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	<title>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner &#187; Ursula Meissner</title>
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	<description>Das andere Afghanistan &#124; Online-Magazin von ADRA zum Buch von Ursula Meissner</description>
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		<title>Miriam sorgt für ein ganzes Dorf in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Nov 2008 06:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier im Dorf Istalis nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul mussten die Menschen in jüngster Zeit im Winter nicht nur mit der Kälte kämpfen, sie hatten oft auch tagelang nichts zu essen. Vor dem Rückzug aus dieser Gegend brannten die Taliban mehrere Dörfer nieder, verschleppten junge Männer und nahmen alles mit, was ihnen brauchbar schien. Viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hier im Dorf Istalis nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul mussten die Menschen in jüngster Zeit im Winter nicht nur mit der Kälte kämpfen</strong>, sie hatten oft auch tagelang nichts zu essen.</p>
<p>Vor dem Rückzug aus dieser Gegend brannten die Taliban mehrere Dörfer nieder, verschleppten junge Männer und nahmen alles mit, was ihnen brauchbar schien. Viele Familien flüchteten, weil sie in den Ruinen nicht mehr leben konnten und ihnen die Mittel fehlten, die Häuser wieder aufzubauen. Ihr Schicksal erregte sogar in der Hauptstadt Aufmerksamkeit, die selbst schwer vom Krieg gezeichnet war.</p>
<p><strong>Einer, der davon hörte, ließ es nicht bei Mitgefühl bewenden. Er beschloss sofort zu helfen. Dr. Peter Jaggi und seine Frau Verena waren gerade für die </strong><a target="_blank" href="http://www.adra.de" title="Hilfsorganisation ADRA"><strong>Hilfsorganisation ADRA</strong></a><strong> nach Afghanistan gekommen.</strong> Wie man Menschen selbst in aussichtslos scheinenden Situationen wieder Hoffnung macht, hatten sie vorher für ADRA drei Jahre lang in den armseligen Bergdörfern in Nepal am Himalaja und zwischen den Bambushütten von Malawi im subtropischen Afrika gezeigt.</p>
<p>ADRA und seine Mitarbeiter helfen den Menschen in mehr als 120 Ländern. In Afghanistan hatten sie bis zu diesem Zeitpunkt in der Provinz Bamiyan mit dem Einsatz mobiler Sanitätsteams verhindert, dass sich Tuberkulose, eine tückische Infektionskrankheit der Atemwege, ausbreiten konnte. In der Provinz Djuzdjan bohrten sie mit den Bauern achtzig neue Brunnen und richteten die Handpumpen dafür ein.</p>
<p>Verena Jaggi hatte Waisenkindern mit Teddybären von Spendern aus den USA und aus Europa zum ersten Mal in deren Leben ein Spielzeug verschaffen können. Jetzt gelang es dem Ehepaar Jaggi über ADRA und unterstützt von anderen Spendern, unbürokratisch mehrere Lkws mit Zeltplanen, Decken und Säcken mit Mehl zu den verzweifelten Menschen in die zerstörten Dörfer zu bringen.</p>
<p>Die Hilfe wurde erst mit ungläubigem Staunen, dann mit lautem Jubel und Händeklatschen empfangen. Idee der Unterstützung für die Ärmsten der Armen ist aber nicht nur, einmalig Linderung zu verschaffen,sondern gleichzeitig dafür zu sorgen, dass durch Hilfe zur Selbsthilfe langfristig das Auskommen gesichert wird.</p>
<p>Für das Dorf Istalis und die umliegenden Dörfer heißt das Rezept: Die Frauen werden von der Hilfsorganisation kostenlos mit Material versorgt und lernen, wie man wärmende Decken macht. Die Decken werden dann an andere Bedürftige verschenkt. Die Hilfsorganisation zahlt den Frauen einen bescheidenen Arbeitslohn, der den Familien genügt, um wieder die Tätigkeit aufzunehmen, von der sie früher lebten.</p>
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<p>  <br />
Istalis und Umgebung war früher bis nach Kabul für seine Töpferei bekannt. <strong>Miriam, die Bäckerin, ist für den Neuanfang im Dorf besonders wichtig. Sie ist eine strahlende junge Frau mit besonders feinen Gesichtszügen.</strong> Als ich ihr das erste Mal begegnete, konnte ich kaum glauben, dass sie schon sechs Kinder hat und täglich acht Stunden lang in einem kleinen, verqualmten Lehmhaus sitzt und Teig knetet. Von ihrem Brot, das sie mich probieren lässt und das ganz sicher das beste ist, das ich in ganz Afghanistan gegessen habe, werden heute 500 Menschen satt. Sie verkauft es sehr billig, aber doch so, dass sie neues Mehl kaufen kann und ein bisschen daran verdient.</p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Überall im Haus waren Bücher versteckt</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 06:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kuriositäten]]></category>
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		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Taliban verboten nicht nur das Fernsehen in Afghanistan. Ihnen waren eigentlich auch alle Leute verdächtig, die lesen konnten. Dies galt besonders für Professoren. Wer von den Lehrern der Universität in Kabul seine Privatbibliothek über die Kriegsjahre hinweg gerettet hatte, und nicht vor den Ruinen seines Hauses stand, musste nach Möglichkeiten suchen, seine Bücher vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Taliban verboten nicht nur das Fernsehen in Afghanistan.</strong> Ihnen waren eigentlich auch alle Leute verdächtig, die lesen konnten. Dies galt besonders für Professoren. Wer von den Lehrern der Universität in Kabul seine Privatbibliothek über die Kriegsjahre hinweg gerettet hatte, und nicht vor den Ruinen seines Hauses stand, musste nach Möglichkeiten suchen, seine Bücher vor den Taliban zu retten.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/11/buecher-versteckt_taliban_afghanistan.jpg" alt="Bücher wurden in Afghanistan wegen der Taliban versteckt" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Bücher wurden in Afghanistan wegen der Taliban versteckt.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div>Er musste auch verhindern, dass zufällige Besucher den Taliban von den Bücherschätzen erzählen würden. Ich habe ein Professorenehepaar getroffen, die beim Schutz ihrer Bücher besonders einfallsreich waren und mich großzügig fotografieren ließen. Sie meinten, die Taliban kommen nicht mehr zurück. Vor ihre Bücherregale hatten sie Vorhänge gezogen, um den Eindruck zu erwecken, dahinter sei ein Bett, eine Tür oder ein Fenster.</p>
<p>Überall im Haus versteckten der Professor und seine Frau die in vielen Jahren gesammelten Bücher. Die beiden froren im Winter lieber, als Bücher im Ofen zu verheizen, wie das manche andere in Kabul taten.</p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Familienausflug ins City-Center in Kabul</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Oct 2008 06:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ehemalige Polizeichef von Kabul, Abdul Bassir Salangi, gehörte im Jahr 2003 zu den ersten Afghanen, die den Drang nach Modernisierung verspürten. Er ließ im Distrikt Shirpur, einem der ärmsten Viertel Kabuls, die Notquartiere mit Bulldozern niederreißen und schuf so Platz für prunkvolle Villen der wohlhabenden Afghanen, die in die Hauptstadt zurückkehrten. Die mit Gold [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der ehemalige Polizeichef von Kabul, Abdul Bassir Salangi, gehörte im Jahr 2003 zu den ersten Afghanen, die den Drang nach Modernisierung verspürten. </strong>Er ließ im Distrikt Shirpur, einem der ärmsten Viertel Kabuls, die Notquartiere mit Bulldozern niederreißen und schuf so Platz für prunkvolle Villen der wohlhabenden Afghanen, die in die Hauptstadt zurückkehrten. Die mit Gold verzierten Säulen an den Hauseingängen leuchteten mir schon von Weitem entgegen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/kabul_afghanistan_familienausflug-ins-city-center_01.jpg" alt="Ein Familienausflug ins neue City-Center in Kabul ist nur wohlhabenden Afghanen vorbehalten." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ein Familienausflug ins City-Center Kabul ist nur wohlhabenden Afghanen vorbehalten.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Viel aufregender ist das City Center, dessen Bau 2003, bald nach dem Ende des Krieges begann. Ein glitzerndes Gebäude aus Glas und Stahl mit einem Luxushotel in den obersten Etagen, das strengstens bewacht wird, nicht nur wenn gerade Staatsgäste im Hotel logieren.</p>
<p>Hier liegen moderne elektronische Geräte, Designer-Kleidung und Delikatessen in den Auslagen. Dinge, die die Menschen in den Straßen und die Händler aus den Provinzen noch nie gesehen haben. Eine staubfreie Luxusoase in der sonst so chaotischen Stadt. Leisten können sich diesen Luxus allerdings nur Beamte, Warlords und Entwicklungshelfer. Den normalen Afghanen hingegen bleibt nur der Blick durch die Fenster. Afghanistan ist ein Land zwischen Mittelalter und Moderne. Zwischen dem Leben in den Dörfern der abgelegenen Provinzen und dem Gesicht, das Kabul seinen Besuchern zeigt, scheinen Jahrhunderte zu liegen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/kabul_afghanistan_familienausflug-ins-city-center_02.jpg" alt="Teure Kleidung, Schmuck, Uhren, Elektronische Geräte und Delikatessen für Kabuls Oberschicht." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Teure Kleidung, Schmuck, Uhren, Elektronik und Delikatessen für Kabuls Oberschicht.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div> </p>
<p>16 Banken haben inzwischen Büros in der Hauptstadt eröffnet. Internationale Automobilkonzerne locken Kunden an, in zahlreichen Restaurants kann man italienisch, chinesisch, deutsch, ja sogar libanesisch essen. Der moderne Afghane informiert sich über Handy, was es Neues gibt und wo was zu finden ist in der Stadt. Was mir mein Übersetzer bei der Fahrt durch Kabul allerdings nicht zeigt, sind die Bordelle, die seit 2001 wie Pilze aus dem Boden schießen und die ihre Türen nicht nur den Besuchern aus dem Ausland öffnen.</p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Herat, Afghanistan: Das Reisebüro lässt bitten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 05:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Das Würdevolle, Hochgeistige von Herat verleiht dieser etwas abseits liegenden Stadt ein ganz anderes Gepräge als dem übrigen Afghanistan.&#8221; So blumig beschreibt das afghanische Reisebüro &#8220;Great Game Travel&#8221;, was etwa &#8220;Großes Abenteuer Reisen&#8221; bedeutet, die Millionenmetropole Herat. Wenn es Geld zu verdienen gibt, gerät die Werbung auch in Afghanistan ins Schwärmen. Im Hochglanzprospekt, das mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Das Würdevolle, Hochgeistige von Herat verleiht dieser etwas abseits liegenden Stadt ein ganz anderes Gepräge als dem übrigen Afghanistan.&#8221;</strong> So blumig beschreibt das afghanische Reisebüro &#8220;Great Game Travel&#8221;, was etwa &#8220;Großes Abenteuer Reisen&#8221; bedeutet, die Millionenmetropole Herat. Wenn es Geld zu verdienen gibt, gerät die Werbung auch in Afghanistan ins Schwärmen.</p>
<p>Im Hochglanzprospekt, das mir an Bord einer Maschine der Ariana Afghan Airlines in die Hände fällt, lese ich weiter: &#8220;Berühmt für die Dichter und Musiker, sind die Heratis auch besonders stolz darauf, dass sie ein gepflegtes und schönes Persisch sprechen. Von der Zitadelle Alexander des Großen hoch über der Stadt bis zu den Moscheen und Minaretten eines Tamerlan werden Besucher von den mittelalterlichen Denkmälern bezaubert sein, die über ganz Herat verstreut sind. Von Bäumen gesäumte Boulevards und großzügige Parks vollenden den Charme dieser Oase am Rande der Wüste.&#8221;</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/10/herat_afghanistan_da-reisebuero-laesst-bitten_01.jpg" alt="Das Reisebüro lässt bitten: Die Stadt Herat in Afghanistan gilt es zu entdecken." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Das Reisebüro lässt bitten: Die Stadt Herat in Afghanistan gilt es zu entdecken.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Dass in der erzkonservativen Provinz Herat auch ohne Taliban besonders viele junge Frauen versuchen, Selbstmord zu begehen, weil ihre Familien sie wie Sklavinnen halten, passt nicht in dieses Bild und wird natürlich auch nicht erwähnt. Es spricht für den unternehmerischen Wagemut der Afghanen, dass sie ihr Land wieder für den Tourismus erschließen wollen, obwohl Ausländer in manchen Provinzen äußerst gefährdet sind. Der Süden und der Südosten Afghanistans werden in den Reiseprogrammen ausgespart. Alle Touren beginnen und enden am Flughafen von Kabul, wo es von Militär und Sicherheitsleuten wimmelt.</p>
<p>Das Reiseprospekt garantiert auf der Zehntagetour für 1995 US-Dollar ein Höchstmaß an persönlicher Sicherheit. Wer bisher nur in Ägypten oder in der Karibik unterwegs war, muss sich hier auf Ungewöhnliches einstellen. &#8220;Unsere Mitarbeiter sind mit den Nuancen afghanischer Kultur vertraut&#8221;, heißt es. &#8220;Sie wissen, was man tun muss, um unerwünschte Aufmerksamkeit zu vermeiden.&#8221;</p>
<p><strong>Um in Afghanistan sicher zu reisen, muss man stets die neuesten Informationen über die Lage vor Ort haben, um dann schnell reagieren zu können.</strong> Die Reiseführer sind mit Funkgeräten, Mobil- und Satellitentelefonen ausgestattet und lassen sich vor Reisebeginn bestätigen, eine Route &#8220;im letzten Augenblick&#8221; aufgrund der jeweiligen Situation und zur Sicherheit der Reisenden ändern zu können.</p>
<p><strong><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
<p></strong></p>
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		<title>Afghanen unter sich &#8211; Freizeit in Afghanistan</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 05:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Fahrt zum Freizeitpark von Kabul am Freitag, der unserem Sonntag entspricht - dem wöchentlichen Feiertag der Moslems - habe ich mir anders vorgestellt. Zunächst geht es durch enge Gassen. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Dazu aufgewirbelter Staub, der nach Diesel schmeckt. Immer wieder bleibt irgendein Auto stehen, manche mit platten Reifen auf dem weichen Sand. In diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Fahrt zum Freizeitpark von Kabul am Freitag, der unserem Sonntag entspricht - dem wöchentlichen Feiertag der Moslems - habe ich mir anders vorgestellt. </strong>Zunächst geht es durch enge Gassen. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Dazu aufgewirbelter Staub, der nach Diesel schmeckt. Immer wieder bleibt irgendein Auto stehen, manche mit platten Reifen auf dem weichen Sand.</p>
<p>In diesem Stau kommen selbst die Fahrräder und die Motorräder nicht weiter. Das ist das Signal für Scharen von Bettlerinnen und Bettlern sich auf die Ausflügler zu stürzen, denn nur wer mehr Geld als der Durchschnitt hat, kann sich diese Reise in die Hügel überhaupt leisten.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/freizeit_afghanistan01.jpg" alt="Ihre Freizeit verbringen die Menschen in Afghanistan gerne zusammen." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ihre Freizeit verbringen die Menschen in Afghanistan gerne zusammen.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Ziel ist ein Paradies an einem kleinen blauen See, der von grünen Bäumen eingerahmt ist. Es gibt Schaukeln für die Kinder und sogar ein Karussell, daneben kleine Restaurants, in denen selbstverständlich kein Bier, sondern grellbunte Limonade und Mineralwasser ausgeschenkt werden. Am See sind Pavillons mit farbiger Bespannung aufgestellt. Viele der Gäste breiten jedoch unter den Bäumen Decken aus, verspeisen dort das mitgebrachte Essen und tanzen zu indischer oder arabischer Musik.</p>
<p>Weil es auch in der Hauptstadt Kabul nur unregelmäßig Strom gibt, sind sie daran gewöhnt, Radios und Kassettenrekorder an ihre Autobatterien anzuschließen. Die Batterien bauen sie mit großer Selbstverständlichkeit aus, als ob das in der Gebrauchsanweisung für die Musikapparate stünde. Die Männer tummeln sich im angenehm warmen, türkisfarbenen Wasser.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/09/freizeit_afghanistan02.jpg" alt="Ein Sprung ins kühle Nass ist meistens nur den Männern vorbehalten" /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Ein Sprung ins kühle Nass ist meistens nur den Männern vorbehalten.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Obwohl es angeblich für die Frauen einen ganz besonderen, hochgeschlossenen Badeanzug geben soll, der die Schenkel und die Knie bedeckt, geht keine Frau ins Wasser. Die meisten bereiten der Familie das Picknick zu. Sie bewegen sich hier ohne Burka. Wer mutig ist – denn die meisten Afghanen können nicht schwimmen – und es sich darüber hinaus leisten kann, leiht sich eines der farbigen Tretboote aus, die Schwänen nachgebildet sind – die einzigen Schwäne auf dem See.</p>
<p>Unter den Taliban war dieser Vergnügungspark geschlossen. &#8220;Nicht einmal Musik war damals in der Öffentlichkeit erlaubt&#8221;, erzählt mir Mohammed Sharif, ein Geschäftsmann aus Kabul. Aber auch ohne Taliban halten Ausländer augenscheinlich den Ausflug zu dem idyllischen See für zu gefährlich. <strong>Die Afghanen sind hier ganz unter sich.</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Verkehr in Kabul: Was ist das, eine Straßenbahn?</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 05:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwo da oben muss blauer Himmel sein. Hier jedoch ist nichts davon zu sehen. Ich bin am Nachmittag in Afghanistans Hauptstadt Kabul unterwegs, in der schon fast wieder 400 000 Pkw, Lkw, Busse und Motorräder fahren. Abgasschwaden verdichten sich mit aufgewirbeltem Staub zu dunklen Wolken. Um die Umwelt sorgt sich hier niemand. Die Luft ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Irgendwo da oben muss blauer Himmel sein. </strong>Hier jedoch ist nichts davon zu sehen. Ich bin am Nachmittag in Afghanistans Hauptstadt Kabul unterwegs, in der schon fast wieder 400 000 Pkw, Lkw, Busse und Motorräder fahren. Abgasschwaden verdichten sich mit aufgewirbeltem Staub zu dunklen Wolken. Um die Umwelt sorgt sich hier niemand. Die Luft ist so dick, dass es schwierig ist, einen der Polizisten an der nächsten Kreuzung auszumachen.</p>
<p>&#8220;Warum gibt es in Kabul keine Straßenbahnen?&#8221;, frage ich den Taxifahrer. Der fragt zurück: <strong>&#8220;Was ist das, eine Straßenbahn?&#8221; </strong></p>
<p>Auf den Straßen in Kabul geht es unglaublich chaotisch zu. Ein Durcheinander von Rädern, die sich millimeterdicht aneinanderreihen und manchmal nur im Schritttempo vorankommen. Dazwischen treiben Bauern ihre Ziegen- oder Schafherden quer über die Fahrbahn. Vorbei an neuen und alten gelb-weiß lackierten Taxis aus japanischer Produktion, deren Fahrer sich stets erst im allerletzten Moment zu überlegen scheinen, in welche Richtung sie fahren wollen. Es sind Sammeltaxis mit möglichst vielen Passagieren, die dadurch für den Einzelnen billiger werden, aber auch ständig unvermittelt anhalten, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/08/strassen-und-verkehr-in-kabul_afghanistan.jpg" alt="Was ist das, eine Straßenbahn? Verkehr in Kabul, Afghanistan." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Was ist das, eine Straßenbahn? Verkehr in Kabul, Afghanistan.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>In diesem Straßengewirr sieht man aber auch die modernen Geländewagen von Ausländern und den Vereinten Nationen mit ihren afghanischen Fahrern, die zehnmal so viel verdienen wie ein Polizist. Mittendrin quietschen altersschwache Fahrräder mit selbst gebauten Anhängern, auf denen Bauern Obst und Gemüse transportieren. Die ausländischen Soldaten, die wuchtige Panzerwagen durch die Straßen steuern, müssen regelrecht jonglieren, um Unfälle zu vermeiden. Über allem liegt eine spannungsgeladene Atmosphäre, die jederzeit explodieren kann. Schon ein Verkehrsunfall kann blutige Unruhen auslösen.</p>
<p>Ein Dutzend Verkehrsampeln hat die Kriegswirren überstanden. Ich weiß nicht, ob sie in diesen Tagen manchmal blinken, es wird ja nur stundenweise Strom geschaltet. Abdul Shakoor Khairkhwah, Chef der Verkehrspolizei, hat für hundert Kreuzungen neue Ampeln bestellt. Dann sollen auch die Beobachtungstürme am Straßenrand verschwinden, die noch aus der Zeit der sowjetischen Besatzung stammen. Und werden die neuen Ampeln dann auch funktionieren? Der Polizeichef ist zuversichtlich.</p>
<p>Ein Sprecher der Elektrizitätsbehörde warnte allerdings, dass die Stadt vorher 40 000 US-Dollar für längst fällige Stromrechnungen überweisen müsse. An das veraltete Kabelnetz könnten Verkehrsampeln außerdem nur in der Nähe der Generatoren angeschlossen werden. Ob dann immer noch mehrere Polizisten an jeder Straßenkreuzung nötig sind? Die Leute auf der Straße, die es betrifft, meinen: <strong>&#8220;Selbstverständlich. Unsere Fahrer halten sich nicht an das rote Licht. Woher sollten sie auch die Verkehrsregeln kennen? Die meisten haben sich den Führerschein einfach gekauft.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Zum Betteln sind Afghanen zu stolz</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 06:00:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vielleicht ist es nicht die typisch afghanische Bauernfamilie</strong>, aber ganz bestimmt gibt es viele ähnliche Familien wie die von Bibi und ihrem Mann Mohammed, der mit seiner ersten Frau auf dem Markt Gemüse und Getreide verkauft, während sich Bibi zu Hause um die Kinder kümmern muss und nebenbei Pistazienkerne knackt. Das Sprichwort &#8220;Ohne Fleiß kein Preis&#8221; kennt man so ähnlich auch in Afghanistan und wenn nicht, müsste es hier erfunden werden. Mit fünf Kindern, alle von der zweiten Frau Bibi, wohnt die Familie in einem Haus aus Lehm und Holz, um das eine brüchige Lehmmauer errichtet ist. Ein Ziehbrunnen gehört auch dazu.</p>
<p>Bibi ist 34, ihr Mann Mohammed ist über sechzig. Seine erste Frau, mit der er keine Kinder haben konnte, ist etwa fünfzig. Viele Afghanen wissen nicht genau, wie alt sie sind. Bibi wurde Mohammed schon als Kind versprochen und sie war bei der Zwangsheirat, gegen die sie sich heftig, aber vergeblich gesträubt hatte, nur 14 Jahre alt. Ihre fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen, kamen in den folgenden fünf Jahren auf die Welt. Sie gehen alle noch in die Schule, was seit dem Ende der Talibanherrschaft auch für die drei Mädchen möglich ist. Der Vater erwartet von den Kindern, dass auch sie Geld verdienen, weil die umgerechnet etwa vierzig Euro im Monat, die er auf dem Markt einnimmt, nur für ein Hungerdasein ausreichen würden. Seine erste Frau, die der Tradition folgend auch nach der Heirat mit Bibi bei Mohammed blieb, hilft auf dem Acker. Bibi soll zum Haushalt beisteuern und darf wie die Kinder auf keinen Fall betteln gehen.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/zum-betteln-sind-afghanen-zu-stolz.jpg" alt="Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern." /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Zum Betteln sind Afghanen zu stolz, Bibi mit ihren Kindern.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Eine Frau, die keinen Beruf erlernt hat und keine Schule besuchen konnte, tut sich überall in Afghanistan schwer, wenn sie auch nur ein paar Cent verdienen will. Bibi hatte die Idee, sich mit den Kindern nach der Schule in der nahen Stadt an den Straßenrand zu setzen und Pistazienkerne zu verkaufen. Pistazien sind äußerst beliebt in Afghanistan, sie werden in unterschiedlichen Süßigkeiten verarbeitet oder so geknabbert. Bis zu dreißig Kilo Pistazien täglich knacken Bibi und die Kinder mit Steinen oder einem kleinen Hammer.</p>
<p><strong>Ich habe Bibi in einer Schule für Frauen kennengelernt.</strong> Die Schule befindet sich in einem Privathaus, wo sich die Frauen zunächst nur zu einem Nähkurs trafen, dann aber auch begannen, lesen und schreiben zu lernen. Bibi fiel mir auf, weil sie der Lehrerin die meisten Fragen stellte und die Antworten immer sofort in ein Heft eintrug. Ich durfte sie nach Hause begleiten, um ihren Alltag mit der Kamera festzuhalten, was keinesfalls selbstverständlich war.</p>
<p>Bibi erzählt mir die Geschichte ihres mühevollen Lebens, oft von Tränen unterbrochen: &#8220;Ich bin ein ganz anderer Mensch, seit ich schreiben und lesen kann. Das kann ja nicht einmal Mohammed, mein Ehemann. Ich finde es wunderbar, dass jetzt auch meine Töchter zur Schule gehen. Die Mädchenschulen wurden von euch Deutschen eingerichtet.&#8221;</p>
<p>Ihrem Ehemann erzählte Bibi zunächst nichts von ihren Schulbesuchen. Er war froh, wenn er von ihr den üblichen Geldbetrag bekam und kümmerte sich nicht darum, wie sie ihre Zeit verbrachte. Alles, was sie zusätzlich verdienen konnte, legte sie zur Seite und kaufte davon Schulmaterial für die Kinder. Ich fragte sie, wie sie das alles bewältigt und ob die Zeit, die sie in der Schule verbringt, keinen Verdienstausfall für sie bedeutet? <strong>&#8220;Nein, das nicht&#8221;, sagt sie, &#8220;ich habe dann eben nachts, wenn Mohammed schlief, beim Licht der Petroleumlampe Pistazien geknackt.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Cyber Café Kabul &#8211; Aufbruch in die Moderne</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 05:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kuriositäten]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Internetcafé in Kabul, das ich gelegentlich besuche, scheint besonderen Wert auf die Privatsphäre seiner Kunden zu legen. Die Computer sind so geschickt aufgestellt, dass man nahezu unbeobachtet surfen kann. Und das aus gutem Grund: Die meist männlichen Kunden nutzen das Internetcafé in erster Linie, um auf Partnersuche zu gehen oder auf erotischen Seiten zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Internetcafé in Kabul, das ich gelegentlich besuche, scheint besonderen Wert auf die Privatsphäre seiner Kunden zu legen.</strong> Die Computer sind so geschickt aufgestellt, dass man nahezu unbeobachtet surfen kann. Und das aus gutem Grund: Die meist männlichen Kunden nutzen das Internetcafé in erster Linie, um auf Partnersuche zu gehen oder auf erotischen Seiten zu surfen.</p>
<p>Doch etwa ein Viertel der Internetnutzer in Kabul sind inzwischen Frauen, die meisten von ihnen Studentinnen. Sie recherchieren für Seminare und pflegen Kontakte zu Verwandten und Freunden im Ausland. In den Cafés sitzen Frauen und Männer ganz selbstverständlich nebeneinander an den Computern. Die Frauen tragen meist einfache Kopftücher. Die traditionellen Schranken zwischen Mann und Frau in Afghanistan vermochte aber auch das World Wide Web nicht ganz zu überwinden, was an den Poststellen Kabuls deutlich wird. Weil viele Kunden noch nicht wissen, wie man einen Computer bedient, hält die Post zwei Berater für den Kundendienst bereit, eine Frau für die Frauen und einen Mann für die Männer.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/06/internet-cafe-kabul.jpg" alt="Seminar für Textverarbeitung an der Uni Kabul: 25 Studentinnen teilen sich fünf Computer." /> </p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Seminar für Textverarbeitung an der Uni Kabul: 25 Studentinnen teilen sich fünf Computer.</span><span class="ImageTextC">© Ursula Meissner</span></div></p>
<p>Dass das World Wide Web so schnell nach Afghanistan kam, ist einem in New York lebenden afghanischen Geschäftsmann zu verdanken. Gleich nach der Vertreibung der Taliban aus Kabul, gründete er die Afghan Wireless Communication Company und bot dem Ministerium für Kommunikation eine 20-prozentige Beteiligung an. Der Vertrag über 15 Jahre wurde erstaunlich schnell unterzeichnet und bereits im Juli 2002 eröffnete Bennet Bayer im Intercontinental Hotel in Kabul das erste Internetcafé.</p>
<p>Inzwischen gibt es in Kabul und anderen größeren Städten zahlreiche Internetcafés unterschiedlicher Betreiber. Die günstigeren nehmen umgerechnet einen US-Dollar für eine Stunde. Bei einem durchschnittlichen Tageseinkommen von unter zwei US-Dollar ist Surfen für Afghanen also Luxus. Dennoch ist der Andrang groß und die Kunden warten gern auf Holzbänken vor den Cafés.</p>
<p><strong>Dieser Artikel entstammt dem Buch &#8220;<a href="http://afghanistan.adra.de/buch/" title="Afghanistan Buch von Ursula Meissner">Afghanistan &#8211; Rosen, Mohn, 30 Jahre Krieg</a>&#8221; von Fotojournalistin Ursula Meissner. Sie können dieses Buch bei ADRA bequem <a href="http://afghanistan.adra.de/buch/bestellen/" title="Afghanistan Buch bestellen">online bestellen</a> und unterstützen damit die Herstellung und Verteilung einer Decke in Afghanistan.</strong></p>
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		<title>Was Ein-Euro-Jobs in Afghanistan bedeuten</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 14:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afghanen liegt nach Schätzungen der Vereinten Nationen bei 44,5 Jahren; Tod als Kriegsfolge nicht berücksichtigt. Mädchen und Jungen, die heute in Deutschland geboren werden, können davon ausgehen, dass sie 80 Jahre und älter werden. Studenten der Universität in der Stadt Herat wollten mir das erst glauben, als ich es mit Einzelheiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a>Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Afghanen liegt nach Schätzungen der Vereinten Nationen bei 44,5 Jahren</strong>; Tod als Kriegsfolge nicht berücksichtigt. Mädchen und Jungen, die heute in Deutschland geboren werden, können davon ausgehen, dass sie 80 Jahre und älter werden. Studenten der Universität in der Stadt Herat wollten mir das erst glauben, als ich es mit Einzelheiten der unterschiedlichen Lebensverhältnisse in unseren beiden Ländern erkläre.</p>
<p>Die für Afghanistan angenommenen Zahlen beruhen zwar, wie die meisten Statistiken in Afghanistan, auf Schätzungen, sie kommen der Wirklichkeit aber sehr nahe. Dafür, dass bei uns die Lebenserwartung ständig steigt, werden eine immer bessere medizinische Versorgung, bessere Ernährung und ständig verbesserte Arbeitsbedingungen angeführt.</p>
<p><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner2.jpg" alt="Kinder holen Trinkwasser aus dem Fluss" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Kinder holen Trinkwasser aus dem Fluss.</span><span class="ImageTextC">© Bucher Verlag</span></div>In Deutschland praktizieren derzeit rund 300 000 Ärzte. In Afghanistan sind es etwa 3000. Auf die Bevölkerung umgerechnet, müsste in Afghanistan ein Mediziner fast 8000 Einwohner versorgen. Erschwerend kommt hinzu, dass etwa achtzig Prozent der afghanischen Ärzte in der Hauptstadt Kabul leben. In den Dörfern gibt es normalerweise nicht einmal Krankenschwestern. Seuchen wie etwa Cholera breiten sich nur deshalb nicht aus, weil das Klima dafür ungünstig ist.</p>
<p>Von der besseren Ernährung der Deutschen haben die Herater Studenten gehört. &#8220;Stimmt es wirklich, dass jeder zweite Deutsche Übergewicht hat?&#8221;, erkundigen sie sich. In Afghanistan ist die große Mehrheit der Bevölkerung unterernährt. Ohne Lebensmittelhilfen aus dem Ausland, besonders aus Europa, müssten die Afghanen ständig hungern.</p>
<p>Von einer mit der deutschen vergleichbaren Lebensqualität können sie nicht einmal träumen, und auf bessere Arbeitsbedingungen wird man in Afghanistan sicher noch lange warten müssen. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit etwa vierzig Prozent. Wer eine Arbeit findet, nimmt sie an. Die Bedingungen spielen dabei keine Rolle.</p>
<p><a href="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" title="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan"></a><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/tageloehner.jpg" alt="Kinder als Tagelöhner in Afghanistan" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Für die meisten Kinder ist es selbstverständlich, dass sie arbeiten müssen.</span><span class="ImageTextC">© Bucher Verlag</span></div>Die meisten Arbeitslosen gehören der Dorfbevölkerung an, sie bleiben unsichtbar, leben im Schutz der Großfamilie. In den Städten ist die Arbeitslosigkeit sehr viel sichtbarer. Immer mehr Arbeit suchende Männer stellen sich frühmorgens an die Straßen. Fast alle tragen weit geschnittene, vom vielen Waschen grau gewordene lange Hosen, ein Hemd ohne Kragen und darüber eine zerschlissene Jacke. Hält ein Kombi, ein Taxi oder gar ein Lkw bei ihnen, gibt es ein kurzes Gespräch mit dem Fahrer, und dann wird einer oder werden mehrere mitgenommen. Sie verdingen sich meistens für einen Tag und nehmen die schmutzigste Arbeit an.</p>
<p><strong>Umgerechnet etwa ein Euro wird den Tagelöhnern bezahlt. Viele von ihnen sind zurückgekehrte Flüchtlinge, die lieber in der Stadt bleiben, und Afghanen, die ihre Dörfer verlassen, weil sie dort keine Perspektiven sehen. Ihre wachsende Zahl zwingt die Regierung, über eine Sozialgesetzgebung wenigstens nachzudenken.</strong></p>
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		<title>Fatmas Spiel mit der Burka</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Mar 2008 18:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Meissner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Burka]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Taliban]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursula Meissner berichtet von einer ihrer schönsten Begegnungen in Afghanistan. Im November 2001 besucht sie Fatma und ihre Familie, kurz nachdem die Taliban von der Nordallianz aus Kabul vertrieben wurden. Es war nicht leicht, die Witwe Fatma zusammen mit ihren sechs Töchtern für ein Gruppenbild vor die Kamera zu bekommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine meiner schönsten Begegnungen war die mit Fatma und ihrer Familie im November 2001, kurz nachdem die Taliban von der Nordallianz aus Kabul vertrieben wurden. Es war nicht leicht, die Witwe Fatma zusammen mit ihren sechs Töchtern für ein Gruppenbild vor die Kamera zu bekommen, eine fehlte immer.</strong></p>
<p>Kein Wunder, denn nach der Schreckensherrschaft der Taliban dürfen alle Frauen endlich wieder ohne männliche Begleitung aus dem Haus gehen und einkaufen – was sie leidenschaftlich gerne tun. Es gibt viele neue Dinge zu entdecken, Dinge wie Videoclips, Musik, die es früher auf dem Markt nicht gab.</p>
<p><img src="http://afghanistan.adra.de/wp-content/uploads/2008/03/fatma-burka-freiheit.jpg" alt="Fatma und ihre Familie feiert die neue Freiheit" /></p>
<p><div id="ImageText"><span class="ImageTextD">Fatma und ihre Töchter feiern die neue Freiheit ohne Burka.</span><span class="ImageTextC">© Bucher Verlag</span></div><strong>»Die fünf Jahre unter den Taliban waren wie im Gefängnis«,</strong> sagt Fatma. Und Freshta, ihre Jüngste, fügt hinzu: »Wir hatten nicht nur Angst. Du weißt gar nicht, wie langweilig das war. Fünf Jahre lang durften wir gar nichts tun!«</p>
<p>Endlich, nach dem vierten Anlauf, sitzen alle im Wohnzimmer zum Fototermin, wie selbstverständlich verhüllt in ihren Burkas. Das einzig sichtbare Gesicht ist des verstorbenen Vaters auf dem Foto, das über dem Sofa hängt. Als ich sie darum bitte, legen sie die Burka ohne zu zögern ab. Die Älteste steckt sie auf einen Besen und trägt sie durch die Zimmertür. – Alle lachen.</p>
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