Afghanistan sucht den Superstar
Kategorien: Kultur, Kuriositäten
Tags: Afghanistan, Fernsehen, Internet, Medien, Show, SMS, Superstar, Technik
Wer bei Afghanistan nur an Krieg, Armut und Leben wie im Mittelalter denkt, irrt sich gewaltig. Vor allem junge Leute in den Städten nutzen moderne Medien und Techniken wie Internet, Fernsehen und SMS. Viele sind auf der Suche nach Idolen und Identifikationsfiguren. Wie auch in Deutschland und anderen Ländern der westlichen Welt, gibt es in Afghanistan eine Fernsehshow, in der die Menschen einen Superstar suchen. Der Afghanstar geht derzeit in die letzten Runden und ist ein kontrovers diskutiertes Thema in den Medien.
Größter Kritikpunkt ist die Beteiligung von Frauen an dem landesweit augestrahlten Wettbewerb. Auf der Website des Afghanstar wird etwa die 18-jährige Mit-Finalistin Lima Sahar aus Kandahar von vielen aufgebrachten Männern kritisiert und übel beschimpft. Doch es gibt auch ermutigende Stimmen. Die Meinungen gehen weit auseinander. Manche sehen in den Auftritten Sahars einen Aufbruch in eine neue Zeit. Jemand schreibt:
“In anderen Ländern bauen Sie Flugzeuge, Autos und Computer, aber bei uns in Afghanistan streiten wir uns über Sprachen und Stammeszugehörigkeiten. Wir sollten einander respektieren und zusammenhalten.”
So kontrovers die Teilnahme von Frauen an landesweiten Gesangswettbewerben auch ist, so unpassend mutet für uns diese Sendung an, wenn wir an Afghanistan denken. Auch die musikalischen Darbietungen sind uns vom Stil, der Tonalität und der ganzen Form her fremd.
Die Website des Afghanstar basiert auf einem Content Management System, ist dreisprachig aufgebaut, hat einen umfassenden News-Bereich, Umfragen usw. Die Videos werden mithilfe der Online-Plattform Youtube eingebunden. Da sage doch mal jemand, Afghanen wären nicht in der Lage, modernste Technik einzusetzen…






[...] große weite Welt der internationalen Popstars zu entfliehen. Um das Fliehen geht es bei “ASDS“, dem Pendant in Afghanistan zu „Deutschland sucht den Superstar” auch – nur ist es [...]
Ein erster Schritt, ein wichtiger Schritt und trotzdem kein Grund sich mit dem Gedanken zurückzulegen, dass sich in Afghanistan die Verhältnisse grundlegend gewandelt hätten. Nachdem sich eine Kandidatin unverschleiert und geschminkt zeigte, skandierten Einige: “Sie muss sterben”, “Sie hat Schande über unser Dorf gebracht” usw. So lange eine Religion (egal welche) zur staatlich-rechtlichen Norm erhoben wird, sind Verstöße gegen die Freiheit Andersdenkender und -gläubiger vorprogrammiert.