnell mit den Afghanen anfreundet, den aber eines von diesen freundlichen und stolzen Menschen trennt: Seine Uniform.

Trotzdem wagt sich Barschow unter die Menschen, besucht eine Schule. “Es zerbricht mir fast das Herz, wenn ich in die großen strahlenden Augen der Kinder sehe. Ihre Blicke sind voll Hoffnung und Freude. Ihre Hände – so geschunden von harter Arbeit daheim. Diese Kinder sind der ganze Stolz ihrer Eltern. Sie ernten die Kraft und den Mut ihrer Väter und Mütter, dürfen auf eine bessere Zukunft hoffen. Die, die keine Kinder haben, scheinen gleichweise verloren. Ich stelle mich vor die Klasse und begrüße sie.”

Barschow zeigt uns Afghanistan auf seine ganz bestimmte Art, als Journalist und Soldat in Afghanistan. Vor allem aber zeigt sein Buch die einfühlende Wertschätzung für die Menschen und ihr Land. Ein Buch, das jeder Afghanistan-Interessent lesen sollte.

Boris Barschow: Kabul, ich komme wieder. vive!verlag, Lüneburg,  ISBN 987-3-9399 12-01-9

Das Afghanistan-Weblog von Boris Barschow:
http://blog.phoenix.de/afghanistan



Ein Kommentar »

  1. [...] vor einigen Wochen haben wir ZDF-Journalist und Reporter Boris Barschow (41) hier im Afghanistan-Magazin vorgestellt. Er ist Mitglied der Jury unseres Fotowettbewerbs und – ebenso wie Fotojournalistin Ursula [...]

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