Besuch im Ministerium für Flüchtlingsangelegenheiten

Artikel geschrieben von Erich Lischek am 18. Juni 2008
Kategorien: Hilfsprojekte
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Shams Uddin Sarhadi, Leiter für Flüchtlingsangelegenheiten für die Provinz Kabul 

Shams Uddin Sarhadi, Leiter für Flüchtlingsangelegenheiten für die Provinz Kabul© Erich Lischek

Bei unserer Reise nach Afghanistan im April 2008 machten wir in Kabul auch einen Besuch im Ministerium für Flüchtlingsangelegenheiten. Wir trafen den “Executive Minister” für Flüchtlinge und Rückkehrer, Abdul Qader Ahadi, sowie den Leiter für Flüchtlingsangelegenheiten in der Provinz Kabul, Shams Uddin Sarhadi.

Pläne des Ministeriums für Flüchtlinge

Gemeinsam mit Vinod Nelson war ich gespannt darauf, im Ministerium für Flüchtlingsangelegenheiten in Kabul von den Plänen zur Rückführung von Flüchtlingen zu hören. Der “Executive Minister” Herr Ahadi gab zunächst einen Überblick über die Situation der Flüchtlinge in Pakisten, wo nach Angaben des UNHCR rund 1,5 Millionen Flüchtlinge in Lagern untergebracht sind. 

Weitere 1,5 Millionen Menschen leben “illegal” im Nachbarland von Afghanistan. Es handelt sich um Flüchtlinge, die bereits seit mehr als 15 Jahre dort leben und wiederum Familien gegründet haben. Bei Gesprächen zwischen Vertretern der Regierung in Pakistan, den Vertretern der Regierung in Afghanistan und dem UNHCR konnte zwar keine endgültige Lösung für die Rückkehr der Flüchtlinge nach Afghanistan gefunden werden, aber die anfängliche Forderung, 500.000 Flüchtlinge in diesem Jahr noch in Afghanistan unterzubringen, wurde auf 110.000 reduziert.

Etwa die gleiche Zahl von Flüchtlingen lebt im Iran. Die Forderung der iranische Regierung sei im Grunde nicht erfüllbar. Sie stimme zwar zu, dass die Flüchtlinge, die im Iran die Anerkennung als Flüchtlinge hätten und die einer Arbeit nachgingen, im Iran bleiben könnten, aber die rund 1,5 Millionen Flüchtlinge doch schnellstens nach Afghanistan zurückkehren müssten. Sie wollen 500.000 ausweisen.

Die Afghanische Regierung habe zwar Land, aber keine Möglichkeit diese Menschen in der großen Zahl unterzubringen. Das vor allem deshalb, weil die Flüchtlinge in der Regel alles aufgegeben haben. Größtenteils sind es auch Menschen, die aus Städten geflohen sind und von daher keine eigenen Besitztümer hatten.

Die Anfrage an ADRA war daher, beim Bau von Unterkünften sowie Wasser- und Abwasserversorgung in Bariquab, etwa 60 Kilometer von Kabul entfernt, behilflich zu sein. 15.000 Flüchtlinge oder 3500 Familien - überwiegend aus Pakistan - sollen dort eine neue Existenz aufbauen können.  Das bedeutet mehr als nur Unterkünfte. Das bedeutet auch Arbeitsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung und vieles mehr.

Nach Aussage von Vinod Nelson, dem ADRA Direktor von Afghanistan, will ADRA 1000 Familien oder rund 6000 Flüchtlinge mit Unterkunft, Wasser und Abwasser versorgen. Ein entsprechender Antrag wird von ADRA Afghanistan vorbereitet. Nelson hofft, dass ein ADRA Partner in Europa einen entsprechenden Geldgeber findet.  Die Kosten belaufen sich auf rund 1 Million Euro.



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