Besuch der Gesundheitsprojekte in Bamiyan (Teil 1)

Artikel geschrieben von Erich Lischek am 13. Mai 2008
Kategorien: Hilfsprojekte
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Die Reise zu den ADRA Gesundheitsprojekten in der Provinz Bamiyan war ein echtes Abenteuer. Nach zwölf Stunden Autofahrt über fünf Pässe um die 3500 Meter haben wir schließlich die Stadt Panjab erreicht. Am Saobarg Pass war ein LKW vom Weg abgekommen und versperrte uns den Weg. Erst musste der Weg freigeschaufelt werden, bevor wir weiterkonnten. Danach kam der Kharqol Pass und der Nargiss Pass.

Der Weg nach Panjab in die Provinz Bamiyan.

Der Weg nach Panjab in die Provinz Bamiyan. © Erich Lischek

In einem “Hotel” in der Stadt Kharquol  haben wir geschlafen, weil der Fahrer nicht mehr konnte. Außerdem hatten wir noch mindestens drei Stunden Autofahrt vor uns, buchstäblich durchs Gelände, um ins zentrale Hochland zu kommen. — Die Schotterpiste “Straße” zu nennen, wäre ein Beleidigung für unser Feldwege! 

In diesem “Hotel” haben wir geschlafen, weil unser Fahrer zu müde war. 

In diesem “Hotel” haben wir geschlafen, weil unser Fahrer zu müde war. © Erich Lischek

Die Projektleiterin Rebecca de Graaf hatte ja damit gerechnet, dass wir noch am Abend ankommen. Sie waren alle in Sorge und fragten bei Vinod Nelson, dem Direktor von ADRA Afghanistan, an, was los sei. Zu uns gab es keine Handy-Verbindung. Wir fahren weiter durch eine Landschaft, wie im Hochland der Anden oder des Himalaya. Wild und karg, dabei doch bezaubernd schön.

Die Landschaft ist hier im Hochland wirklich beeindruckend. 

Die Landschaft ist hier im Hochland wirklich beeindruckend. © Erich Lischek

Die Bewohner des zentralen Hochlandes – so erzählen uns die Mitarbeiter aus Afghanistan während der Fahrt – fühlen sich von der Welt vernachlässigt. “Das ganze Geld geht dorthin, wo sich die Leute bekriegen. Hier leben die Menschen unter der Armutsgrenze von zwei Dollar pro Tag.” sagen sie. Die Menschen haben bisher kaum Chancen, Lebensmittel haltbar zu machen. Die Hauptproduktion liegt auf Getreide. Es gibt Äpfel, aber kaum andere Obst- oder Gemüsesorten. In dieser Gegend baut auch niemand Mohn an. Honig wäre ein Produkt, das Einnahmen bringen könnte. Jedenfalls zeigt sich eine sehr starke Offenheit dafür.

Das Gespräch über die Nachhaltigkeit des Gesundheitsprojektes war für mich interessant. Der Projektkoordinator meinte, dass die kostenlose Behandlung durch die Ärzte auf die Dauer nicht möglich ist: “Woher soll ständig das Geld kommen? Die Betroffenen sollten in der Lage sein, dafür zu bezahlen. Dazu müssten sie aber über mehr Einkommen verfügen. Oder es muss ein ‘Versicherungssystem’ aufgebaut werden.” Gute Überlegungen, denke ich bei mir.

Wir erreichen schließlich Panjab, einen Ort mit 10.000 Einwohnern und zugleich Hauptstadt des Distriktes Panjab in der Provinz Bamiyan.

Das Gesundheitsprojekt von ADRA hat etwa zwanzig Mitarbeiter. Sie unterhalten ein Krankenhaus, vier Kliniken, fünf Gesundheitszentren und drei Ambulanzfahrzeuge. Diese Einrichtungen darf man sich in Größe und Einrichtung bei Weitem nicht so vorstellen, wie bei uns in Deutschland. Im zweiten und dritten Teil meines Berichts werde ich die Arbeit der so genannten “Community Health Workers” vorstellen und über das Krankenhaus in Panjab berichten.



Ein Kommentar »

  1. hi danki vor di biericht

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