Bilder aus einer anderen Welt

Artikel geschrieben von Fritz Neuberg am 16. März 2009
Kategorien: Kultur
Tags: , , , , , ,

Wer im Internet nach Beiträgen und Bildern über Afghanistan sucht, wird schnell fündig. Auch im Radio oder Fernsehen ist das Thema allgegenwärtig. Jedoch beschäftigen sich diese Darstellungen Afghanistans mit der kriegerischen Seite des Landes und den andauernden Anschlägen. Dass es im “Land der Afghanen” noch so etwas wie einen Alltag jenseits der Zerstörung gibt, ist vielen nicht bewusst. Erst Fotografen vermitteln uns eine Vorstellung von dem anderen Afghanistan.

Fotografen zeigen Afghanistan aus einer völlig neuen Perspektive

Einer von ihnen ist Massoud Hossain aus Kabul. Sein Weg zum Fotografen der französischen Nachrichten Agentur AFP war alles andere als einfach. Unter den Taliban war Fotografie verboten. Nach ihrer Herrschaft ließ sich Massoud bei der Medien-Initiative „Aina” ausbilden, denn eine fachliche Hochschulausbildung gibt es noch immer nicht. Er fotografiert unter widrigsten Bedingungen, ist täglich mit Bildern von Selbstmordanschlägen konfrontiert. Trotzdem versucht er, gerade das Geschehen abseits dieser Ereignisse in seinen Bildern festzuhalten. 

Schrecken und Leid prägen die Medien, aber auch die unbeteiligte Bevölkerung

Im Jahr 2008 war Massoud Teil der Ausstellung “Unfinished Business – Afghanistan aus dem Blick des Anderen” in Berlin. Gemeinsam mit drei anderen Fotografen aus Deutschland, Amerika und Afghanistan warf er mit seinen Bildern einen Blick hinter die Kulissen des Trugbildes, das westliche Medien im Bezug auf Afghanistan oft bemühen: Ein explosives Gemisch aus Hass, Tod und (Selbst-)Zerstörung.

Massoud Hossain ist nicht der einzige, der gegen dieses Bild ankämpft. Auch zahlreiche deutsche Fotojournalisten wie Helmut R. Schulze präsentieren den Zuschauern ein anderes Afghanistan als das, welches sie aus der täglichen Berichterstattung gewohnt sind. Aktuell findet in Berlin eine Fotoausstellung mit Blickpunkt Afghanistan statt. Der italienische Fotograf Romano Martinis hält darin das Leben der Menschen abseits des Krieges fest. 

Eine Tatsache, die bei all dem Leid den uns die Medien vermitteln, schnell vergessen wird: Dass es abseits des Terrors eine afghanische Bevölkerung gibt, die versucht, ihr Leben inmitten des Schreckens irgendwie weiter zu leben.



Leserbrief schreiben: