Auf Marco Polos Spuren in Afghanistan
Kategorien: Landschaft
Tags: Afghanistan, Fauna, Landschaft, Natur, Schafe, Tiere
Über die Flora und Fauna in Afghanistan werden im Allgemeinen nicht viele Worte verloren. Dabei beherbergt sie einige hochinteressante Tier- und Pflanzenarten, unter anderem das so genannte Marco-Polo-Schaf - ein entfernter Verwandter unseres heimischen Hausschafs.
Das Marco-Polo-Schaf oder der Pamir-Argali ist allerdings beinahe ausgestorben. Nur noch einige hundert Tiere leben in freier Wildbahn. Viele von ihnen in den Höhen des Pamirgebirges im Norden Afghanistans. Sie sind eine von insgesamt elf Unterarten des Argali, des größten wildlebenden Schafes der Erde. Erreichen die uns bekannten Hausschafe eine Schulterhöhe von maximal 90 Zentimeter, wird der Argali bis zu 135 Zentimeter groß; und das bei einem Gewicht von über 200 Kilo. Auffälligstes Merkmal des Argali sind seine schneckenförmig gebogenen Hörner. Über 150 Zentimeter können diese messen und machen ihn zur begehrten Jagdtrophäe.
Besonders eindrucksvoll werden diese Tiere im Video des ZDF gezeigt („Expeditionen zu den letzten ihrer Art”).
Das Marco-Polo-Schaf gehört mittlerweile zu den gefährdeten Tierarten
Vom Aussterben konnte, als Namensgeber Marco Polo die Tiere im 13. Jahrhundert entdeckte, gar keine Rede sein. Zu dieser Zeit müssen die Schafe derart verbreitet gewesen sein, dass die Einheimischen, von denen der Entdecker berichtete, ihre Gartenzäune aus den Hörnern der Tiere bauen konnten.
Lange Zeit wurden die Schafe nur wegen ihres Fleisches gejagt, das Gehörn interessierte Wilderer in der Regel nicht. Heute hat sich dieses Bild grundlegend geändert. Ihre gigantischen Hörner sind den Marco-Polo-Schafen inszwischen zum Verhängnis geworden. Sportjäger aus aller Welt haben es darauf abgesehen und bezahlen mehrere Zehntausend US-Dollar für die Jagd auf die Tiere. Darin enthalten ist auch ein Trophäenpreis, der an den jeweiligen Staat, in dem das Schaf geschossen wurde, gezahlt werden muss. Was damit geschieht, lässt sich nur schwer nachvollziehen.
Wünschenswert wäre es, wenn die Gelder an die richtige Stelle fließen und dem Erhalt und Schutz der Marco-Polo-Schafe auch in Afghanistan dienen. Eindrucksvolle Aufnahmen liefert ZDF-Tierfilmer Andreas Kieling mit seiner Bilderserie: “Auf die Suche nach dem Marco-Polo-Argali“.





